KI und Weiterbildung: Britische Wirtschaft setzt 2026 auf Doppelstrategie

Ein Lloyds-Bank-Report zeigt, dass britische Unternehmen Produktivität durch eine Doppelstrategie aus Technologie-Investitionen und umfassender Weiterbildung steigern wollen.

Britische Unternehmen steuern mit einer Doppelstrategie aus KI-Investitionen und Mitarbeiter-Qualifizierung auf das neue Jahr zu. Das zeigt der aktuelle Branchenreport der Lloyds Bank.

Produktivität als oberstes Ziel

Die Steigerung der Produktivität ist für 42 Prozent der britischen Firmen das wichtigste Ziel für 2026. In einem hart umkämpften Marktumfeld wird Effizienz zunehmend zur Überlebensfrage. Die Unternehmen sehen dabei einen klaren Weg: 37 Prozent wollen ihre technologischen Fähigkeiten ausbauen und veraltete Systeme durch agile, digitale Infrastrukturen ersetzen.

Doch reicht die Technologie allein? Die Daten zeigen, dass britische Manager diese Frage klar verneinen.

Der Kampf um die KI-Kompetenzen

Fast ebenso wichtig wie die Produktivität selbst ist die Qualifizierung der Belegschaft. 39 Prozent der Unternehmen haben die Weiterbildung ihrer Teams zur Top-Priorität erklärt. 35 Prozent wollen ihre Investitionen in Teamtraining 2026 sogar noch erhöhen.

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Hinter diesem Trend steht die Erkenntnis einer wachsenden KI-Kompetenzlücke. Die Hardware und Software ist da – doch das Personal, das diese Systeme effektiv nutzen kann, fehlt. Statt ausschließlich auf externe Rekrutierung zu setzen, setzen Firmen zunehmend auf interne Umschulung. So wollen sie Belegschaften aufbauen, die mit agentenbasierter KI und Datenanalyse-Tools arbeiten können.

„Diese Investitionsprioritäten zielen auf langfristiges Wachstum ab“, analysiert Paul Kempster, Managing Director bei Lloyds Business and Commercial Banking. „Sie helfen Unternehmen, unmittelbare Chancen zu nutzen und gleichzeitig ein Fundament für die Zeit nach 2026 zu legen.“

Drittel der Firmen investiert direkt in KI

Parallel zum Fokus auf Humankapital zeigt sich eine klare Commitment zu Technologie: Ein Drittel (33 Prozent) der britischen Unternehmen plant in den kommenden zwölf Monaten direkte Investitionen in KI-Werkzeuge.

Diese Investitionswelle wird durch positive Erfahrungen von Vorreitern befeuert. Bereits 2025 berichteten 82 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen von messbaren Produktivitätssteigerungen. Etwa drei Viertel verzeichneten höhere Profitabilität.

Besonders erfolgreich waren Einzelhandel und verarbeitende Industrie: Händler verzeichneten die stärksten Produktivitätszuwächse (84 Prozent), während Hersteller die höchsten Profitabilitätsgewinne (79 Prozent) meldeten. Diese sektorspezifischen Erfolge treiben nun die breitere Adoption in Dienstleistungs- und Finanzbranchen voran.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Der Übergang verläuft jedoch nicht reibungslos. 35 Prozent der Firmen geben an, für ihre 2026-Ziele zusätzliche externe Unterstützung in Technologiefragen zu benötigen. 31 Prozent sehen Bedarf bei der Umsetzung von Qualifizierungsprogrammen – ein Hinweis auf die Komplexität umfassender Trainingsinitiativen ohne Drittpartei-Expertise.

Die Veröffentlichung des Reports fällt in eine entscheidende Phase für den britischen Technologiesektor. Nachdem KI 2025 von experimentellen Pilotprojekten in den Kernbetrieb wanderte, wird 2026 zum Jahr der Operationalisierung: Die theoretischen Anwendungen sollen in tägliche Arbeitsabläufe integriert werden.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass der Doppelfokus auf KI und Training den britischen Markt von einigen globalen Konkurrenten unterscheidet. Indem sie Werkzeuge und Kompetenzen gleichzeitig angehen, scheinen britische Firmen das Risiko einer „Technologieschuld“ zu minimieren – dem Phänomen, dass fortschrittliche Software ungenutzt bleibt, weil qualifizierte Bediener fehlen.

Internationale Expansion als Parallelziel

Neben der heimischen Effizienzoffensive bleibt für ein Viertel der Unternehmen die internationale Expansion eine zentrale Herausforderung, die Unterstützung erfordert. Für diesen Teil des Markts läuft die Globalisierung parallel zur Digitalisierung.

Die Weichen für 2026 sind damit gestellt: Die erste Jahreshälfte dürfte eine Welle von Ankündigungen zu Trainingspartnerschaften und Digitalisierungsprojekten bringen. Die Nachfrage nach „KI-Kompetenz“-Schulungen wird voraussichtlich sprunghaft ansteigen – was Engpässe im Bildungs- und Unternehmensschulungssektor verursachen könnte.

Wenn die versprochenen Effizienzgewinne im dritten und vierten Quartal 2026 tatsächlich eintreten, könnte dies eine zweite Investitionswelle auslösen. Sollte die Integration jedoch an der Kompetenzlücke scheitern, wird der Druck auf Qualifizierungsinitiativen weiter zunehmen.

Die Botschaft des Lloyds Business Barometer ist eindeutig: Britische Wirtschaftsführer haben ihren Weg für 2026 gewählt – und er führt direkt durch die Schnittstelle von menschlichem Talent und künstlicher Intelligenz.

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