KI-Sicherheit: 93% der CIOs warnen vor unkontrolliertem Code

OVHcloud, Thoughtworks und Retool präsentieren neue Plattformen zur Absicherung KI-gestützter Arbeitsabläufe in Unternehmen.

Mehrere Technologieanbieter haben heute neue Plattformen und Standards vorgestellt, die KI-gestützte Arbeitsabläufe absichern sollen. OVHcloud Labs, Thoughtworks und Retool präsentierten unabhängig voneinander Initiativen, die „agentische“ Künstliche Intelligenz in professionelle Umgebungen integrieren – bei gleichzeitiger Wahrung von Datensouveränität und Sicherheit.

OVHcloud Labs präsentiert verschlüsselten KI-Arbeitsplatz

OVHcloud Labs hat einen Vorgeschmack auf seinen kommenden OVHai Workspace gegeben. Die Plattform vereint klassische Kommunikationswerkzeuge wie E-Mail, Cloud-Speicher und Videokonferenzen mit agentischen KI-Funktionen. Besonders brisant: Der Anbieter bietet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der KI-Modelle lokal auf dem Gerät des Nutzers laufen – statt in der zentralen Cloud.

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Die neuen KI-gestützten Arbeitsabläufe bringen komplexe rechtliche Anforderungen mit sich, die viele Unternehmen noch nicht vollständig überblicken. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den notwendigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Der neue Arbeitsplatz richtet sich an die bestehende Kundschaft des Unternehmens, die rund 1,7 Millionen Kunden umfasst und etwa vier Millionen E-Mail-Konten verwaltet. Eine Beta-Version soll im November 2026 auf dem OVHcloud Summit starten.

Strengere Kontrollen für KI-Code und autonome Systeme

Mit der zunehmenden Integration von KI in Softwareentwicklung und Geschäftsprozesse bringen Firmen spezialisierte Governance-Werkzeuge auf den Markt. Thoughtworks hat Agent/works™ veröffentlicht – eine Plattform, die in Partnerschaft mit Databricks entstand. Sie überwacht und steuert Unternehmens-KI-Agenten über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg. Das System bietet eine einheitliche Kontrollebene und erzwingt Compliance-Prüfungen, bevor Agenten Aufgaben ausführen dürfen.

Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen unterstreichen aktuelle Branchendaten: Rund 42 Prozent des Codes werden mittlerweile KI-generiert. Doch etwa ein Viertel dieser Code-Beispiele enthält kritische Sicherheitslücken. Eine Umfrage von Retool unter 300 Technologieführern zeigt, dass 93 Prozent der CIOs, CTOs und CISOs das sogenannte „Vibe Coding“ als Risiko betrachten – also die Praxis, KI-generierte Apps ohne traditionelle Kontrollen in die Produktion zu bringen. 38 Prozent stufen es sogar als Top-Risiko ein.

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Parallel zur technologischen Absicherung müssen Unternehmen auch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz proaktiv adressieren. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Compliance-Anforderungen rechtzeitig erfüllen. Kostenlosen Report zur KI-Verordnung herunterladen

Retool reagiert mit einer neuen Plattform in Zusammenarbeit mit Snowflake. Der Dienst soll die Unternehmens-Governance auf alle KI-codierten Anwendungen ausweiten und ermöglicht das Erstellen und Ausliefern von Apps mit automatischer Überwachung.

Neue Standards für die KI-Agenten-Suche

Damit verschiedene KI-Systeme sicher miteinander kommunizieren können, hat Google einen neuen offenen Standard namens Agentic Resource Discovery (ARD) veröffentlicht. Der Standard ist unter der Apache-2.0-Lizenz verfügbar. Er erlaubt KI-Agenten, Werkzeuge über Organisationsgrenzen hinweg zu entdecken und zu verifizieren – mithilfe spezifischer Konfigurationsdateien auf der eigenen Domain des Unternehmens.

Google will diesen Standard in seiner Gemini Enterprise Agent Platform unterstützen. So können Agenten künftig eigenständig Register durchsuchen, um vertrauenswürdige Werkzeuge zu finden, zu prüfen und zu nutzen.

Sicherheitsanforderungen für Unternehmenskommunikation wachsen

Der Fokus auf hochsichere Zusammenarbeit kommt nicht von ungefähr. Unternehmen sehen sich zunehmendem regulatorischen Druck ausgesetzt – durch Rahmenwerke wie DSGVO, NIS2 und DORA. Ein neuer Käuferleitfaden von Wire stellt fest: Klassische Tools wie Slack und Microsoft Teams werden immer häufiger mit Plattformen verglichen, die auf Zero-Trust-Architektur und souveräne Bereitstellungsoptionen setzen. Ziel ist es, operationelle Risiken und „Schatten-IT“ zu minimieren.

Für die aktuelle Marktlandschaft 2026 haben Forscher mehrere Führungskräfte in der Unternehmenszusammenarbeit identifiziert:

  • Soziale und Team-Zusammenarbeit: Atlassian Confluence und Slack punkten mit Benutzerfreundlichkeit und Workflow-Integration. Microsoft Teams führt weiterhin bei Compliance und E-Discovery-Funktionen.
  • Sichere Infrastruktur: T-Systems hat seine Managed-Hybrid-Dienste für Citrix Cloud ausgebaut. Damit lassen sich bis zu 40.000 virtuelle Arbeitsplätze innerhalb von fünf Tagen bereitstellen.
  • Spezialisierte Sicherheit: Forrester hat Microsoft in seinem XDR-Bericht (Extended Detection and Response) für das zweite Quartal 2026 zum Marktführer gekürt. Hervorgehoben wird die Strategie des Unternehmens für adaptive Abwehr und Sicherheitsagenten.

Für Organisationen, die selbstgehostete Alternativen zu Mainstream-Plattformen suchen, bieten sich Tools wie BridgeApp, Rocket.Chat und die dezentrale Element/Matrix-Plattform an. Sie ermöglichen vollständige Datenkontrolle und die Einhaltung strenger Aufbewahrungsauflagen.