Das US-amerikanische Unternehmen OpenAI hat offiziell seine Unterstützung für mehrere neue Gesetzesvorlagen im US-Kongress bekundet. Ziel dieser überparteilichen Initiativen ist es, die durch künstliche Intelligenz (KI) ausgehenden Risiken im Bereich der Biosicherheit einzudämmen und die Entwicklung sowie Verbreitung von biologischen Waffen und synthetischen Viren durch technologische Unterstützung zu verhindern.
Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, befürwortet OpenAI konkret drei Gesetzesentwürfe: den „Biological Data Network Act“ (auch als „Web of Biological Data Act“ bezeichnet), den „AI-Ready Bio-Data Standards Act“ und den „SCALE Biology Act“. Während die ersten beiden Vorlagen bereits sowohl im US-Repräsentantenhaus als auch im Senat vorliegen, wird der „SCALE Biology Act“ derzeit ausschließlich im Repräsentantenhaus geführt.
Fokus auf Datenstandards und nationale Sicherheit
Ein zentraler Bestandteil der Initiativen ist die Erweiterung der Befugnisse des National Institute of Standards and Technology (NIST) im Bereich der Biosicherheit. Die vorgesehenen Regelungen umfassen die Schaffung eines Rahmens zur Messung biologischer Daten sowie die Etablierung einer zentralen Ressource über das US-Energieministerium.
Richard Johnson, der das Team für die Minderung nationaler Sicherheitsrisiken bei OpenAI leitet, unterstrich in diesem Zusammenhang die Relevanz von klaren Datenstrukturen und Standards. Die Unterstützung dieser Maßnahmen solle sicherstellen, dass die rasanten Fortschritte in der KI-Entwicklung nicht missbräuchlich für die Erstellung biologischer Gefahrenstoffe genutzt werden können.
Föderale Prüfungspflichten durch den FRONTIER Act
Zusätzlich zu den biospezifischen Gesetzen signalisierte OpenAI Unterstützung für Kernbestimmungen des sogenannten FRONTIER Act. Dieser überparteiliche Vorschlag, der von den Abgeordneten Jay Obernolte und Lori Trahan eingebracht wurde, sieht erstmals ein föderales Mandat vor, das führende KI-Entwickler zur Zusammenarbeit mit unabhängigen Sicherheitsprüfern, sogenannten Independent Verification Organizations (IVOs), verpflichtet.
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Chris Lehane, Chief Global Affairs Officer bei OpenAI, bestätigte die Unterstützung dieser Prüfungsanforderungen im Rahmen eines Treffens in Washington. Demnach müssten die größten Entwickler ihre großen Sprachmodelle (LLMs) externen Audits unterziehen, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu identifizieren.
Differenzierung nach Unternehmensgröße und Kapitalaufwand
Der FRONTIER Act sieht eine Klassifizierung von KI-Unternehmen anhand ihrer wirtschaftlichen Kennzahlen vor, wobei Startups explizit von den strengsten Auflagen ausgenommen sind:
- Sehr große Frontier-Entwickler: Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 5 Mrd. USD und Entwicklungskosten von mindestens 10 Mrd. USD über einen Zeitraum von drei Jahren. Diese Akteure müssten einen lizenzierten unabhängigen Prüfer beauftragen und alle sechs Monate einen Bericht an das US-Handelsministerium übermitteln.
- Große Frontier-Entwickler: Unternehmen mit mehr als 50 Mio. USD Umsatz und mindestens 1 Mrd. USD Entwicklungskosten. Diese Gruppe ist verpflichtet, ein Sicherheitsframework zu etablieren und einen Auditor vorzuhalten.
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Die geplanten Regelungen räumen dem US-Handelsminister zudem Notfallbefugnisse ein. Diese beinhalten die Kompetenz, den Betrieb oder die Veröffentlichung von Modellen zu suspendieren, sollten schwerwiegende Sicherheitsbedenken bestehen.
Mit der Befürwortung dieser regulatorischen Schritte positioniert sich OpenAI für eine engere staatliche Aufsicht bei der Entwicklung hocheffizienter KI-Systeme, um potenzielle globale Sicherheitsrisiken proaktiv zu adressieren.

