KI-Sicherheit: SailPoint bringt Claude-Enterprise-Connector auf den Markt

SailPoint führt neue Tools zur Überwachung von KI-Agenten ein, inklusive Claude-Integration und Agentic Fabric zur Risikominimierung.

Der Identitätssicherheits-Spezialist SailPoint hat heute eine umfassende Erweiterung seiner Governance-Funktionen vorgestellt. Im Zentrum stehen neue Werkzeuge zur Überwachung und Steuerung von KI-Agenten sowie deren Risiken.

Integration mit Anthropic Claude Enterprise

SailPoint bringt einen speziellen Connector für die Claude Enterprise Compliance API von Anthropic auf den Markt. Unternehmen können damit Nutzer, Gruppen und Rollen innerhalb der Claude-Plattform zentral verwalten. Die Lösung ermöglicht eine Echtzeit-Analyse des Zugriffsverhaltens – sowohl von Menschen als auch von KI-Agenten.

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„Kunden können den Zugang zu KI-Plattformen jetzt mit derselben Sorgfalt kontrollieren wie bei kritischen Geschäftsanwendungen“, erklärt SailPoint-CTO Chandra Nanasambandam.

Der Schritt folgt auf die Einführung der Compliance-API durch Anthropic am 21. Mai 2026. Damals startete das Unternehmen mit 28 Partnern, darunter Okta, Microsoft Purview und CrowdStrike. Die API liefert Gesprächsprotokolle und Aktivitätsdaten in Echtzeit an bestehende Sicherheitstools. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Claude-Cowork-Workloads werden noch nicht abgedeckt.

Agentic Fabric: Die KI-Agenten-Landkarte

Mit „Agentic Fabric“ stellt SailPoint ein System vor, das ein umfassendes Inventar aller KI-Agenten und anderer nicht-menschlicher Identitäten erstellt. Das Tool kartiert die Beziehungen zwischen den Agenten, den verarbeiteten Daten und ihren menschlichen Besitzern.

Die Fabric-Lösung setzt Zugriffskontrollen in Echtzeit durch und verfügt über eine integrierte Bedrohungserkennung. SailPoint bietet zwei Service-Stufen an:

  • Agentic Business: Fokussiert auf das Prinzip der geringsten Privilegien für KI-Entitäten
  • Agentic Business Plus: Bietet zusätzlich Zero-Standing-Privilege-Kontrollen

Unternehmen können derzeit eine kostenlose Version des Erkennungstools nutzen, um vorhandene KI-Agenten in ihren Netzwerken zu identifizieren.

Branche rüstet auf

SailPoints Ankündigung fällt in eine Phase intensiver Aktivität in der Sicherheitsbranche. Auch Ping Identity hat heute neue Werkzeuge zur Verwaltung von KI-Agenten vorgestellt. CEO Andre Durand sieht einen grundlegenden Wandel: Identitätsmanagement entwickle sich von einer simplen Authentifizierungsinfrastruktur hin zu einem umfassenden operativen Governance-Rahmenwerk.

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Bereits gestern haben mehrere Unternehmen ähnliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt:

  • Zscaler startete „Project AI-Guardian“ – eine Zusammenarbeit mit Systemintegratoren wie Infosys und HCLTech zur Bekämpfung von „Shadow AI“-Risiken
  • Nudge Security präsentierte eine browserbasierte Methode zur Erkennung von KI-Agenten auf Plattformen ohne öffentliche APIs, etwa Atlassian Rovo und ChatGPT Workspace
  • PlainID erweiterte seine Autorisierungsunterstützung für KI-Plattformen wie AWS AgentCore und Microsoft Foundry

Regulatorischer Druck als Treiber

Der Branchenvorstoß für strengere KI-Überwachung kommt nicht von ungefähr. Der regulatorische Druck wächst: Der EU AI Act sieht bei Verstößen Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des globalen Jahresumsatzes vor. Für Unternehmen wird die Transparenz, die diese neuen Integrationswerkzeuge bieten, damit zur existenziellen Notwendigkeit.