KI-Sicherheit: Inforcer sammelt 50 Millionen für Agenten-Schutz

Investoren pumpen Millionen in Start-ups, die autonome KI-Agenten absichern. Die Branche setzt auf spezialisierte Sicherheitsarchitekturen.

Milliardenschwere Investitionen und strategische Übernahmen prägen die Tech-Branche: Im Wettlauf um den Schutz autonomer KI-Agenten investieren Sicherheitsunternehmen massiv in neue Technologien.

Inforcer stärkt Managed-Security mit 50 Millionen Euro

Der Londoner Softwareanbieter Inforcer hat am heutigen Freitag eine Series-C-Finanzierung über 50 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Insight Partners, unterstützt durch Meritech Capital und Dawn Capital. Damit summiert sich das Gesamtkapital des Unternehmens innerhalb der letzten 18 Monate auf rund 110 Millionen Euro.

Das frische Kapital fließt in den Ausbau der Sicherheitsplattform, die Managed Service Provider (MSPs) bei der Absicherung von Microsoft 365 und Microsoft Copilot für kleine und mittlere Unternehmen unterstützt. Mitgründer und CEO Jamie Daum meldet ein beeindruckendes Wachstum: 300 Prozent im Jahresvergleich. Die Expansionspläne umfassen unter anderem die Erkennung von „Shadow AI“ – also nicht genehmigten KI-Anwendungen – sowie einen verstärkten Markteintritt in den USA. Branchenprognosen zufolge werden bis 2027 rund 65 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen auf Managed Services setzen. Der Grund liegt auf der Hand: KI-Tools werden eingeführt, doch das nötige Sicherheitspersonal fehlt.

Onyx Security: 640-Millionen-Bewertung für KI-Agenten-Kontrolle

Bereits am Donnerstag sorgte Onyx Security für Aufsehen: Das israelische Start-up sicherte sich 113 Millionen Euro in einer Series-B-Runde unter Führung von Bessemer Venture Partners. Die Bewertung des Unternehmens springt damit auf rund 640 Millionen Euro, die Gesamtfinanzierung erreicht 153 Millionen Euro.

Gegründet 2024 von Veteranen von Nvidia und der israelischen Armee, hat sich Onyx auf eine Steuerungsebene für autonome KI-Agenten spezialisiert. Die Technologie schützt nach Unternehmensangaben bereits mehr als 1,1 Millionen Agenten und überwacht 66 Millionen KI-Sitzungen. Auch der KI-Anbieter Anthropic nutzt die Plattform. Das neue Kapital soll die Sicherheitsfunktionen weiter ausbauen – mit dem Ziel, menschliche Kontrolle über autonome Systeme zu gewährleisten.

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Identitätsschutz als Schlüssel: Okta und Hush Security

Der Identitätsspezialist Okta hat am Donnerstag die Übernahme von Permiso Security für rund 200 Millionen Euro vereinbart. Die Bar-Transaktion soll im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen werden. Permiso, seit 2022 am Markt, analysiert über 2.500 Signale von mehr als 70 Partnern, um verdächtige Aktivitäten in Cloud-Umgebungen zu erkennen – einschließlich solcher, die von KI-Agenten ausgehen.

Parallel dazu hat Hush Security am heutigen Freitag 30 Millionen Euro in einer Series-A-Runde eingesammelt. Der strategische Investor Akamai beteiligt sich, insgesamt hat das Unternehmen nun 41 Millionen Euro erhalten. Hush spezialisiert sich auf die Verwaltung von KI-Agenten-Identitäten durch „Just-in-time“-Berechtigungen und zentrale Not-Aus-Schalter. Der IT-Dienstleister Kyndryl vertreibt und nutzt die Plattform bereits.

Spezialisierte Verteidigung: Neue Player im KI-Sicherheitsmarkt

Auch im Bereich Endpoint- und Netzwerksicherheit sprudeln die Investitionen. Bloom Security verließ am Donnerstag die Stealth-Phase mit 20 Millionen Euro Seed-Finanzierung unter Führung von Glilot Capital Partners. Das von ehemaligen Führungskräften von Palo Alto Networks gegründete Unternehmen sichert KI-Agenten, Browser-Erweiterungen und Plugins auf Endgeräte-Ebene ab.

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Weitere Entwicklungen der Woche:

  • Discern Security sammelte am Freitag 13 Millionen Euro in einer Series-A-Runde unter Führung von Forgepoint Capital ein. Die Plattform hilft Unternehmen, bestehende Sicherheitswerkzeuge besser zu nutzen – viele Kunden schöpfen weniger als 25 Prozent der Funktionen ihrer Software aus.
  • Acronis präsentierte am Freitag neue KI-native Funktionen für MSPs, darunter eine Cyber Console und das Open-Source-Projekt Constructor Fabric.
  • Driven Tech trat am Freitag dem Cyber-Verifikationsprogramm von Anthropic bei und nutzt das Claude-Modell für defensive Sicherheitsoperationen.

Die Häufung dieser Deals zeigt einen branchenweiten Wandel: Unternehmen verabschieden sich von traditionellen Verteidigungsmechanismen und setzen auf „KI-native“ Sicherheitsarchitekturen, die den spezifischen Schwachstellen autonomer Software-Agenten Rechnung tragen.