KI-Werbung: Südkorea konsultiert bis 11. November neue Leitlinien

Neue Leitlinien, Kennzeichnungspflichten und Plattformprüfungen sollen KI-Werbung und den Umgang mit Verbraucherdaten transparenter machen.

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Aufsichtsbehörden in Japan, Südkorea, Singapur und den Philippinen intensivieren ihre Kontrolle von Werbeversprechen rund um künstliche Intelligenz sowie der damit verbundenen Datennutzungspraktiken. Die Regulierer der Region reagieren damit auf den zunehmenden Einsatz generativer Technologien im Marketing und stellen Werbetreibende wie Plattformbetreiber vor strengere Vorgaben zur Transparenz.

Initiativen gegen irreführende Angaben in Südkorea

In Südkorea leitete die Kartellbehörde KFTC am 22. Oktober eine öffentliche Konsultation zu neuen Leitlinien gegen unbegründete oder übertriebene KI-Behauptungen ein. Das Verfahren läuft bis zum 11. November.

Obwohl das Regelwerk nicht rechtsverbindlich ausgestaltet ist, deckt es vier Kernbereiche irreführender Werbepraktiken ab: falsche oder übertriebene Angaben, Täuschung, unlautere Vergleiche sowie die Herabsetzung von Mitbewerbern. Die Richtlinien erfassen dabei ausdrücklich auch den Einsatz KI-generierter virtueller Experten und erfundener Nutzerbewertungen.

Flankierend dazu befasst sich Südkoreas Datenschutzkommission PIPC mit den Auswirkungen fortgeschrittener Systeme. Auf einem Seminar des Forums für Technologie zum Schutz personenbezogener Daten im Hotel President in Seoul thematisierte die Behörde kürzlich Sicherheitskonzepte für agentenbasierte und physische KI.

Die PIPC-Vorsitzende Song Kyung-hee erklärte dabei, dass Fortschritte bei Technologien wie Pseudonymisierung, Anonymisierung, synthetischen Daten und homomorpher Verschlüsselung als Basis für ein vorbeugendes Schutzsystem dienen müssten. Ziel sei der Aufbau eines Ökosystems, das technologische Innovation fördert und gleichzeitig präventive Kontrollen gewährleistet.

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Kennzeichnungspflichten auf den Philippinen und Beschwerden in Singapur

Auf den Philippinen erließ das Ad Standards Council am 18. September ein Rundschreiben, das eine Kennzeichnungspflicht für KI-erstellte oder durch KI nachbearbeitete Werbeinhalte vorschreibt. Die Vorgabe trat am 21. September in Kraft und stellt klar, dass die werbetreibenden Unternehmen trotz des Einsatzes automatisierter Werkzeuge die volle rechtliche Verantwortung für ihre Inhalte tragen.

In Singapur setzt die Werbeaufsicht ASAS auf die Anwendung bestehender Werbestandards auf KI-basierte Kampagnen. Im Jahr 2025 verzeichnete die Organisation sieben Meldungen, die sich speziell auf generative künstliche Intelligenz bezogen, bei einem Gesamtaufkommen von 379 Beschwerden. Diese Fallzahl lag damit mehr als doppelt so hoch wie die entsprechenden Beschwerden der Jahre 2023 und 2024 zusammen.

Prüfungen in Japan und Reaktionen der Tech-Konzerne

In Japan bereiten die zuständigen Stellen derweil ihre jährlichen Bewertungen großer digitaler Plattformen vor. Konzerne wie Google und Meta Platforms stehen vor der Anforderung, ihre Verfahren zur Beschwerdebearbeitung zu verbessern, Kontosperrungen transparenter darzulegen und offener im Umgang mit japanischen Unternehmen zu agieren.

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Gleichzeitig untersuchen japanische Regulierungsbehörden grundlegend, wie KI-Verfahren die digitale Werbelandschaft und die Verarbeitung von Verbraucherdaten verändern.

Die verschärften Bestimmungen zeigen zugleich Auswirkungen auf die globalen Werbenetzwerke. So weitete Google Ads die Kennzeichnungspflicht für Anzeigen mit KI-generierten oder -bearbeiteten Bestandteilen auf Südkorea, Vietnam und den US-Bundesstaat Kalifornien aus, nachdem entsprechende Regeln zuvor bereits in der Europäischen Union, in Indien und in New York galten.

In diesen Regionen werden teils sichtbare Overlays direkt über der Anzeige eingeblendet. Zur Begründung der aktualisierten Richtlinien in Google Ads und den Produktdaten-Spezifikationen des Merchant Centers verwies der Konzern auf die regionalen Gesetzesvorgaben zur Offenlegung von KI-Inhalten.