Kimchi-Bakterium: Milchsäurestamm erhöht Nanoplastik-Ausscheidung um 100%

Der Stamm CBA3656 band Nanoplastik im Labor und erhöhte bei Mäusen die Ausscheidung. Eine Wirkung beim Menschen ist bislang nicht belegt.

Aktuelle Forschungsergebnisse des World Institute of Kimchi deuten darauf hin, dass bestimmte Milchsäurebakterien aus fermentiertem Gemüse eine Rolle bei der Reduktion von Nanoplastik im tierischen Organismus spielen könnten.

Wissenschaftler des Instituts isolierten den Bakterienstamm Leuconostoc mesenteroides CBA3656 und untersuchten dessen Fähigkeit, winzige Kunststoffpartikel zu binden und deren Ausscheidung zu fördern. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden unter der Leitung der Autoren Se Hee Lee und Tae Woong Whon im Fachjournal Bioresource Technology (DOI 10.1016/j.biortech.2026.134234) veröffentlicht.

Labordaten zur Adsorption von Kunststoffen

In verschiedenen Versuchsreihen untersuchten die Forscher, wie effektiv die Bakterienstämme Nanoplastikpartikel an sich binden können. Unter Standardbedingungen im Labor zeigte der Stamm CBA3656 eine Adsorptionsrate von 87 % gegenüber Polystyrol-Nanopartikeln. Ein zum Vergleich herangezogener Referenzstamm, Latilactobacillus sakei CBA3608, erreichte unter identischen Bedingungen einen Wert von 85 %.

Signifikante Unterschiede traten jedoch auf, sobald die Bedingungen einer natürlichen Darmumgebung simuliert wurden. In diesem Szenario konnte der Bakterienstamm CBA3656 eine Adsorptionsleistung von 57 % aufrechterhalten.

Im Gegensatz dazu sank die Bindungsfähigkeit des Referenzstammes CBA3608 unter diesen erschwerten Bedingungen auf lediglich 3 % ab. Diese Daten legen nahe, dass die Stabilität der Bindung zwischen Bakterien und Kunststoffpartikeln stark vom jeweiligen Stamm abhängt.

Ergebnisse aus dem Tierversuch

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Zur Überprüfung der Labordaten führten die Wissenschaftler Versuche mit keimfreien Mäusen durch. Den Tieren wurde der Milchsäurebakterienstamm CBA3656 verabreicht, um dessen Einfluss auf die Verweilzeit von Kunststoffen im Körper zu beobachten.

Laut den im September 2026 veröffentlichten Berichten wiesen die Mäuse, die diesen spezifischen Kimchi-Bakterienstamm erhalten hatten, eine deutlich erhöhte Ausscheidungsrate auf. Die Menge des im Kot nachgewiesenen Nanoplastiks lag bei dieser Gruppe mehr als doppelt so hoch wie bei der Kontrollgruppe.

Nanoplastik definiert sich über eine Partikelgröße von weniger als einem Mikrometer, was einem Tausendstel Millimeter entspricht. Aufgrund dieser geringen Größe können die Partikel über die Nahrung, das Trinkwasser oder die Luft in den Körper gelangen. Die Forschungsergebnisse stützen die These, dass fermentierungsbasierte Probiotika ein Potenzial zur Adsorption solcher Partikel besitzen könnten.

Forschungsstand und Perspektiven für den Menschen

Trotz der im Tierversuch beobachteten Effekte betonen Experten, dass sich die Forschung noch in einem frühen Stadium befindet. Ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirkung am Menschen steht bislang aus. Daher ist der Konsum von Kimchi derzeit nicht als belegte Methode zur Entgiftung oder zur gezielten Ausscheidung von Kunststoffen einzustufen.

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Hae Choon Chang, der Präsident des World Institute of Kimchi, wies darauf hin, dass die genauen Wirkmechanismen und die klinische Relevanz für die menschliche Gesundheit weiterer Daten bedürfen.

Das Institut, das dem südkoreanischen Ministerium für Wissenschaft und ICT untersteht, sieht in der Identifizierung konkreter Stammstypen eine Grundlage für künftige klinische Studien. Ziel sei es, die Wechselwirkungen zwischen Probiotika und Umweltgiften wie Nanoplastik tiefergehend zu verstehen, um potenzielle Anwendungen in der Ernährungswissenschaft zu prüfen.