KI-Trojaner: 6.300 Angriffe auf gefälschte Minecraft-Clients

McAfee Labs meldet tausende Zugriffsversuche auf Fake-Portale, während Microsoft vor manipulierten Sprachmodellen und neuen Phishing-Maschen warnt.

Kriminelle Akteure nutzen die anhaltende Nachfrage nach Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) für ihre Zwecke aus. Aktuellen Berichten zufolge werden vermehrt manipulierte Applikationen in Umlauf gebracht, die sich als leistungsfähige KI-Werkzeuge zur Bearbeitung von Bildern oder Videos ausgeben. Das primäre Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl sensibler Nutzerdaten sowie die Infektion von Endgeräten mit Schadsoftware.

Hohe Reichweite über Suchmaschinen und Gaming-Clients

Analysen von McAfee Labs belegen das Ausmaß dieser Bedrohungslage. Das Unternehmen dokumentierte bereits über 6.300 blockierte Zugriffsversuche auf gefälschte Webseiten, die sich als Anbieter von Minecraft-Clients tarnten. Hinter diesen Portalen verbirgt sich die Schadsoftware Weedhack. Zu den betroffenen Anwendungen gehören unter anderem der Glazed Client, Radium Client, SeedcrackerX sowie die Clients Meteor, Xenon und Nova.

Besonders kritisch bewerten Sicherheitsforscher die gewählten Distributionskanäle. Die Fälschungen tauchten zeitweise in den Top-Suchergebnissen großer Suchmaschinen wie Google, Bing, Brave und DuckDuckGo auf. Darüber hinaus wurde die Malware über Plattformen wie GitHub, Discord, Reddit und den Filesharing-Dienst MediaFire verbreitet.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass es sich bereits um die zweite größere Kampagne dieser Art im Jahr 2026 handelt. Bereits im Juni hatte Check Point eine vergleichbare Operation aufgedeckt, bei der die Schadprogramme Remus Stealer und AnimateClipper im Zentrum standen.

Verdächtige KI-Portale und Risiken durch LLM-Poisoning

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Ein konkretes Beispiel für die aktuelle Bedrohung liefert der Sicherheitsdienstleister Gridinsoft. Die Domain picmovi.com, die am 29.07.2026 registriert wurde und somit seit rund 31 Tagen aktiv ist, wird mit einem niedrigen Vertrauensscore von nur 28 von 100 Punkten eingestuft.

Das Portal präsentiert sich als KI-gestützter Generator für Foto-zu-Video-Konvertierungen, weist jedoch laut Gridinsoft bereits Blacklist-Einträge in Sicherheitsdatenbanken auf. Es wird vor gefälschten Social-Media-Verknüpfungen und einer unklaren Eigentümerschaft der Website gewarnt.

Auch die Interaktion mit etablierten Sprachmodellen (LLMs) birgt neue Gefahrenpotenziale. So wurde Ende August bekannt, dass Numa Lunah vom Projekt Refi Hub Opfer eines Hackerangriffs wurde. Der Vorfall ereignete sich, nachdem Lunah einem Download-Link gefolgt war, den die KI Claude im Rahmen einer Abfrage empfohlen hatte. Die dabei installierte Malware entwendete Daten und manipulierte eine Systemdatei namens SKILL.md.

In diesem Zusammenhang warnt Microsoft vor dem sogenannten LLM-Poisoning. Besonders Mitarbeiter im Kryptowährungssektor stünden im Visier, da diese häufig im Besitz von unwiderruflichen Sicherheitsmerkmalen wie Seed-Phrasen sind, deren Entwendung massive finanzielle Schäden nach sich ziehen kann.

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Ergänzende Phishing-Gefahren für Privatanwender

Flankierend zu den komplexen Angriffen auf KI-Nutzer beobachten Verbraucherzentralen derzeit eine Zunahme klassischer Phishing-Versuche. Aktuell werden WhatsApp-Nutzer per E-Mail dazu aufgefordert, ihr Konto innerhalb von 24 Stunden zu bestätigen, um eine drohende Kontoschließung zu verhindern.

Ein Klick auf den beigefügten Link führt laut den Verbraucherschützern direkt zu einem drohenden Datenverlust. Experten raten dazu, solche Nachrichten zu ignorieren und keine persönlichen Informationen auf externen Webseiten einzugeben.