KI-Wurm in Copilot: Selbstvermehrende Malware befällt Word-Dokumente

Sicherheitsforscher zeigt selbstreplizierenden KI-Wurm für Microsoft Copilot. Trotz mehrerer Patches bleibt die Schwachstelle laut Experten weiterhin ausnutzbar.

Der Sicherheitsforscher Håkon Måløy hat am 28. Juli 2026 Informationen über einen selbstvermehrenden KI-Wurm veröffentlicht, der Microsoft Copilot für Word betrifft. Die Schwachstelle basiert auf einem sogenannten Prompt-Injection-Angriff und ermöglicht es Schadcode, sich autonom über Dokumente hinweg zu verbreiten. Trotz mehrfacher Korrekturversuche seitens Microsoft gilt die zugrunde liegende Sicherheitslücke laut dem Entdecker weiterhin als nicht vollständig behoben.

Funktionsweise und Auswirkungen des KI-Wurms

Håkon Måløy demonstrierte am 28. Juli 2026, wie der Angriff eine architektonische Schwäche großer Sprachmodelle (LLMs) ausnutzt, bei der Anweisungen und Daten nicht strikt voneinander getrennt werden. Der Wurm verbirgt seine Instruktionen als weißer Text auf weißem Hintergrund, wodurch sie für den menschlichen Nutzer unsichtbar bleiben, aber von der Künstlichen Intelligenz verarbeitet werden.

In der Demonstration war die Schadsoftware in der Lage, Finanzdaten in Dokumenten zu verändern und den eigenen Payload selbstständig in neue Dateien zu kopieren. Ein wesentlicher Aspekt des Angriffs sei jedoch, dass das einfache Öffnen oder Teilen eines Dokuments nicht ausreiche, um die Infektion auszulösen. Das Dokument müsse explizit in den Kontext von Copilot geladen werden, damit der Wurm aktiv werden könne.

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Chronologie der Entdeckung und Gegenmaßnahmen

Die Kommunikation zwischen dem Forscher und dem Softwarekonzern begann bereits im Frühjahr des Jahres. Måløy meldete die Schwachstelle am 6. März 2026 an Microsoft. Das Unternehmen bestätigte die Existenz der Sicherheitslücke am 31. März 2026 und implementierte am 3. April 2026 eine erste Maßnahme zur Risikominimierung.

Eine zweite, umfassendere Gegenmaßnahme folgte am 14. Juli 2026. Diese beinhaltete unter anderem ein Upgrade des zugrunde liegenden Modells auf die Versionen GPT-5.5 und GPT-5.6. Måløy erklärte jedoch am 28. Juli 2026, dass die Schwachstellenklasse auch 144 Tage nach der Erstmeldung weiterhin bestehe. Modifizierte Prompts hätten das schädliche Verhalten auch unter der neueren Modellversion GPT-5.6 reproduziert.

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Aktuelle Risikolage und fehlende Patches

Bisher gibt es laut Angaben des Forschers keine Berichte über eine aktive Ausnutzung der Schwachstelle in der Praxis. Dennoch betonte Måløy am 28. Juli 2026, dass es derzeit keine kundenseitigen Maßnahmen gebe, die das Problem vollständig adressieren könnten.

Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Details Ende Juli wurde weder eine offizielle CVE-Nummer (Common Vulnerabilities and Exposures) vergeben noch ein Sicherheitshinweis seitens Microsoft veröffentlicht. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Behebung solcher strukturellen Schwächen in der Interaktion zwischen KI und Nutzerdaten eine komplexe Herausforderung für die Sicherheit von Produktivitätssoftware darstellt.