KI-Tools verändern den Job von Datenbank-Experten grundlegend

Unternehmen wie e& setzen auf KI-gesteuerte Cloud-Plattformen, während Databricks autonome Analyse-Tools einführt. Dies wandelt die Aufgabe des Datenbankadministrators vom Techniker zum strategischen Datenarchitekten.

Der lang erwartete Wandel der Rolle des Datenbankadministrators (DBA) ist in vollem Gange. Zwei aktuelle Ankündigungen unterstreichen diese Entwicklung: Der globale Technologiekonzern e& setzt auf Oracles KI-gesteuerte Cloud-Plattform, um seine internen Abläufe zu modernisieren. Parallel dazu erweitert das Daten- und KI-Unternehmen Databricks seine Plattform um neue, autonome KI-Funktionen. Diese Schritte zeigen, dass künstliche Intelligenz nun komplexe Managementaufgaben übernimmt und die Verantwortlichkeiten von Datenprofis neu definiert.

Unternehmen setzen auf KI-gesteuerte Plattformen

Die Ankündigungen dieser Woche verdeutlichen einen doppelten Trend zur Automatisierung. Große Unternehmen integrieren KI aktiv in ihre Kernprozesse, während Technologieanbieter fortschrittliche Tools entwickeln, die das Datenmanagement vereinfachen. Dies verändert die tägliche Arbeit von Datenbankadministratoren fundamental.

Ein deutliches Signal sendete die e&-Gruppe. Am 12. Februar gab das Unternehmen bekannt, Oracle Fusion Cloud Human Capital Management (HCM) für seine 10.000 Mitarbeiter einzusetzen. Die auf Oracle Cloud Infrastructure laufende Plattform nutzt generative KI und KI-Agenten in Personalprozessen – von der Rekrutierung bis zur Talententwicklung.

Laut Marwan Bin Shakar, Chief Technology Officer von e& in den VAE, ist die Modernisierung der Mitarbeitererfahrung eine strategische Priorität. Die Oracle-Plattform ermögliche es, KI in alle Personalprozesse einzubetten. Diese Entscheidung eines großen Technologiekonzerns für eine KI-gesteuerte Plattform eines Datenbank- und Cloud-Giganten wie Oracle zeigt einen breiteren Trend: Unternehmen vertrauen zunehmend auf KI, um komplexe operative Abläufe zu steuern.

Neue Tools machen Datenanalyse einfacher

Parallel treiben die Anbieter die Automatisierung voran. Databricks hat sein AI/BI-Portal (Business Intelligence) deutlich erweitert. Neue Features, die um den 11. Februar veröffentlicht wurden, setzen auf agentenbasierte KI und natürliche Sprache.

Ein „Assistant for dashboard authoring“ ermöglicht es Nutzern nun, Datensätze, Visualisierungen und Filter mit einfachen Textbefehlen zu erstellen. Zudem erleichtert die Plattform die Entwicklung und den Einsatz eigener KI-Agenten durch neue Vorlagen und Dokumentation.

Diese Entwicklung ist zentral für den Rollenwandel des DBAs. Weil Geschäftsanwender durch natürliche Sprache selbst Berichte erstellen können und KI-Agenten Daten-Workflows autonom überwachen, entfällt viel Routinearbeit. Datenexperten werden so von Gatekeepern zu Enablern datengetriebener Erkenntnisse. Ihre neue Aufgabe: Sie konzentrieren sich auf die zugrundeliegende Architektur und Governance, die diese KI-Systeme benötigen.

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Vom Techniker zum Daten-Strategen

Mit KI-Plattformen, die Routinewartung, Performance-Optimierung und Sicherheitsüberwachung automatisieren, verändern sich die klassischen Aufgaben des DBAs grundlegend. Der Fokus verschiebt sich von manuellen, reaktiven Tätigkeiten hin zu strategischer, wertschöpfender Arbeit.

Experten sehen die Zukunft der Rolle eher als Datenstrategen oder -architekten. Verantwortlichkeiten werden zunehmend darin liegen, Datenqualität sicherzustellen, Governance-Rahmen zu etablieren und Datensicherheit in einer Umgebung zu gewährleisten, in der KI-Agenten großen Datenzugriff haben. DBAs werden entscheidend sein für das Design und Management der Datenpipelines, die Machine-Learning-Modelle speisen.

Die Zukunft: Auf dem Weg zur autonomen Datenbank

Der Trend zur Automatisierung wird sich fortsetzen. Das langfristige Ziel vieler Anbieter ist eine vollständig autonome, selbstheilende und selbstoptimierende Datenbank. Mit fortschrittlicheren KI-Modellen werden diese einen noch größeren Anteil der Managementaufgaben übernehmen – von vorausschauender Wartung bis zur automatisierten Bedrohungserkennung.

Für Datenbankadministratoren ist dies keine existenzielle Bedrohung, sondern eine große Chance. Wer die KI als Partner begreift und repetitive Aufgaben an intelligente Systeme abgibt, kann sich auf die strategischen Herausforderungen konzentrieren: Daten für einen Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Die Rolle des DBAs verschwindet nicht. Sie wird aufgewertet und ist strategisch wichtiger denn je für den Erfolg datengetriebener Unternehmen.