KI-Wachstum: Musk prognostiziert BIP-Verdopplung auf 4 Prozent

Musk hält eine Verdopplung des US-Wachstums durch KI für möglich, während Fed-Prognosen und Investitionsrisiken deutlich vorsichtiger ausfallen.

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Elon Musk hat am 18. September 2026 auf der Plattform X eine massive Beschleunigung der US-Konjunktur in Aussicht gestellt. Künstliche Intelligenz könne das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im kommenden Jahr von rund 2 Prozent auf rund 4 Prozent verdoppeln, womöglich sogar noch weiter antreiben.

Die Prognose fällt mitten in die Debatte darüber, ob die derzeitigen hohen Investitionen in KI-Infrastruktur zu breit angelegten Produktivitätsgewinnen in der Gesamtwirtschaft führen.

Musk äußerte diese Einschätzung in seiner Funktion als Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Marktbeobachter werten die Äußerung primär als Sentiment eines Interessenvertreters und weniger als belastbare Prognose.

Zudem fielen Projektionen Musks zu Produktionszeitplänen, autonomem Fahren und Adoptionskurven in der Vergangenheit regelmäßig optimistisch aus. Bereits zuvor im September hatte Musk erklärt, KI könne die globale Wirtschaftsleistung um 20 bis 30 Prozent steigern, was einem zusätzlichen Jahresoutput von 20 bis 30 Billionen US-Dollar entspräche.

Diskrepanz zu Prognosen der Notenbank

Musks Erwartungen weichen deutlich von den offiziellen Projektionen der US-Notenbank Federal Reserve ab. Die Währungshüter bezifferten das reale BIP-Wachstum am 16. September 2026 in ihren Schätzungen für 2026 auf 2,3 Prozent.

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Für das Jahr 2027 prognostiziert die Fed im Median ein Wachstum von 2,4 Prozent innerhalb einer Spanne von 2,0 bis 2,9 Prozent. Am selben Tag erhöhte die Zentralbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent beziehungsweise auf 4,00 Prozent.

Auch die jüngsten Konjunkturdaten zeichnen ein verhalteneres Bild. Nach Angaben des Bureau of Economic Analysis legte das US-BIP im zweiten Quartal 2026 annualisiert um 1,5 Prozent zu, nach einem Zuwachs von 2,1 Prozent im ersten Quartal. Das Analysehaus Morningstar stellt sich bis 2027 ebenfalls auf eine Wachstumsverlangsamung in den USA ein.

Milliardenschwere Ausgaben und offene Ertragsfragen

Dennoch bleibt die Investitionsdynamik im Technologiesektor hoch. Die Ratingagentur Moody’s beziffert die geplanten Ausgaben von US-Technologieunternehmen für Halbleiter und Rechenzentren bis 2027 auf fast 1 Billion US-Dollar. Chinesische Konkurrenten investieren im gleichen Zeitraum rund 165 Milliarden US-Dollar.

Torsten Slok, Chefökonom von Apollo, kalkuliert, dass die US-Kapitalausgaben für künstliche Intelligenz im Zeitraum von 2027 bis 2029 jährlich rund 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen könnten, verglichen mit rund 0,6 Prozent vor drei Jahren.

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Ob diese massiven Investitionen die erhofften wirtschaftlichen Erträge abwerfen, ist an den Finanzmärkten jedoch umstritten. Einem Bericht von Dolat Capital zufolge steht der Investitionszyklus rund um KI vor seinem ersten makroökonomischen Belastungstest; die Monetarisierung der Technologien sei weiterhin die größte ungelöste Frage. Gleichzeitig sorgt die Zinslage für Gegenwind: US-Treasuries im Volumen von 8 Billionen US-Dollar benötigen eine Refinanzierung.