KI-Umfrage: 50,8% der Firmen erwarten sinkende Löhne für junge Akademiker

Laut Ifo-Umfrage erwarten viele deutsche Firmen sinkende Löhne durch KI, besonders für Berufseinsteiger und gering Qualifizierte.

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung zahlreicher Betriebe spürbare Auswirkungen auf die Lohnentwicklung haben. Einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts zufolge gehen viele Unternehmen davon aus, dass die Gehälter infolge der technologischen Transformation unter Druck geraten könnten. Besonders betroffen zeigen sich dabei Prognosen für Berufseinsteiger und Beschäftigte mit geringer Erfahrung.

Für die Erhebung befragte das Münchner Forschungsinstitut mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse machen deutlich, dass der KI-Einsatz als ein maßgeblicher Faktor für künftige Gehaltsstrukturen gewertet wird, wobei die Erwartungen je nach Qualifikationsniveau und Berufserfahrung stark variieren.

Deutlicher Lohndruck bei Berufseinsteigern

Die Umfragedaten des Ifo-Instituts verdeutlichen, dass insbesondere Positionen mit geringer Berufserfahrung von potenziellen Lohnrückgängen betroffen sein könnten. Bei Beschäftigten, die über weniger als fünf Jahre Berufserfahrung verfügen und keinen Hochschulabschluss vorweisen, erwarten 48,3 % der befragten Unternehmen sinkende Löhne. Lediglich 5,9 % der Betriebe rechnen in dieser Gruppe mit steigenden Bezügen.

Noch deutlicher fällt die Einschätzung bei jungen Fachkräften mit akademischem Hintergrund aus. Für Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung und einem Hochschulabschluss prognostizieren 50,8 % der Unternehmen sinkende Gehälter. Demgegenüber steht ein Anteil von 16,3 % der Betriebe, die trotz oder wegen des KI-Einsatzes mit Gehaltssteigerungen in diesem Segment kalkulieren. Die Daten legen nahe, dass die Automatisierung von Aufgaben durch KI gerade in der Einarbeitungs- und Qualifizierungsphase herkömmliche Gehaltsmodelle infrage stellt.

Erfahrene Fachkräfte und Akademiker im Vergleich

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Mit zunehmender Berufserfahrung scheinen die Erwartungen an Lohnminderungen etwas abzunehmen, bleiben jedoch auf einem hohen Niveau. In der Gruppe der Beschäftigten mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung ohne Hochschulabschluss gehen 40,4 % der Firmen von sinkenden Löhnen aus, während 9,7 % mit einem Anstieg rechnen.

Bei erfahrenen Akademikern zeigt sich das differenzierteste Bild: Zwar erwarten auch hier 37,5 % der Unternehmen sinkende Löhne durch den Einfluss von KI, jedoch ist der Anteil derer, die steigende Gehälter prognostizieren, mit 26 % in dieser Gruppe am höchsten. Dies deutet darauf hin, dass hochqualifizierte Kräfte mit langjähriger Erfahrung in der Lage sein könnten, KI-Tools produktivitätssteigernd einzusetzen und so ihren Marktwert teilweise zu behaupten oder sogar zu steigern.

Branchenspezifische Unterschiede in der Lohnprognose

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Die Auswirkungen des KI-Einsatzes werden in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich bewertet. Besonders im Dienstleistungssektor ist die Skepsis hinsichtlich der Lohnstabilität groß. Dort erwarten 53,3 % der Unternehmen sinkende Gehälter für Kräfte mit kurzer Berufserfahrung ohne Studium.

Im Handel teilen 47,9 % der Betriebe diese Einschätzung, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 %. Vergleichsweise stabil wird die Lage im Baugewerbe eingeschätzt, obgleich auch dort noch 39 % der Unternehmen von rückläufigen Löhnen für diese Beschäftigtengruppe ausgehen. Insgesamt verdeutlicht die Ifo-Umfrage, dass die Sorge vor Lohnrückgängen durch KI kein Nischenphänomen ist, sondern quer durch die deutsche Wirtschaft und über verschiedene Qualifikationsstufen hinweg geteilt wird, wenn auch in unterschiedlicher Intensität.