Google hat seine KI-gestützte Suche um eine wichtige Funktion erweitert: Nutzer können künftig bevorzugte Quellen festlegen. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Glaubwürdigkeit von KI-Inhalten zunehmend in Frage steht.
Seit Ende Mai 2026 können Anwender bestimmte Websites und Publisher priorisieren, die dann in den KI-generierten Suchergebnissen besonders hervorgehoben werden. Die Funktion „Preferred Sources“ steht nun auch für die KI-Übersichten und den KI-Modus zur Verfügung. Das bestätigte der Suchmaschinenriese in der vergangenen Woche.
So funktioniert die neue Quellen-Auswahl
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Nutzer können einzelne Websites per Namen oder URL zu ihren Präferenzen hinzufügen. Google kennzeichnet diese ausgewählten Quellen dann mit einem speziellen Badge in den Suchergebnissen. Die Folge: Anwender klicken doppelt so häufig auf diese Links wie auf Standard-Ergebnisse.
Bereits jetzt haben Nutzer weltweit mehr als 345.000 einzelne Quellen ausgewählt. Die Funktion gilt für Domains und Subdomains, nicht jedoch für einzelne Unterverzeichnisse. Der Schritt folgt auf das größte Update von Google Search seit 25 Jahren – die KI-Suchanfragen haben sich seitdem jedes Quartal verdoppelt.
Dramatische Verluste für kleinere Verlage
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Suche verändert die Traffic-Ströme für digitale Publisher grundlegend. Eine Analyse von Chartbeat aus dem Frühjahr 2026 zeigt ein düsteres Bild: Kleinere Verlage haben innerhalb von zwei Jahren rund 60 Prozent ihres Suchverkehrs eingebüßt. Mittelgroße Anbieter verloren 47 Prozent, während große, etablierte Häuser ein Minus von 22 Prozent verkraften mussten.
Eine Studie von Peec AI aus dem April 2026 belegt zudem die Dominanz der KI-Übersichten. Sie erscheinen bei 87 Prozent von rund 500.000 untersuchten kommerziellen Suchanfragen. Befinden sich Nutzer in der Kaufentscheidungsphase, steigt die Quote auf 88,5 Prozent. Besonders lange Suchanfragen mit elf bis 15 Wörtern lösen in 89 Prozent der Fälle KI-Übersichten aus. Weltweit liegt die Rate bei über 90 Prozent – in der EU ist sie mit 76 Prozent deutlich niedriger.
Glaubwürdigkeitskrise und halluzinierte Fakten
Die rasante Verbreitung von KI-Inhalten ruft zunehmend Kritiker auf den Plan. Indiens Kommunikationsminister Jyotiraditya Scindia warnte am Sonntag bei einer Veranstaltung in Neu-Delhi vor einer „Glaubwürdigkeitskrise“. Deepfakes und KI-generierte Inhalte machten es für Bürger immer schwieriger, zwischen traditionellen Nachrichten und modernen Informationssystemen die Wahrheit zu finden.
Technische Audits untermauern diese Bedenken. Eine Analyse von 2,5 Millionen biomedizinischen Fachartikeln aus dem Zeitraum Januar 2023 bis Februar 2026 ergab einen zwölffachen Anstieg erfundener Referenzen. Anfang 2026 lag die Rate „halluzinierter“ Zitate bei 57 pro 10.000 Veröffentlichungen. Unabhängige Prüfungen von KI-Zusammenfassungen zeigten: Rund sieben Prozent der Behauptungen waren nicht durch Quellen gedeckt, 2,7 Prozent enthielten widersprüchliche Informationen.
Peinliche Pannen bleiben nicht aus. Erst im Mai 2026 sorgte ChatGPT für Aufsehen, als der Chatbot fälschlicherweise behauptete, eine prominente politische Persönlichkeit lebe noch – obwohl deren angebliche Ermordung im September 2025 gemeldet worden war.
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Flucht in die KI-freie Suche
Während die großen Suchmaschinen immer tiefer in die KI-Welt eintauchen, suchen manche Nutzer bewusst den Ausweg. DuckDuckGo verzeichnete nach den großen Branchenankündigungen im Mai 2026 einen deutlichen Anstieg der Installationen. In der Woche bis zum 26. Mai stiegen die Installationen in den USA um 21 Prozent.
Besonders gefragt war die datenschutzorientierte Suchmaschine auf mobilen Geräten: iOS-Installationen legten um 33 Prozent zu. Der Traffic auf DuckDuckGos spezieller „Keine KI“-Suchseite hat sich seit dem Frühjahr 2026 verdreifacht – ein klares Zeichen, dass ein wachsender Marktteilnehmer Suchergebnisse ohne automatisierte Zusammenfassungen bevorzugt.
