KI-Roboter revolutionieren die Logistikbranche

Künstliche Intelligenz treibt autonome Roboter in die Logistik vor. Der Markt für Intralogistik wächst rasant, während lernfähige Systeme Effizienz und Sicherheit erhöhen.

Künstliche Intelligenz treibt eine neue Generation von Robotern aus den Laboren in die Lagerhallen. Eine heute veröffentlichte Analyse des Internationalen Verbands der Robotik (IFR) bestätigt den rasanten Wandel: Die Technologie macht Roboter nicht nur effizienter, sondern ebnet den Weg für ihren breiten Einsatz in der gesamten Lieferkette. Dieser Umbruch markiert einen Wendepunkt – weg von starren Automatisierungssystemen hin zu dynamischen, datengesteuerten Abläufen.

E-Commerce-Boom und Fachkräftemangel als Treiber

Der Druck auf Logistikunternehmen ist enorm. Der anhaltende Online-Handel-Boom und der massive Personalmangel zwingen Betreiber zu hohen Investitionen in Automatisierung. Es geht dabei nicht mehr nur um den Ersatz von Muskelkraft, sondern um die Schaffung robusterer und intelligenterer Lieferketten. Allein der europäische Markt für Intralogistik-Automatisierung soll 2026 ein Volumen von 6,9 Milliarden Euro erreichen – Tendenz stark steigend.

Vom starren Helfer zum lernfähigen Kollegen

Die neue Roboter-Generation hat mit ihren Vorgängern kaum noch etwas gemein. Während klassische fahrerlose Transportsysteme (FTS) noch auf festen Routen fuhren, sind heutige Modelle mit Maschinellem Lernen, Computersehen und Echtzeit-Datenverarbeitung ausgestattet. Diese Kombination verleiht ihnen eine beispiellose Anpassungsfähigkeit.

Laut IFR ist die Logistikbranche Vorreiter bei der Einführung. Analytische KI durchforstet riesige Datenmengen, um Muster zu erkennen und komplexe Wege in vollen Lagern zu planen. Gleichzeitig ermöglicht generative KI einen Schritt hin zu sich selbst entwickelnden Systemen: Roboter lernen neue Aufgaben in Simulationen, ohne aufwändig neu programmiert werden zu müssen. Diese sogenannte Agentic AI ist der Schlüssel für autonomes Arbeiten in unübersichtlichen Umgebungen.

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Marktreife Innovationen: Digitale Zwillinge für mehr Sicherheit

Konkrete Produkte zeigen, wie weit die Entwicklung bereits ist. Das Unternehmen Dexory stellte diese Woche einen neuen autonomen Lagerroboter vor. Mit einer erweiterten Scan-Reichweite von bis zu 18 Metern erfasst er kontinuierlich Daten und speist sie in einen Live-Digitalen Zwilling der Halle ein. So haben Manager stets den kompletten Überblick über ihre Operationen.

Zugleich lancierte Dexory eine KI-Software namens Storage Health. Sie analysiert hochauflösende Roboter-Bilder und erkennt automatisch Sicherheitsrisiken wie beschädigte Regale, instabile Paletten oder defekte Ware – Probleme, die bei manuellen Kontrollen oft übersehen werden. Dieser Doppelansatz aus Hardware und intelligenter Software unterstreicht den Trend zu umfassenden Lösungen für Effizienz und Sicherheit.

Explosives Marktwachstum erwartet

Die wirtschaftlichen Triebkräfte sind gewaltig. Eine aktuelle Prognose sieht den europäischen Intralogistik-Markt bis 2031 auf über 11,5 Milliarden Euro anwachsen. Besonders Autonome Mobile Roboter (AMR) dürften die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Ihre Stärke: Sie navigieren flexibel in sich ständig ändernden Umgebungen, ideal für moderne Logistikzentren.

Die Integration von flächendeckendem 5G und Digital-Twin-Technologien treibt die Entwicklung weiter voran. Auch die Software-Seite schreitet schnell voran. Firmen wie Descartes setzen KI ein, um Prozesse von der Zollabwicklung bis zur Prognose der letzten Meile zu automatisieren und zu verbessern.

Neue Chancen und neue Herausforderungen

Diese Transformation wird durch die Verschmelzung von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT) ermöglicht. Der nahtlose Datenfluss zwischen digitaler und physischer Welt macht Lieferketten anpassungsfähiger.

Doch die zunehmende Vernetzung und Autonomie birgt auch Risiken. Cloud-Anbindung und KI öffnen Einfallstore für Cybersecurity-Bedrohungen. Experten betonen, dass mit der wachsenden Autonomie auch robuste Governance-Strukturen, intensive Tests und klare Haftungsregeln immer wichtiger werden.

Was bedeutet das für die Arbeitswelt?

Die Entwicklung hin zu „Physical AI“, bei der Roboter ihre Umgebung wahrnehmen, Schlüsse ziehen und handeln, wird sich fortsetzen. Die Auswirkungen auf die Belegschaft sind tiefgreifend: Routinetätigkeiten und körperlich anstrengende Jobs werden automatisiert, gleichzeitig entstehen neue Rollen.

Roboter werden zunehmend als Verbündete gesehen, die Personallücken schließen und Jobs für die nächste Generation attraktiver machen können. Damit dieser Wandel gelingt, fordern Unternehmen und Politik verstärkt in Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme zu investieren. Die Zukunft der Logistik ist intelligent – und sie wird von Mensch und Maschine gemeinsam gestaltet.

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