KI wird zur Waffe: Cyberkriminelle automatisieren Angriffe und zielen gezielt auf westliche Industrienationen. Aktuelle Berichte mehrerer Sicherheitsfirmen zeigen eine dramatische Eskalation von Erpressungssoftware-Attacken. Künstliche Intelligenz ermöglicht es Tätern, bewährte Angriffsmethoden in nie dagewesenem Umfang zu automatisieren.
USA und UK im Fadenkreuz
Die Zahlen sind alarmierend: Laut Nozomi Networks Labs richten sich 70 Prozent aller globalen Ransomware-Angriffe gegen englischsprachige Länder. Die Vereinigten Staaten tragen mit 40 Prozent die Hauptlast, gefolgt von Großbritannien und Kanada mit weiteren 30 Prozent. Diese Fokussierung auf große westliche Volkswirtschaften birgt erhebliches Störpotenzial für die Weltkonjunktur.
Parallel bestätigt der Acronis Cyberthreats Report, dass KI die Krise anheizt. 80 Prozent der Anbieter von Ransomware-as-a-Service (RaaS) werben inzwischen mit KI- oder Automatisierungsfunktionen. Das Ergebnis sind effektivere Angriffe: 83 Prozent aller Bedrohungen starten mittels Phishing-E-Mails, die durch KI überzeugender formuliert und massenhaft versendet werden können.
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Industrie und Automobilbranche unter Beschuss
Bestimmte Sektoren stehen besonders im Visier. Die Fertigungsindustrie führt die Liste mit 21 Prozent der öffentlich bekannten Opfer an, dicht gefolgt vom Technologiesektor mit 20 Prozent. Auch Gesundheitswesen (12%) und Unternehmensdienstleister (10%) werden häufig attackiert. Bekannte Gruppen wie Qilin, Akira und Clop sind für einen Großteil verantwortlich.
Eine Sonderrolle nimmt die Automobilbranche ein. Laut Upstream Security haben sich Ransomware-Vorfälle in diesem Bereich 2025 mehr als verdoppelt und machen nun 44 Prozent aller Cyberangriffe in der Industrie aus. Die Bedrohung wird konkreter: In einem Fall sperrten Angreifer 2025 Fahrzeuge über eine Begleit-App und forderten Lösegeld. 92 Prozent dieser Attacken erfolgten remote – ein Alarmsignal für vernetzte Fahrzeugsysteme.
US-Behörden warnen vor kritischer Lücke
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA reagiert auf die eskalierende Lage. Diese Woche warnte sie vor der aktiven Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle in BeyondTrust-Remote-Zugangstools (CVE-2026-1731) durch Erpresser. Das Gesundheitsministerium forderte Krankenhäuser umgehend zum Patchen auf. Der Sektor ist aufgrund sensibler Daten ein beliebtes Ziel.
Bereits am 18. Februar hatte CISA weitere ausgenutzte Sicherheitslücken gemeldet, darunter eine in TeamT5 ThreatSonar Anti-Ransomware. Die Botschaft ist klar: Die fortgesetzte Ausbeutung älterer Schwachstellen unterstreicht die lebenswichtige Bedeutung eines konsequenten Patch-Managements.
Höheres Bedrohungsniveau wird zur neuen Normalität
Die Daten zeigen: Das Rekordtempo der Angriffe vom Ende 2025 setzt sich fort. Die Aktivität im Januar 2026 lag bereits über 30 Prozent über dem monatlichen Durchschnitt der ersten drei Quartale 2025. Experten sprechen nicht mehr von zyklischen Schwankungen, sondern von einem strukturell höheren Bedrohungsniveau.
Die defensive Strategie muss sich grundlegend ändern. Da Angreifer zunehmend legitime Remote-Tools missbrauchen, statt komplexe Software-Exploits zu nutzen, sind stärkere Identitätssicherheit und strengere Kontrollen für Fernzugänge unerlässlich. Die Integration von KI in kriminelle Werkzeuge wird sich weiter beschleunigen – und Bedrohungen schneller, skalierbarer und schwerer erkennbar machen.





