KI-Sicherheit: Kanada und Deutschland fördern LawZero mit 250 Millionen

Kanada und Deutschland unterstützen LawZero mit umfangreichen Mitteln für sichere KI-Forschung; deutsche Gelder benötigen noch EU-Genehmigung.

Kanada und Deutschland haben am 16. September 2026 auf der Branchenkonferenz ALL IN in Montréal eine gemeinsame finanzielle Unterstützung für die Forschungsorganisation LawZero bekannt gegeben.

Die beiden Staaten stellen erhebliche Mittel für die Erforschung und Entwicklung sicherer Basistechnologien im Bereich der Künstlichen Intelligenz bereit: Kanada beteiligt sich mit 150 Millionen CAD, während Deutschland 100 Millionen Euro beisteuert. Die gemeinsame Gesamtförderung beläuft sich auf bis zu 300 Millionen CAD, was etwa 216 Millionen US-Dollar entspricht.

Die offizielle Ankündigung erfolgte durch den kanadischen Minister Evan Solomon und den deutschen Minister Karsten Wildberger. Der kanadische Beitrag von 150 Millionen CAD, umgerechnet rund 108 Millionen US-Dollar, stammt aus dem Strategic Response Fund.

Die Gelder sind für Forschung, Ingenieurpersonal sowie für den Aufbau von Rechenkapazitäten vorgesehen. Die deutschen Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro, etwa 115 Millionen US-Dollar, stehen noch unter dem Vorbehalt der Notifizierung durch die Europäische Kommission.

Schutzmechanismen für Frontier-Modelle

LawZero ist eine in Montréal ansässige Non-Profit-Organisation für sichere, vertrauenswürdige und transparente Künstliche Intelligenz, die von Yoshua Bengio gegründet wurde und derzeit rund 30 Forschende beschäftigt.

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Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung von Scientist AI, einem zielunabhängigen, von Grund auf sicher konzipierten KI-Modell. Dieses System soll künftig als Kontrollinstanz und Schutzbarriere für andere KI-Systeme sowie für sogenannte Frontier-Modelle fungieren.

Im Zuge der Förderinitiative wird LawZero zudem einen neuen Standort in Berlin eröffnen. Nach Angaben der Beteiligten soll das Gesamtprojekt rund 360 Vollzeitstellen in Kanada schaffen. Darüber hinaus entsteht auf kanadischer Seite gemeinsam mit den Unternehmen Hypertec und 5C eine dedizierte, souveräne Recheninfrastruktur.

Internationale Kooperation und Sicherheitsstrategien

Minister Solomon ordnete die Bereitstellung der Mittel als Teil einer umfassenden staatlichen Strategie für eine verantwortungsvolle Entwicklung Künstlicher Intelligenz ein.

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Die neue Vereinbarung baut auf der gemeinsamen Erklärung zur Künstlichen Intelligenz vom Februar 2026 sowie auf der Sovereign Technology Alliance auf. Sie ergänzt zudem einen Betrag von 50 Millionen CAD, der im Juni 2026 im Rahmen der nationalen kanadischen KI-Strategie für das Canadian AI Safety Institute beschlossen worden war.

Die Initiative fällt in eine Phase intensiverer regulatorischer und sicherheitspolitischer Bestrebungen im Bereich fortschrittlicher Technologien. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach sich in diesem Kontext für die Schaffung eines weltweiten Gremiums zur Technologiestabilität aus.

Parallel dazu strebt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, die transatlantische Kooperation bei der Evaluierung von KI-Modellen und der Technologiesicherheit weiter zu vertiefen.

Die Notwendigkeit verbindlicher Standards wird auch in der Bevölkerung wahrgenommen: Erhebungen zufolge betrachtet die Hälfte der kanadischen Bürger Künstliche Intelligenz als potenzielle Bedrohung für die Menschheit.