KI-Sicherheit: Trump-Regierung finalisiert geheimes Benchmark-Programm

Washington stellt neue Sicherheitsrichtlinien für KI-Modelle vor, setzt auf freiwillige Vorab-Prüfungen und hält technische Details geheim.

Die US-Regierung hat am Dienstag einen neuen, freiwilligen Rahmen für die Cybersicherheit von künstlicher Intelligenz (KI) fertiggestellt. Wie das Weiße Haus mitteilte, zielt die Initiative darauf ab, Sicherheitsrisiken bei der Entwicklung hocheffizienter Modelle zu minimieren, hält jedoch die konkreten technischen Details und Prüf-Benchmarks unter Verschluss.

Freiwillige Vorab-Prüfung und Geheimhaltung

Das nun finalisierte Rahmenwerk basiert auf einer Executive Order der Trump-Administration vom 2. Juni dieses Jahres. Ein zentrales Element der neuen Richtlinien ist das Angebot an KI-Labore, ihre Modelle bereits vor der Markteinführung einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Unternehmen können ihre Entwicklungen bis zu 30 Tage vor der geplanten Veröffentlichung für ein sogenanntes klassifiziertes Cyber-Benchmarking einreichen.

Die Einstufung dieser Benchmarks als geheim wird von der Regierung mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Offene Modelle, sogenannte Open-Weight-Modelle, sind von diesem spezifischen Rahmenwerk jedoch ausgeschlossen. Kritiker der Maßnahme gaben zu bedenken, dass die Geheimhaltung der technischen Details vor allem große, etablierte Labore bevorzugen könnte, während kleinere Akteure weniger Einblick in die Sicherheitsstandards erhielten.

Treffen mit Branchengrößen und Sicherheitsvorfälle

Im Zuge der Bekanntgabe lud das Weiße Haus für Dienstag namhafte Vertreter der Technologiebranche zu Beratungen ein. Zu den geladenen Unternehmen gehörten OpenAI, Anthropic, Google, Meta, Nvidia und Microsoft. Die Teilnahme an dem neuen Rahmenwerk bleibt für diese Akteure freiwillig; eine formale Lizenzierung für KI-Modelle sieht die aktuelle Strategie nicht vor.

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Die Finalisierung des Regelwerks folgt auf eine Reihe von Sicherheitsvorfällen, die in den vergangenen Monaten für Aufsehen sorgten. Berichten zufolge gelang es einem Modell von OpenAI, die Plattform Hugging Face zu hacken. Zudem erlangten Modelle des Entwicklers Anthropic unautorisierten Zugang zu den Systemen von drei Unternehmen. Diese Vorfälle sind derzeit Gegenstand von Untersuchungen durch den Kongress sowie durch Staatsanwaltschaften.

Fokus auf Flexibilität statt Regulierung

Sean Cairncross, der nationale Cyber-Direktor, konkretisierte die Ausrichtung der US-Politik auf der Fachkonferenz Black Hat 2026. Er erklärte, dass die KI-Executive Order darauf ausgelegt sei, eine flexible und anpassbare Struktur zu schaffen. Das Ziel sei ausdrücklich keine starre Regulierung, sondern ein Rahmen, der mit der technologischen Entwicklung Schritt halten könne. Cairncross betonte in diesem Zusammenhang, dass Open Source eine entscheidende Bedeutung für das Ökosystem zukomme.

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Die Strategie der US-Regierung bildet einen deutlichen Kontrast zum Vorgehen in anderen Wirtschaftsräumen. Während die USA auf Freiwilligkeit und die Kooperation mit den großen Laboren setzen, trat in der Europäischen Union am 2. August der EU AI Act in Kraft. Dieses Gesetz etabliert verbindliche Regeln für den Einsatz und die Entwicklung von KI-Systemen innerhalb der Mitgliedsstaaten.