Während die Regulierungsbehörden auf beiden Kontinenten mehr Kontrolle fordern, zeichnet sich auf der Welt-KI-Konferenz in Shanghai eine tiefe Spaltung der internationalen Staatengemeinschaft ab.
EU-Kommission konkretisiert Transparenzpflichten
Die Brüsseler Behörde veröffentlichte Leitlinien zu den Transparenzverpflichtungen aus Artikel 50 des EU AI Acts. Ab dem 2. August 2026 müssen Anbieter sicherstellen, dass Nutzer erkennen können, wenn sie mit einer KI interagieren. Die neuen Vorgaben betreffen unter anderem maschinenlesbare Kennzeichnungen auf KI-generierten Inhalten und die klare Markierung von Deepfakes. Auch Betreiber von Emotionserkennungssystemen müssen ihre Nutzer künftig informieren.
Die Regeln sind Teil eines strengen Durchsetzungsplans: Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Während verbotene KI-Praktiken bereits Anfang 2025 untersagt wurden, tritt das Gesetz im August 2026 vollständig in Kraft. Für Hochrisikosysteme gilt eine verlängerte Frist bis Dezember 2027.
Singapur führt Nährwertkennzeichen für Chatbots ein
Die Datenschutzbehörde PDPC und die Medienaufsicht IMDA veröffentlichten noch am Montag neue Richtlinien zum Umgang mit personenbezogenen Daten in generativer KI. Organisationen müssen Verbraucher künftig informieren, wenn ihre Daten zum Training von KI-Modellen verwendet werden. Die Benachrichtigung muss die betroffenen Datenarten, den Zweck des Trainings und mögliche Widerspruchsmöglichkeiten klar darlegen.
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Öffentlich zugängliche Daten hinter keiner Bezahlschranke dürfen weiterhin ohne ausdrückliche Zustimmung gescrapt werden. Für die Wiederverwendung spezifischer personenbezogener Daten ist jedoch eine klare Benachrichtigung erforderlich. Betroffene behalten zudem das Recht auf Auskunft und Berichtigung – selbst nach der Verwendung ihrer Daten im Modelltraining.
Parallel dazu führte die IMDA ein freiwilliges „Nährwertkennzeichen“ für KI-Chatbots ein. Diese standardisierten Infokarten sollen Fähigkeiten, Sicherheitsmaßnahmen und Datenpraktiken in verständlicher Sprache offenlegen. Google, Meta, DBS, OCBC und Singapore Airlines gehören zu den ersten Unternehmen, die die Kennzeichnung innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate einführen wollen.
Zwei KI-Blöcke: China und USA formieren sich
Die Welt-KI-Konferenz WAIC 2026 in Shanghai endete am Montag mit der Formalisierung zweier konkurrierender Governance-Blöcke. Die von China geführte World AI Cooperation Organization (WAICO) umfasst 29 Mitgliedsstaaten. Der von den USA angeführte Pax-Silica-Block zählt 35 Nationen. Kein einziges G7-Land schloss sich der chinesischen Initiative an.
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UN-Vertreter auf der Konferenz appellierten an die internationale Gemeinschaft, eine weitere wirtschaftliche Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu verhindern. Die rasante Entwicklung der Branche setzt sich indes ungebremst fort: Die chinesische KI-Industrie erwirtschaftete 2025 einen Output von über einer Billion Yuan (rund 147 Milliarden Euro). Analysten verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 ein Wachstum von mehr als 30 Prozent.
Huawei zeigt neuen Superchip
Auf der Konferenz präsentierte Huawei den Atlas 950 SuperPoD. Das System verfügt über 8.192 Ascend-NPUs und soll eine Rechenleistung von acht Exaflops (FP8) erreichen. Das Unternehmen kündigte an, die Hardware im vierten Quartal 2026 kommerziell verfügbar zu machen.

