KI-Studie: Keine Massenarbeitslosigkeit, aber Job-Profile wandeln sich

Eine Studie des IfW Kiel zeigt, dass KI die Gesamtbeschäftigung nicht reduziert, aber die Arbeitsinhalte grundlegend verändert und den Qualifizierungsdruck massiv erhöht.

Die Angst vor Massenarbeitslosigkeit durch Künstliche Intelligenz ist laut einer neuen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) unbegründet. Die Analyse zeigt jedoch einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt, der den Druck auf Arbeitnehmer, sich weiterzubilden, massiv erhöht.

Die am 26. Januar 2026 veröffentlichte Studie „Who is afraid of AI? Who should be?“ kommt zu einem beruhigenden, aber fordernden Ergebnis: KI reduziert nicht die Gesamtbeschäftigung, verändert aber fundamental, welche Aufgaben in einem Job erledigt werden. Die Forscher aus Dänemark, Portugal, Schweden und Deutschland werteten anonymisierte Arbeitsmarktdaten von 2010 bis 2023 aus. Ihr Fazit: Unternehmen, die KI einführen, stellen häufiger hochqualifizierte Fachkräfte ein, statt Personal abzubauen.

Die große Transformation der Tätigkeiten

Die Gesamtzahl der Jobs blieb unter dem Einfluss von KI stabil. Doch innerhalb der Unternehmen findet eine dramatische Umschichtung statt. Routinetätigkeiten, besonders im administrativen Bereich, werden automatisiert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Rollen, die komplexe Problemlösung und den Umgang mit digitalen Werkzeugen erfordern.

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„Die Vorstellung, Maschinen ersetzen Menschen, ist zu simpel“, so die Experten. Stattdessen ergänzt KI die menschliche Arbeit bei anspruchsvollen Aufgaben und erhöht so den Wert qualifizierter Mitarbeiter. Die Kehrseite: Der Qualifizierungsdruck wächst rasant. Wer nicht mitlernt, droht abgehängt zu werden.

Sprache schafft Jobs, Bilderkennung gefährdet sie

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass nicht jede KI-Technologie gleich wirkt. Die Forscher unterschieden neun Teilgebiete mit teils gegensätzlichen Effekten.

Sprachmodelle und Spracherkennung haben einen eindeutig positiven Effekt auf die Beschäftigung. Fortschrittliche Tools wie große Sprachmodelle (LLMs) schaffen neue Aufgaben und Rollen. Sie erhöhen die Nachfrage nach Mitarbeitern, die diese Systeme managen, verfeinern und kreativ anwenden können.

Anders sieht es bei Bilderkennung und Übersetzung aus. Diese Technologien üben einen negativen Druck auf bestimmte Sektoren aus, insbesondere auf Büro- und Verwaltungsberufe. Werden Softwarelösungen besser im Verarbeiten visueller Daten oder im Übersetzen von Text, sinkt der Bedarf an menschlicher Arbeit für genau diese Routineaufgaben. Administrative Jobs sind damit aktuell am verwundbarsten – nicht durch eine generelle „KI“, sondern durch spezifische, aufgabenorientierte Algorithmen.

Stabile Beschäftigung, turbulente Karrieren

Die Daten aus den drei sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften Dänemark, Portugal und Schweden zeigen ein konsistentes Muster: KI führt nicht zu schrumpfenden Belegschaften, sondern zu einer internen Restrukturierung. Der Anteil der Mitarbeiter mit repetitiven Aufgaben sinkt, der Anteil für kognitive, nicht-routinemäßige Tätigkeiten steigt.

Doch die Stabilität der Kopfzahlen tarnt eine turbulente Realität für den Einzelnen. Die Einstiegshürden für viele Positionen steigen. „KI-Kompetenz“ – die Fähigkeit, mit intelligenten Systemen zusammenzuarbeiten und sie zu überwachen – wird zur Grundvoraussetzung in immer mehr Berufen.

Für Bildungsträger und Politik bedeutet dies eine enorme Herausforderung. Das statische Bild eines „Jobs“ löst sich auf. An seine Stelle tritt ein dynamisches Bündel sich ständig wandelnder Aufgaben. Die primäre Aufgabe der Politik ist laut Studie nicht mehr, Massenentlassungen zu verhindern, sondern einen gewaltigen Kompetenzwandel zu ermöglichen.

Ausblick: Das Zeitalter der Erweiterung

Die Integration von KI wird sich vertiefen und die beobachteten Trends beschleunigen. Besonders in den Bereichen Entscheidungsunterstützung und strategische Planung – wo die Studie die schnellsten technischen Fortschritte verzeichnet – könnten Manager-Rollen bald einen ähnlichen Wandel durchlaufen wie heute administrative Jobs.

Die nächsten Jahre werden von „Augmentations-Strategien“ geprägt sein: Unternehmen rüsten ihre bestehende Belegschaft mit KI-Tools aus, um die Produktivität zu steigern, anstatt sie zu ersetzen. Ob dieses optimistische Szenario eintritt, hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit von Weiterbildung und der Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmer ab.

Die Botschaft der IfW-Kiel-Studie für 2026 ist klar: Die drohende Krise ist keine der Arbeitsplatzmenge, sondern der Qualität und Anpassungsfähigkeit. Investitionen in Humankapital, nicht protektionistische Maßnahmen gegen Technologie, scheinen der einzig gangbare Weg in einer KI-getriebenen Wirtschaft zu sein.

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