Kioxia CM10: Enterprise-SSD mit PCIe 6.0 und 28,4 GB/s

Biwin bringt Consumer-SSD M560 mit PCIe 5.0, Kioxia startet Enterprise-Serie CM10 mit PCIe 6.0 und kündigt UFS 5.0 an.

Die Hardware-Hersteller Biwin und Kioxia haben zum Monatsbeginn neue Speicherlösungen für unterschiedliche Marktsegmente angekündigt. Während Biwin mit der M560 eine neue Consumer-SSD auf Basis des PCIe-5.0-Standards einführt, adressiert Kioxia mit der CM10-Serie erstmals den Enterprise-Bereich mit der kommenden PCIe-6.0-Schnittstelle.

Biwin M560: DRAM-less PCIe-5.0-Leistung für Endanwender

Biwin hat am 1. August 2026 die Markteinführung der M560 Consumer-SSD bekannt gegeben. Das Laufwerk nutzt die PCIe-5.0-Schnittstelle und setzt auf den im 6-Nanometer-Verfahren gefertigten Silicon Motion SM2504XT Controller. Eine Besonderheit des Modells ist das DRAM-less-Design, kombiniert mit TLC-NAND. Die SSD wird in Kapazitäten von 1 TB und 2 TB angeboten.

Die Leistungsdaten variieren je nach Kapazität. Das 1-TB-Modell erreicht laut Herstellerangaben eine sequenzielle Lesegeschwindigkeit von bis zu 11.000 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 9.700 MB/s. Die zufälligen IOPS werden mit 1,4 Millionen (Lesen) und 1,6 Millionen (Schreiben) angegeben. Die 2-TB-Variante steigert die Schreibgeschwindigkeit auf 10.000 MB/s und die zufälligen IOPS auf jeweils 1,7 Millionen in beiden Disziplinen.

In Bezug auf die Zuverlässigkeit gibt Biwin eine Belastbarkeit von 750 TBW für die kleinere und 1.500 TBW für die größere Version an. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme soll unter 5,2 W liegen. Mit Abmessungen von 80x22x2,45 mm und einem Gewicht von unter 10 g entspricht das Laufwerk dem gängigen M.2-Formfaktor. Preislich orientierten sich die Modelle Ende Juli bei etwa 180 Euro für 1 TB und 280 Euro für 2 TB.

Kioxia CM10: Premiere für PCIe 6.0 im Enterprise-Segment

Zeitgleich präsentierte Kioxia die CM10-Serie, die als erste Enterprise-SSD-Generation den PCIe-6.0-Standard unterstützt. Die Laufwerke basieren auf der zehnten Generation des BiCS-Flash-Speichers mit 332 Schichten (TLC-NAND). Kioxia zielt mit dieser Serie auf Enterprise-Server und KI-Infrastrukturen ab und bietet Kapazitäten von 1,60 TB bis hin zu 61,44 TB an.

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Durch den Einsatz von PCIe 6.0 erreicht die CM10-Serie laut Marktanalysen signifikante Leistungssprünge gegenüber dem Vorgängermodell CM9. Die sequenzielle Leseleistung steige um bis zu 92 Prozent, während die zufällige Leseleistung um 85 Prozent zunehme. Konkrete Daten beziffern das sequenzielle Lesen auf bis zu 28,4 GB/s bei 6,29 Millionen IOPS im zufälligen Lesebetrieb.

Die CM10-Serie wird in den EDSFF-Formfaktoren E3.S und E1.S mit PCIe 6.0 angeboten, wobei für thermisch anspruchsvolle Umgebungen optional eine Cold-Plate-Flüssigkeitskühlung verfügbar ist. Eine 2,5-Zoll-Version des Laufwerks beschränkt sich hingegen auf PCIe 5.0 und nutzt BiCS8-NAND. In Sachen Haltbarkeit stehen Varianten mit 1 DWPD (Read-Intensive) und 3 DWPD (Mixed-Use) zur Verfügung.

Technologische Integration und Edge-AI-Lösungen

Die CM10-Laufwerke unterstützen aktuelle Industriestandards wie NVMe 2.1, OCP 2.7, Flexible Data Placement (FDP) sowie NVIDIA CMX. Für die Datensicherheit sind Optionen wie SIE, SED und Unterstützung für Post-Quantum-Kryptographie vorgesehen; eine Zertifizierung nach FIPS 140-3 sei geplant. Kioxia liefert bereits Muster an ausgewählte Kunden aus und plant eine detaillierte Präsentation auf der FMS 2026, die vom 4. bis 6. August in Santa Clara stattfindet.

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Zusätzlich kündigte Kioxia ein UFS 5.0-Laufwerk an, das speziell für Edge-AI-Anwendungen in Smartphones und PCs entwickelt wurde. Dieses basiert auf BiCS8-NAND mit 218 Schichten und bietet Kapazitäten von 512 GB und 1 TB. Gegenüber dem Standard UFS 4.1 sollen die sequenziellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten um 123 Prozent beziehungsweise 113 Prozent höher ausfallen. Die Massenproduktion dieser UFS-Lösung wird bis zum Jahresende erwartet.