Klage gegen Meta: Texas wirft WhatsApp Täuschung vor

Texas reicht Klage gegen Meta ein, weil WhatsApps Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeblich täuscht. Apple veröffentlicht derweil iOS 26.5 mit Quantenschutz.

Der texanische Attorney General Ken Paxton verklagt Meta und WhatsApp wegen angeblicher Falschdarstellung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Klage vom 21. Mai 2026 wirft dem Konzern vor, mehr als 3,3 Milliarden Nutzer über den tatsächlichen Schutz ihrer Nachrichten getäuscht zu haben.

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Vorwurf: Interne Zugriffsmöglichkeiten auf „private“ Chats

Die Zivilklage, eingereicht nach dem texanischen Verbraucherschutzgesetz, behauptet, dass interne Systeme es Mitarbeitern potenziell ermöglichten, auf Nachrichten zuzugreifen, die als vollständig privat beworben wurden. Der Rechtsstreit stützt sich unter anderem auf einen Bericht über eine eingestellte Untersuchung des US-Handelsministeriums vom April 2026.

Meta wies die Vorwürfe umgehend zurück. Der Zeitpunkt ist brisant: Bereits am 23. Mai reichte die texanische Justiz eine weitere Klage gegen die Plattform Discord ein – diesmal wegen unzureichender Kinderschutzmaßnahmen.

Unterstützung erhielt die texanische Position von Telegram-Gründer Pavel Durov, der WhatsApps Datenschutzversprechen am 23. Mai als irreführend bezeichnete. Kryptografie-Experten von renommierten Institutionen wie dem King‘s College London und der ETH Zürich äußerten jedoch Zweifel an der Beweislage des Bundesstaates. Sie wiesen darauf hin, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwar den Nachrichteninhalt schütze, aber nicht zwingend Metadaten umfasse.

Erst im Juli 2024 hatte Meta einen Rechtsstreit mit Texas beigelegt und 1,4 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro) wegen Streitigkeiten um Gesichtserkennungstechnologie gezahlt.

Apple rüstet auf: iOS 26.5 mit Quantencomputer-Schutz

Während Meta unter rechtlichem Druck steht, verfolgt Apple eine offensive Sicherheitsstrategie. Das am 23. und 24. Mai veröffentlichte Update iOS 26.5 schließt 52 dokumentierte Sicherheitslücken, darunter die kritische Schwachstelle CVE-2026-28950.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Branchendaten zeigen einen dramatischen Anstieg mobiler Bedrohungen. Banking-Trojaner legten im ersten Quartal 2026 um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle zu. „Quishing“ – Phishing über QR-Codes – verzeichnete ein Plus von 150 Prozent.

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Herzstück des Updates ist die systemweite Einführung von Post-Quanten-Kryptografie (PQC). Mit dem PQ3-Protokoll und dem ML-KEM-Standard bereitet Apple seine Geräte auf eine Zukunft vor, in der Quantencomputer aktuelle Verschlüsselungsmethoden knacken könnten. Die neue Technologie schützt nun TLS, VPN, SSH und Gerätekopplung. Zur Transparenz veröffentlichte Apple den Quellcode seiner corecrypto-Bibliothek auf GitHub.

Neue Funktionen: RCS-Verschlüsselung und Status-Listen

Das Update bringt auch praktische Verbesserungen. Seit dem 22. Mai testet Apple eine Beta-Version der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Rich Communication Services (RCS) – eine sichere Brücke zwischen iOS und Android. Weitere Neuerungen: ein Pride-Hintergrundbild, Drag-and-Drop in der Nachrichten-App, geplantes Senden und automatische Metadaten-Entfernung aus Fotos.

Für Nutzer mit Problemen wie Kalender-Suchfehlern oder Verbindungsstörungen auf bestimmter Hardware (etwa dem iPhone 17 Air) wird bis Ende Mai ein Wartungs-Update (iOS 26.5.1) erwartet.

WhatsApp wiederum führt neue Funktionen ein. Am 23. Mai startete der Dienst „Status-Listen“, mit denen Nutzer individuelle Zielgruppen für Status-Updates festlegen können – ähnlich privaten Freundeslisten in sozialen Netzwerken. Einen Tag später wurden Berichte über eine „Nach dem Lesen“-Funktion für selbstlöschende Nachrichten bekannt. Diese Option löscht Mitteilungen fünf Minuten, eine Stunde oder zwölf Stunden nach dem Ansehen – zusätzlich zu den bestehenden Timern von 24 Stunden bis 90 Tagen.

Zudem testet WhatsApp eine Username-Funktion, die Telefonnummern für neue Chats optional macht. Nutzer können einen eindeutigen Namen mit 3 bis 35 Zeichen wählen, die Telefonnummer bleibt jedoch für die Konto-Wiederherstellung erforderlich.

Notruf-Test in NRW: GPS-Daten für schnellere Hilfe

Auch die Notfallkommunikation wird ausgebaut. Seit dem 23. Mai testet die Polizei in Nordrhein-Westfalen die Advanced-Mobile-Location-Technologie (AML) für 110-Notrufe. Das System übermittelt beim Wählen der Notrufnummer automatisch GPS-Daten an einen zentralen Server – die Daten werden nach 60 Minuten gelöscht. Die Technologie ist auf modernen iOS- und Android-Geräten standardmäßig aktiv und bereits in mehreren anderen Bundesländern im Einsatz.

Für die tägliche Nutzung gibt es praktische Hinweise: Ein orangefarbener Punkt in der oberen rechten Ecke des iPhone-Displays zeigt an, dass eine App das Mikrofon verwendet. Über das Kontrollzentrum lässt sich die betreffende App identifizieren, die Berechtigungen können in den Datenschutzeinstellungen verwaltet werden. Ein grüner Punkt signalisiert, dass Kamera oder Kamera und Mikrofon aktiv sind.

Ausblick: iOS 27 und KI-Integration

Branchenbeobachter blicken bereits auf den Herbst 2026 und die erwartete Veröffentlichung von iOS 27. Laut Berichten vom 24. Mai plant Apple, Datenschutz zum zentralen Thema der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026 zu machen. Geplante Funktionen des neuen Betriebssystems umfassen einen KI-fokussierten Privatsphäre-Modus mit automatischer Chat-Löschung und einen „privaten Modus“, der keine Verlaufsdaten aufzeichnet.

Es gibt zudem Hinweise auf eine Partnerschaft mit Google zur Integration von Gemini-KI, um Siri und andere „Apple Intelligence“-Dienste zu verbessern. Der Deal könnte rund eine Milliarde Dollar (etwa 930 Millionen Euro) pro Jahr wert sein.

Hardware-seitig soll iOS 27 eine überarbeitete Einstellungsoberfläche für AirPods bieten – statt einer eigenständigen App werden die Steuerelemente innerhalb der Systemeinstellungen neu organisiert.

Während Apple diese Neuerungen vorbereitet, beschäftigt das Unternehmen noch eine Sammelklage. Apple muss Berichten zufolge 250 Millionen Dollar (rund 233 Millionen Euro) an Nutzer zahlen – wegen Vorwürfen der verfrühten Bewerbung bestimmter KI-Funktionen. Die Branche bewegt sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter auf dem schmalen Grat zwischen leistungsstarker KI-Integration und den strengen Datenschutzanforderungen von Regulierungsbehörden und Öffentlichkeit.