KI treibt deutsche Wirtschaftsproduktivität voran

Fast die Hälfte der KI-Anwender in Deutschland verzeichnet hohe Produktivitätsgewinne, doch Regulierung und Fachkräftemangel behindern die flächendeckende Transformation.

Künstliche Intelligenz ist in Deutschland vom Nischen- zum Produktivitätstreiber geworden. Das zeigt der neue Digitalisierungsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Demnach bewertet fast die Hälfte der KI-Anwender den Effekt auf ihre Produktivität als hoch. Doch ein Drittel der Unternehmen zögert noch – das birgt Risiken für den Wirtschaftsstandort.

Vom Hype zum messbaren Nutzen

Der DIHK-Report „Digitalisierung 2026“ markiert eine Wende: Für 41 Prozent der deutschen Unternehmen, die bereits KI einsetzen, hat die Technologie einen hohen Produktivitätseffekt. Aus dem Experimentierstadium wird praktischer Nutzen. „KI entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor“, sagt DIHK-Experte Dirk Binding. Unternehmen nutzen Algorithmen, um Prozesse zu straffen und ihre Effizienz in schwierigem Terrain zu steigern – bei hohen Energiekosten, geopolitischen Unsicherheiten und sich wandelnden Kundenwünschen.

Doch der digitale Gesamtreifegrad der deutschen Wirtschaft stagniert. Der durchschnittliche „Digitalisierungsscore“ liegt bei 2,8 von 5 Punkten – ein solides Fundament, aber kein Durchbruch. Die Schlussfolgerung: Während Einzeltechnologien wie KI vorankommen, hakt es bei der flächendeckenden Transformation. „Erst mit digitaler Reife – strukturierten Prozessen und gutem Datenmanagement – entfalten KI-Anwendungen ihre volle Kraft“, so Binding.

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Bürokratie und Fachkräftemangel bremsen aus

Das größte Hemmnis für mehr KI-Einsatz ist aus Sicht der Wirtschaft die Regulierung. Unternehmen fordern einen praktikableren Rechtsrahmen, der den Einsatz datengetriebener Technologien mit mehr Rechtssicherheit erlaubt. Die aktuelle Bürokratie lähme Innovationskraft, kritisiert der DIHK.

Hinzu kommen altbekannte Probleme: eine schleppend vorankommende Gigabit-Infrastruktur und ein eklatanter Fachkräftemangel. Ohne schnelles Internet sind datenintensive KI-Anwendungen kaum möglich. Und ohne digital kompetente Mitarbeiter bleiben Investitionen wirkungslos. Viele Betriebe sind zudem stark von Technologien außerhalb der EU abhängig – ein Risiko für die digitale Souveränität.

Wettlauf gegen die digitale Spaltung

Die DIHK-Zahlen bestätigen einen europäischen Trend. Eine Accenture-Studie vom Januar 2026 zeigte bereits: 87 Prozent der deutschen Manager wollen ihre KI-Investitionen in diesem Jahr erhöhen. Jetzt wird sichtbar, dass diese Pläne Früchte tragen.

Doch die Schere geht auf. Während 41 Prozent der KI-Pioniere hohe Produktivitätsgewinne melden, hat ein Drittel der Unternehmen noch nicht einmal Implementierungspläne. „Das könnte zu einer Zweiklassengesellschaft der Digitalisierung führen“, warnt Binding. Schnelle Unternehmen ziehen davon, langsame fallen zurück. Besonders für den Mittelstand wird die KI-Frage zur Überlebensfrage.

Was jetzt getan werden muss

Die Handlungsempfehlungen des DIHK sind klar: Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam die Bremsen lösen. Nötig sind entlastende Regulierungen, insbesondere für Datennutzung und KI-Experimente. Der flächendeckende Glasfaserausbau muss endlich Fahrt aufnehmen. Und die digitale Weiterbildung der Belegschaften muss Priorität erhalten.

Für die zögerlichen Unternehmen gilt: Der Zug fährt ab. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es gelingt, das zurückhaltende Drittel doch noch für KI zu gewinnen. Nur dann kann die deutsche Wirtschaft die versprochene Produktivitätsrevolution voll ausschöpfen.

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