KI-Strategie: Südkorea verdreifacht Budget auf 10 Billionen Won

Südkorea erleichtert geprüfte Datennutzung für KI, beschleunigt die Datenfreigabe und plant 2026 ein Budget von 10 Billionen Won.

Die südkoreanische Nationalversammlung hat eine Novelle des Personal Information Protection Act (PIPA) verabschiedet, die den gesetzlichen Rahmen für die Entwicklung künstlicher Intelligenz grundlegend erweitert.

Die Neuregelung gestattet es KI-Entwicklern künftig, begrenzte personenbezogene Daten zu nutzen, sofern diese zuvor eine Prüfung durch die nationale Datenschutzkommission durchlaufen haben. Die Gesetzesreform wird durch eine umfassende personelle Neuausrichtung der Regierung und signifikante Investitionen in die Dateninfrastruktur begleitet.

Strategische Neubesetzungen im Präsidialamt

Im Zuge einer Kabinettsumbildung hat Präsident Lee Jae-myung den Abgeordneten Lee Hae-min zum neuen Senior Secretary for AI Future Planning ernannt. Lee Hae-min, der für diese Position von seinem Parlamentssitz zurücktritt, verfügt über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung bei Google in Korea sowie in der US-Zentrale und war zuvor als Produktchef (CPO) bei OpenSurvey tätig. Er gilt als treibende Kraft hinter dem bereits im Mai 2026 verabschiedeten AI Data Center Special Act, der im März nächsten Jahres in Kraft treten soll. Seinen bisherigen Sitz im Parlament wird voraussichtlich Kim Hyung-yeon übernehmen.

Die personelle Umstrukturierung markiert die zweite Phase der nationalen KI-Strategie. In diesem Zusammenhang wurde Ha Jung-woo, der bisherige Senior-Sekretär für KI, zum Vizepräsidenten der National AI Strategy Commission ernannt. Gemeinsam mit Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon bilden Lee Hae-min und Ha Jung-woo eine Führungsriege, die vollständig aus der IT-Branche rekrutiert wurde.

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Parallel dazu nominierte das Präsidialamt sechs neue Ministerkandidaten, darunter Lee Hyung-il als Wirtschafts-Vizepremier und Lee So-young als Mittelstandsministerin.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Nominierung von Yong Hye-in für das Ministerium für Gleichstellung und Familie; mit 36 Jahren ist sie die jüngste Kandidatin im neuen Kabinett. Das Präsidialamt betonte, dass trotz der personellen Wechsel die Kontinuität in der Wirtschafts- und Immobilienpolitik gewahrt bleibe.

Beschleunigter Ausbau der Dateninfrastruktur

Flankierend zur Gesetzgebung treibt die Regierung die Verfügbarkeit von Trainingsdaten voran. Unter dem Vorsitz von Premierminister Han Sung-sook wurde beschlossen, die Öffnung von 100 hochwertigen öffentlichen Datensätzen auf das Jahr 2027 vorzuziehen. Ursprünglich war dieser Schritt erst für 2028 geplant.

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Die Freigabe erfolgt gestaffelt: Nach 10 Datensätzen im Jahr 2025 sollen im kommenden Jahr 25 und schließlich 65 weitere Datensätze im Jahr 2027 folgen. Zudem werden 37 öffentliche Werke in den Typ „Public-Nuri AI“ überführt, was privaten Unternehmen das Training ihrer Modelle mit diesen Inhalten erlaubt.

Das Ministerium für Wissenschaft und ICT hat bereits 29 KI-Trainingsdatensätze auf der Plattform AI-Hub zugänglich gemacht. Diese umfassen etwa 35,44 Millionen Datensätze mit rund 1,56 Billionen Tokens. Erstellt wurden diese Daten von Konsortien unter der Leitung von Unternehmen wie Naver Cloud, LG AI Research Institute und SK Telecom, finanziert durch ein Budget von 15 Milliarden Won aus dem Jahr 2025.

Massive Budgetsteigerung und neue Anwendungen

Für das Jahr 2026 plant die Regierung KI-Ausgaben in Höhe von 10 Billionen Won, was umgerechnet 7,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Dies stellt eine Verdreifachung des Budgets im Vergleich zum Vorjahr dar. Ein Teil dieser Mittel fließt in das Programm „AI for All“, das im September 2026 in einen Beta-Test startet.

Drei Unternehmenskonsortien, angeführt von Telekommunikationsanbietern und Kakao, werden dabei kostenlose generative KI-Dienste ohne Token-Limits anbieten. Die Regierung stellt hierfür unter anderem bis zu 512 Nvidia-B200-Chips zur Verfügung.

Auch im Bereich der inneren Sicherheit findet die Technologie Anwendung. Die Polizeibehörde hat nach vierjähriger Entwicklungszeit eine KI-basierte Analyse-Lösung für Ermittlungen fertiggestellt. Das System soll ab Ende August landesweit eingesetzt werden, um die Effizienz bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität, insbesondere in den Bereichen Finanzbetrug, Drogenhandel und Voice-Phishing, zu steigern.