KI und Zero-Days: Cyberkriminelle schlagen immer schneller zu

Cyberkriminelle nutzen KI und Zero-Day-Schwachstellen, um Angriffe massiv zu beschleunigen. Sicherheitsexperten fordern einen Paradigmenwechsel hin zu Zero-Trust-Modellen.

Ransomware-Angriffe erreichen durch Künstliche Intelligenz und bisher unbekannte Sicherheitslücken eine neue, gefährliche Geschwindigkeit. Aktuelle Geheimdienstberichte und eine Notfallanweisung der US-Regierung zeigen eine dramatische Eskalation, die Unternehmen weltweit zum sofortigen Handeln zwingt.

KI senkt die Einstiegshürde für Cyberkriminelle

Der neue X-Force Threat Intelligence Index von IBM, veröffentlicht am 25. Februar, zeichnet ein alarmierendes Bild. Die Ausnutzung ungepatchter Schwachstellen ist zur Hauptursache für Cyberangriffe avanciert und macht 40 Prozent aller Vorfälle aus. Noch beunruhigender: Die Zahl aktiver Ransomware- und Erpressergruppen ist im Jahresvergleich um 49 Prozent explodiert. KI-Tools treiben diesen Trend an. Sie automatisieren komplexe Angriffsabläufe für Profis und ermöglichen es auch weniger versierten Akteuren, in das lukrative Geschäft einzusteigen. Die Industrialisierung der Cyberkriminalität schreitet rasant voran.

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Der gefährliche Trend zu Zero-Day-Exploits

Ein zweiter Bericht des Unternehmens VulnCheck vom 26. Februar unterstreicht eine strategische Wende der Angreifer. Sie setzen zunehmend auf Zero-Day-Exploits – die Ausnutzung von Sicherheitslücken, bevor sie überhaupt bekannt sind. Laut dem 2026 Exploit Intelligence Report wurden 56,4 Prozent der 2025 bekannt gewordenen, ransomware-relevanten Schwachstellen (CVEs) zuerst von Angreifern aktiv ausgenutzt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 33 Prozent. Das bedeutet: Bis ein Patch verfügbar ist, haben Kriminelle ihre Angriffswerkzeuge oft schon längst im Einsatz. Reaktives Patch-Management allein bietet keinen ausreichenden Schutz mehr.

Angriffszeiten schrumpfen auf Minuten und Sekunden

KI wirkt als Beschleuniger für etablierte Angriffsmuster. Sie automatisiert die Erkundung von Netzwerken und macht Phishing-Kampagnen überzeugender. Ein Bericht von CrowdStrike vom 24. Februar verzeichnete einen Anstieg der KI-Nutzung durch Angreifer um 89 Prozent im Jahresvergleich. Die Folge: Die Zeitfenster für die Verteidigung schwinden. Die durchschnittliche „Breakout Time“ – der Zeitraum vom ersten Eindringen bis zur seitlichen Bewegung im Netzwerk – sank 2025 auf nur noch 29 Minuten. Der schnellste dokumentierte Fall dauerte gerade einmal 27 Sekunden. Für Sicherheitsteams bleibt kaum Zeit zu reagieren.

US-Notfallmaßnahme zeigt akute Gefahr

Die reale Bedrohungslage wurde diese Woche durch eine Notfallrichtlinie der US-Cybersicherheitsbehörde CISA verdeutlicht. Am 25. Februar ordnete sie allen Bundesbehörden an, sofort kritische Lücken in Ciscos SD-WAN-Systemen zu schließen. Ein hoch entwickelter Angreifer nutzte diese Schwachstellen bereits aktiv aus, um sich administrative Rechte zu verschaffen und sich dauerhaft in Unternehmensnetzwerken einzunisten. Der Vorfall ist ein Paradebeispiel für den Trend: Angreifer zielen auf kritische Infrastrukturkomponenten, um tief ins Netzwerk vorzudringen.

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Paradigmenwechsel hin zu „Zero Trust“ nötig

Die Kombination aus KI-getriebenen Angriffen und Zero-Day-Exploits erfordert einen grundlegenden Wandel in der Unternehmenssicherheit. Die reaktive Abwehr bekannter Bedrohungen reicht nicht mehr aus. Modelle wie Zero Trust („Nie vertrauen, immer überprüfen“) gewinnen an Dringlichkeit. Kontinuierliche Überwachung, strenge Zugangskontrollen und schnelles Patchen aller Systeme – besonders internetorientierter – sind zur absoluten Basis geworden. Die Daten zeigen: Der Industriesektor bleibt am stärksten betroffen, und Nordamerika ist erstmals seit sechs Jahren wieder die global am häufigsten angegriffene Region.

Ausblick: Der automatisierte Wettlauf hat begonnen

Die Zukunft wird ein Wettrüsten zwischen KI-gestützten Angriffen und KI-gestützter Verteidigung sein. Sicherheitsteams müssen Lösungen einsetzen, die Bedrohungen in Maschinengeschwindigkeit erkennen und bekämpfen können. Der Fokus verschiebt sich von der vollständigen Verhinderung von Eindringlingen hin zur operativen Widerstandsfähigkeit. Die Minimierung von Schaden und Ausfallzeit rückt in den Vordergrund. Investitionen in integrierte Sicherheitsplattformen, kontinuierliche Schwachstellenscans und umfassende Mitarbeiterschulungen sind überlebenswichtig. Die Botschaft dieser Woche ist klar: Das Tempo des Cyberkonflikts hat sich unwiderruflich erhöht. Nur wer seine Strategie an diese neue Realität anpasst, ist für die Bedrohungen von morgen gewappnet.