Das chinesische KI-Start-up Moonshot AI hat die Verkäufe seines neuesten Modells Kimi K3 vorübergehend eingestellt – der Ansturm der Nutzer sprengte alle Kapatizäten.
Bereits 48 Stunden nach dem Start am 17. Juli 2026 war die verfügbare Rechenleistung erschöpft. Das Unternehmen setzte die Pause am 19. und 20. Juli um, um die GPU-Cluster zu entlasten und bestehenden Abonnenten weiterhin einen stabilen Dienst zu gewährleisten.
Ein Modell mit 2,8 Billionen Parametern
Kimi K3 ist kein gewöhnliches Sprachmodell. Mit 2,8 Billionen Parametern und einer Mixture-of-Experts-Architektur (MoE) aus 896 Experten, von denen pro Token 16 aktiv sind, zählt es zu den leistungsfähigsten Systemen weltweit. Die Besonderheit: Ein 1-Million-Token-Kontextfenster und ein linearer Aufmerksamkeitsmechanismus (KDA), der die Effizienz steigert, aber enorme Hardware-Ressourcen fordert.
Laut Branchenanalysten von SemiAnalysis benötigt das Modell mehr als 1,5 Terabyte an High-Bandwidth-Speicher (HBM). Die Folge: Die täglichen Verkaufszahlen vervielfachten sich nach dem Release mindestens um das Sechsfache und trieben die Infrastruktur an ihre Grenzen.
Abonnement-Modell wird umgestellt
Moonshot AI reagiert mit einer Umstrukturierung. Künftig gibt es zwei Tarife: eine allgemeine Kimi-Mitgliedschaft für Web- und App-Nutzung sowie eine spezielle Kimi-Code-Mitgliedschaft für Programmieraufgaben. Neue Abonnements sollen schrittweise wieder freigeschaltet werden, sobald die Serverkapazitäten erweitert sind.
Die Preise für Kimi K3 liegen bei 15 Euro pro Million Tokens für die Ausgabe. Zwischengespeicherte Eingaben kosten 0,30 Euro, ungecachte Eingaben drei Euro pro Million Tokens.
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Spitzenwerte in Benchmarks
Kimi K3 überflügelt etablierte Konkurrenten in spezifischen Tests. In der Frontend Code Arena erzielte das Modell 1.679 Punkte – und damit mehr als Claude Fable 5 mit 1.631 Punkten. Auch gegen GPT-5.6 Sol und Anthropics Opus 4.8 schnitt Kimi K3 in bestimmten Metriken besser ab.
Trainiert wurde das Modell auf NVIDIA-Chips, betrieben wird es in chinesischen Rechenzentren mit heimischen Halbleitern. Trotz des Verkaufsstopps für die Verbraucherversion bleibt der für den 27. Juli 2026 angekündigte Open-Weight-Release bestehen.
Finanzielle Expansion und IPO-Gerüchte
Der Erfolg von Kimi K3 kommt nicht von ungefähr. Das 2023 von Yang Zhilin gegründete Unternehmen meldete im Juni einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 300 Millionen Euro – ein Anstieg von 200 Millionen Euro im April.
Die Bewertung des Start-ups liegt Schätzungen zufolge zwischen 20 und 30 Milliarden Euro. Im Mai sammelte Moonshot AI in einer Finanzierungsrunde mehr als zwei Milliarden Euro ein, das gesamte eingeworbene Kapital summiert sich auf über 5,5 Milliarden Euro.
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Branchenkreisen zufolge bereitet das Unternehmen einen Börsengang in Hongkong vor. Gespräche mit Goldman Sachs und CICC sollen bereits laufen. Moonshot AI soll bei den Aktionären um formelle Zustimmung für die Notierung werben. Erwartet werden bis zu zwei Milliarden Euro frisches Kapital – für den Ausbau der Recheninfrastruktur und die weitere Forschung.

