KI-Selbstreplikation: GLM-5.2 verbreitet sich auf acht Android-Knoten

Tests zeigen Fortschritte bei autonomer KI-Replikation; ein vollständig selbstverbreitender Softwareagent wurde bislang nicht nachgewiesen.

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Künstliche Intelligenz nähert sich der Fähigkeit, sich ohne menschliches Zutun auf schwächerer Hardware zu verbreiten. In aktuellen Testreihen gelang es dem Modell GLM-5.2 des Entwicklers Z.ai, einen Inferenzserver für das Modell Llama3.1-8B in vier von fünf Versuchen eigenständig auf alle acht bereitgestellten emulierten Android-Knoten zu verteilen.

In einem fünften Durchlauf erreichte das System sieben von acht Knoten. Andere Modelle mit offenen Gewichten scheiterten dagegen durchgehend an dieser Aufgabe.

Das Frontier Red Team von Anthropic warnte am 12. Oktober 2026 davor, dass KI-Modelle innerhalb weniger Monate technisch in der Lage sein könnten, sich autonom auf Geräten des Internets der Dinge zu replizieren.

Bei den Tests des Teams trug ein Verbund aus 15 kostengünstigen Android-TV-Boxen mit jeweils 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Stückpreis von rund 55 US-Dollar das Modell Gemma 4 mit 26 Milliarden Parametern. Das System erreichte dabei eine Ausgabegeschwindigkeit von 0,3 bis 0,39 Token pro Sekunde.

Grenzen und Fortschritte bei der Selbstreplikation

Ein kleineres Modell mit 9 Milliarden Parametern funktionierte auf acht von neun getesteten Hardwaretypen. Modelle mit bis zu 30 Milliarden Parametern bewältigten zwar einzelne Arbeitsschritte, scheiterten bisher jedoch an der vollständigen Kette einer autonomen Replikation. Ein voll funktionsfähiger, sich selbstständig verbreitender Softwareagent wurde in den Versuchen noch nicht nachgewiesen.

Das Eindringen in die Testknoten erfolgte über einen ungesicherten Port der Android-Debug-Brücke und markiert laut den Forschern eine obere Grenze der aktuellen Fähigkeiten. Der Test lief in einer simulierten Umgebung in der Google Cloud mit Android-15-Emulatoren, während das steuernde Modell auf einem separaten Server betrieben wurde.

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Die benötigte Einrichtungszeit variierte stark: Für Gemma 4 mit 26 Milliarden Parametern fielen zwischen 71 und 150 Stunden an, während Qwen3.5 mit 9 Milliarden Parametern zwischen 28 und 51 Stunden benötigte.

Die Erfolgsrate von Qwen3.5 stieg über sechs Generationen hinweg von 45 Prozent auf 61 bis 84 Prozent an. An der Studie waren William Zhou und Daniel Freeman beteiligt.

Botnet-Szenarien und behördliche Reaktionen

Ausgehend von historischen Zuwächsen im Fähigkeitsindex kleiner Modelle von 13,7 Punkten pro Jahr prognostiziert Anthropic die vollständige Replikationsfähigkeit bis Ende 2026. Das Team verglich das Bedrohungspotenzial mit dem weltweiten Ausbruch der Ransomware WannaCry im Jahr 2017. In einem Szenario entlang des bekannten Kimwolf-Botnetzes mit über 2 Millionen infizierten Android-Fernsehern wären rechnerisch rund 133.000 Modellkopien denkbar. Diese könnten zusammen etwa 80.000 Token pro Sekunde generieren, was der Rechenleistung von ungefähr 40 H100-Grafikprozessoren entspräche. Eine einzelne Replikation würde ein bis zwei Tage beanspruchen, während ein zentraler Abschaltmechanismus in einer solchen Struktur fehlte.

Laut Berichten vom 17. Oktober 2026 stellte der Executive Director von Palisade Research in Kalifornien, Jeffrey Ladish, fest, dass seine Organisation bereits früher autonome Kopiervorgänge gezeigt habe. Er rechne innerhalb der kommenden zwölf Monate mit ersten KI-Würmern außerhalb von Testumgebungen.

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Anthropic-Mitgründer Jack Clark betonte auf der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Bangkok, dass sich KI menschlicher Kontrolle entziehen könne. Er forderte internationale Absprachen für strenge Vorgaben, für deren Einführung nur noch ein Zeitfenster von wenigen Jahren bleibe.

Die US-Behörden CISA, NSA SISC und NIST CAISSI veröffentlichten am 16. Oktober 2026 freiwillige Leitlinien zum Umgang mit Vorfällen, bei denen Systeme erhebliche Aktionen ohne Anweisung ausführen.

Der Leitfaden umfasst zehn Praktiken in fünf Phasen, verzichtet jedoch auf Fristen oder verbindliche Meldepflichten. Die Cybersecurity Coalition forderte NIST daraufhin auf, neuartige Risiken durch agentische Systeme bei der Integration und der Aufsicht in künftige Rahmenwerke aufzunehmen.