KI-Schwachstellensuche: Bynario findet 50 macOS-Lücken in 3 Wochen

Apple behebt mit außerplanmäßigen Patches eine kritische Screen-Sharing-Schwachstelle in drei macOS-Versionen. Die Updates erscheinen ohne Betaphase, nachdem KI-Tools eine Flut von Sicherheitsmeldungen ausgelöst haben.

Apple hat außerplanmäßige Sicherheitsupdates für mehrere Versionen seines Betriebssystems macOS veröffentlicht. Die Aktualisierungen adressieren eine schwerwiegende Schwachstelle in der Screen-Sharing-Funktion, die potenziell unbefugten Zugriff auf Systeme ermöglichen konnte. Betroffen sind die Versionen macOS Sonoma 14.8.9, Sequoia 15.7.9 sowie das aktuelle Betriebssystem Tahoe 26.6.1. Die entsprechenden Build-Nummern lauten 25G76, 24G830 und 23J631.

Dringlichkeit führt zu Verzicht auf Beta-Tests

Aufgrund der Einstufung der Sicherheitslücke als kritisch wurden die Fixes ohne die üblichen vorangehenden Beta-Testphasen für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Die Schwachstelle betrifft den Authentifizierungsprozess beim Screen-Sharing und hätte es Angreifern unter Umständen erlaubt, sich ohne gültige Anmeldedaten Zugang zu einem entfernten Rechner zu verschaffen. Obwohl die Sicherheitslücke als hochriskant gilt, liegen derzeit keine Bestätigungen über eine aktive Ausnutzung im Feld vor.

Diese jüngste Veröffentlichung markiert bereits die zweite Runde an Sicherheitsupdates innerhalb von weniger als zwei Wochen. Branchenbeobachter werten dies als Beleg für eine deutlich gestiegene Frequenz bei der Bereitstellung von macOS-Sicherheitspatches. Erst Ende Juli hatte ein umfassendes Update fast 200 Schwachstellen im Apple-Ökosystem behoben.

Anzeige

Viele Apple-Nutzer übersehen nach wichtigen Updates kritische Einstellungen, die ihre Privatsphäre gefährden könnten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihr System mit wenigen Klicks absichern und Updates fehlerfrei installieren. Kostenlosen iOS & macOS Update-Ratgeber sichern

KI-gestützte Schwachstellensuche überlastet Meldesysteme

Hinter der Zunahme an entdeckten Sicherheitslücken steht unter anderem der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch Sicherheitsforscher. Das Startup Bynario gab bekannt, mithilfe von ChatGPT innerhalb von drei Wochen über 50 Schwachstellen in macOS identifiziert zu haben. Darunter befand sich eine sogenannte Zero-Day-Lücke mit Root-Zugriff, deren Marktwert auf 100.000 bis 200.000 US-Dollar geschätzt wird. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 meldete das Unternehmen lediglich acht Schwachstellen.

Diese Flut an KI-generierten Meldungen hat Apple dazu veranlasst, neue Beschränkungen für Sicherheitsforscher einzuführen. Die Anzahl der gleichzeitig offenen Schwachstellenmeldungen pro Person wurde begrenzt. Nach Erreichen dieses Limits greift eine 30-tägige Sperre für weitere Einreichungen. Forscher haben jedoch die Möglichkeit, in begründeten Fällen eine Erhöhung dieses Limits zu beantragen.

Verzögerungen bei kritischen Meldungen durch Einreichungsstopp

Die neuen Beschränkungen führten im Fall von Bynario dazu, dass eine spezifische Privilege-Escalation-Exploit-Kette in macOS Screen Sharing zunächst nicht gemeldet werden konnte. Diese unter der Kennung CVE-2026-43760 geführte Lücke hat einen geschätzten Wert von bis zu 200.000 US-Dollar. Apple befasst sich nach eigenen Angaben nun mit der Prüfung dieser Einreichungen.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit seiner Apple-Geräte befasst, sollte die neuesten Experten-Tipps zur Systempflege kennen. Apple-Chefredakteur Detlef Meyer verrät in seinem gratis PDF-Guide, welche Einstellungen Sie nach jedem Update sofort überprüfen sollten. Jetzt Gratis-Ratgeber für Apple-Nutzer herunterladen

Die Dynamik im Bereich der Systemsicherheit spiegelt sich auch in der Entwicklung der Betriebssysteme wider. So enthält macOS Tahoe 26.6 bereits zahlreiche Korrekturen für Fehler, die ursprünglich von KI-Tools entdeckt worden waren. Auch iOS 26.6 schließt fast 90 Sicherheitslücken, von denen einige unter Zuhilfenahme der KI-Modelle Claude und Codex identifiziert wurden.

Anpassungen im Bug-Bounty-Programm

Um den Anreiz für hochwertige Meldungen zu erhöhen, hatte Apple bereits im Oktober 2025 die maximale Prämie im Rahmen seines Bug-Bounty-Programms auf 2 Mio. US-Dollar angehoben, wobei durch zusätzliche Boni Beträge von über 5 Mio. US-Dollar erreicht werden können. Gleichzeitig wurden im Dezember 2025 die Belohnungen für bestimmte Kategorien wie TCC-Bypasses und Sandbox-Escapes reduziert, um die Ressourcen des Sicherheitsteams gezielter auf kritischere Bedrohungsszenarien zu lenken.