KI-Strategie: Deutschland peilt Platz 3 oder 4 weltweit an

Deutschland strebt Platz drei oder vier im globalen KI-Ranking an. Die USA und China führen, Europa will mit KI-Gigafactories aufholen.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat im Rahmen der Kabinettsklausur in Neuhardenberg eine klare Zielsetzung für die technologische Entwicklung in Deutschland formuliert. Er erklärte am Dienstag, dass das Land als Zwischenziel den dritten oder vierten Platz im weltweiten Vergleich der Künstlichen Intelligenz (KI) anstreben müsse.

Wildberger räumte ein, dass die USA und China derzeit eine führende Position einnehmen, betonte jedoch, dass insbesondere China zuletzt mit vergleichsweise geringeren Ressourcen erheblich aufgeholt habe.

Strategische Schwerpunkte und europäische Kooperation

Während Deutschland nach Einschätzung des Digitalministers im Bereich der industriellen KI bereits eine starke Position einnimmt, hinke Europa bei der Entwicklung von Basismodellen hinterher. Um diesen technologischen Rückstand zu verringern, setze die Europäische Union auf den Aufbau sogenannter KI-Gigafactories.

Unterstützung für diesen Kurs signalisierten prominente Vertreter der Wirtschaft: Siemens-Chef Roland Busch und Aidan Gomez, CEO des KI-Unternehmens Cohere, drängten als Gäste der Klausurtagung auf eine forcierte Aufholjagd, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Notwendigkeit für Investitionen wird durch aktuelle Wirtschaftsdaten untermauert. Berechnungen von Oxford Economics und der Financial Times verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen den Wirtschaftsräumen. Während die US-Geschäftsinvestitionen im Zeitraum von 2021 bis Ende 2027 real um 40 Prozent wachsen sollen, wird für die Eurozone lediglich ein Zuwachs von 12 Prozent erwartet.

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Für Deutschland wird prognostiziert, dass die Investitionen in diesem Zeitraum nahezu unverändert bleiben. Auch bei der Produktivität zeigen sich deutliche Unterschiede: Das Bruttoinlandsprodukt pro Arbeitsstunde stieg zwischen 2018 und 2025 in den USA um 14 US-Dollar, während in Europa lediglich ein Plus von 2 US-Dollar verzeichnet wurde.

Politischer Rahmen und regionale Initiativen

Die zweitägige Kabinettsklausur am 24. und 25. August 2026 diente primär der Abstimmung über Themen wie Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit, wobei laut Regierungsangaben keine unmittelbaren Beschlüsse geplant waren. Das Treffen fand in einer Phase personeller Neuordnung statt: Nina Warken übernimmt die Leitung des Kanzleramts, Carsten Linnemann das Gesundheitsministerium und Steffen Bilger das Verkehrsressort.

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Flankierend zu den Ambitionen auf Bundesebene hat die CDU-Landtagsfraktion im Saarland die Landesregierung aufgefordert, sich für Saarbrücken als Sitz des geplanten nationalen KI-Sicherheitsinstituts einzusetzen.

Als Standortvorteile werden die Universität des Saarlandes, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit angeführt.

Auch die Präsenz von zwei Max-Planck-Instituten sowie Standorten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundesnetzagentur unterstreichen nach Ansicht der Fraktion die Eignung der Region als Kompetenzzentrum für die künftige KI-Strategie.