Mehrere Anbieter bringen diese Woche neue Trainingsmodule und Management-Tools auf den Markt – mit einem klaren Fokus auf Datenkompetenz und KI-Integration. Die Initiativen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen weltweit nach Wegen suchen, ihre Belegschaft fit für die digitale Transformation zu machen.
Spezialisierte Kurse für den Arbeitsalltag
Reskill hat am heutigen Dienstag eine neue Schulung veröffentlicht: die „Excel Training Function Utilization Edition“. Das sechsstündige Programm richtet sich an Mitarbeiter aller Branchen und vermittelt praktische Fertigkeiten im Datenmanagement. Im Fokus stehen Funktionen wie SVERWEIS und WENN, sowie Datenvalidierung und Tabellenfunktionen.
Parallel dazu startete Nexacu in Sydney eine Reihe von Microsoft-Excel-Kursen. Das Angebot reicht vom Anfänger- bis zum Expertenniveau und ist sowohl in Präsenz als auch online buchbar.
Für die Industrie hat FDC einen kostenlosen „Skill Tree for Manufacturing“ vorgestellt. Das Excel-basierte Tool ist für die firmeneigene Plattform „fapi“ konzipiert und soll Fertigungsunternehmen dabei unterstützen, ihre Mitarbeiter breiter zu qualifizieren und technisches Wissen im Haus zu halten.
KI erobert die Tabellenkalkulation
Die Rolle künstlicher Intelligenz im Datenmanagement wächst rasant. Bereits im April 2026 stellte Microsoft Copilot in Excel auf ein kostenpflichtiges Lizenzmodell um. Die KI kann heute Formeln generieren, Pivot-Tabellen und Diagramme erstellen und sogar Python-Integrationen umsetzen. Neue Funktionen wie der „Agent Mode“ und „Plan Mode“ sollen komplexe Arbeitsabläufe weiter automatisieren.
Während KI-Tools wie Copilot die Arbeit mit Daten revolutionieren, bleibt die sichere Beherrschung der Grundlagen für viele Nutzer eine Herausforderung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Formeln und Tabellen endlich kinderleicht meistern. Excel-Profi in kürzester Zeit: Den schnellsten Weg jetzt entdecken
Wer Spreadsheet-Daten ohne Programmierkenntnisse visualisieren möchte, kann auf Tools wie Glide oder Lovable zurückgreifen. Diese Plattformen verwandeln Excel-Tabellen in Live-Web-Dashboards mit durchsuchbaren Verzeichnissen und Datenexport-Funktionen – angebunden über OneDrive.
Der große Umbau der Arbeitswelt
Der Run auf Excel- und Daten-Trainings ist Teil einer größeren Bewegung: der Umschulungswelle im Zeichen der KI. Erst gestern gründeten ehemalige Regierungsvertreter und Branchenführer die Non-Profit-Organisation RAISE US. Unterstützt von Amazon, Microsoft und Anthropic will die Gruppe Arbeitnehmer umschulen, deren Jobs durch KI-Automation gefährdet sind. Amazon hat dafür im Rahmen seiner „Future Ready 2030″-Initiative 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt – Ziel ist die Qualifizierung von 31 Millionen Menschen.
Wie dringend diese Programme sind, zeigt eine aktuelle Accenture-Studie von heute: Nur 18 Prozent der Unternehmen erzielen demnach nennenswerte Wertschöpfung aus KI. Die Forscher warnen, dass 82 Prozent der Organisationen die bloße Einführung von KI-Tools mit echter Transformation verwechseln. Die Folgen für die Belegschaft sind alarmierend: 55 Prozent der Mitarbeiter leiden unter kognitiver Überlastung, 76 Prozent sind unsicher über ihre künftige Karriere.
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Weitere Entwicklungen im Trainingssektor
Die Branche ist in Bewegung – gleich mehrere wichtige Ereignisse gab es allein in den letzten Tagen:
- Skillsoft verkaufte sein Geschäftsfeld Global Knowledge an Enduring Ventures. Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet rund 14,5 Millionen Euro (teils als Schuldschein, teils als aufgeschobene Zahlung). Das Unternehmen will sich künftig auf KI-native Kompetenzverwaltung konzentrieren.
- Simplilearn und die Virginia Tech starteten ein 18-wöchiges Zertifikatsprogramm für KI-gestützte Cybersicherheit.
- AI Saskatchewan (AiSK) begann in Moose Jaw, Kanada, mit einem KI-Literacy-Programm für kleine Unternehmen – mit Schwerpunkt auf Ethik und Automatisierung.
Goldman-Sachs-Analysten schätzen, dass weltweit rund 300 Millionen Arbeitsplätze von KI-Automation betroffen sein könnten. Der Schlüssel liege in der rollenbasierten Qualifikation – vor allem für das mittlere Management und operative Mitarbeiter.

