KI-Speicher: Lagerbestände unter zehn Tage bei Samsung/SK Hynix

Sinkende Chipvorräte und steigender HBM4-Bedarf prägen den Speichermarkt. KB Securities erwartet 2027 einen deutlichen Nachfrageüberhang.

Die Lagerbestände von Speicherchips bei Samsung Electronics und SK Hynix sind einem Bericht von KB Securities zufolge im dritten Quartal 2026 auf unter zehn Tage gefallen. Das südkoreanische Analysehaus verweist auf einen zentralen Grund für die Verknappung: Die Produktion von HBM4-Speicher, der für KI-Beschleuniger benötigt wird, verbraucht demnach dreimal so viel Wafer-Kapazität wie herkömmlicher DRAM.

KI-Investitionen treiben Nachfrage

Laut KB Securities dürften die Investitionen großer Cloud-Anbieter in KI-Infrastruktur bis 2027 auf 1,3 Billionen US-Dollar steigen – ein Plus von 60 Prozent im Jahresvergleich. Der Speicheranteil an diesen Investitionen soll dabei von 14 Prozent im Jahr 2025 auf 40 Prozent 2026 und weiter auf 57 Prozent 2027 zulegen.

Die Analysten rechnen zudem damit, dass das Nachfragewachstum bei DRAM und NAND das Angebot im Jahr 2027 um mehr als zehn Prozentpunkte übersteigen wird – nach Einschätzung von KB Securities steuere der Markt damit auf eine beispiellose Angebotsverknappung zu. Als Treiber nennt das Analysehaus insbesondere den Bedarf an HBM-Speicher, Server-DRAM und Enterprise-SSDs für den Ausbau von KI-Infrastruktur.

Starkes Umsatzwachstum im zweiten Quartal

Zahlen des Marktforschers TrendForce zeigen bereits im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Belebung des DRAM-Marktes. Der weltweite DRAM-Umsatz stieg demnach auf 154,73 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 59,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Samsung erzielte dabei 60,98 Milliarden US-Dollar (plus 63,4 Prozent) und kam auf einen Marktanteil von 39,4 Prozent – ein Anstieg von zuvor 38,5 Prozent.

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SK Hynix verbuchte 38,59 Milliarden US-Dollar (plus 37,9 Prozent), der Marktanteil sank jedoch von 28,8 auf 24,9 Prozent. Der US-Konkurrent Micron kam auf 36,0 Milliarden US-Dollar (plus 65,5 Prozent) und baute seinen Anteil von 22,4 auf 23,3 Prozent aus. Samsung bleibt damit laut TrendForce weiterhin Marktführer im globalen DRAM-Geschäft.

Aktienkurse trotz niedriger Bewertung unter Druck

Trotz der angespannten Angebotslage und der starken Nachfrage notierten die Aktien von Samsung und SK Hynix laut KB Securities zuletzt 38 Prozent unter ihrem Hoch, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund dem Dreifachen. An der Börse in Seoul zeigte sich am 7. September dennoch eine deutliche Erholung: Die Samsung-Aktie legte zwischen 3,91 und 5,7 Prozent zu, die Aktie von SK Hynix stieg zwischen 5,59 und 8,3 Prozent.

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Einordnung

Die von KB Securities beschriebene Kombination aus schrumpfenden Lagerbeständen, steigendem Wafer-Verbrauch für HBM4-Produktion und wachsenden KI-Investitionen der Hyperscaler deutet auf eine strukturelle Verknappung im Speichermarkt hin, die über kurzfristige Nachfrageschwankungen hinausgeht.

Sollten sich die Prognosen des Analysehauses zum Nachfrageüberhang im Jahr 2027 bestätigen, dürfte sich der Preisdruck bei DRAM- und NAND-Produkten für Abnehmer aus der Server- und KI-Branche in den kommenden Jahren weiter verschärfen.