Digitale Technologien zur Unterstützung der mentalen Gesundheit setzen zunehmend auf automatisierte Rückkopplungsschleifen. Das US-Unternehmen Soaak Technologies hat mit Find My Frequency eine Plattform vorgestellt, die nach eigenen Angaben als weltweit erstes geschlossenes System auf Basis künstlicher Intelligenz für Wearables fungiert.
Wie der Branchendienst prnewswire.com in einem Bericht vom 6. Oktober 2026 meldete, verarbeitet das System biometrische Vitaldaten gängiger Endgeräte, um personalisierte Sitzungen mit akustischen Frequenzen für die Stressregulation und Schlafverbesserung bereitzustellen.
Unterstützt werden dabei Sensoren und Smartwatches von Herstellern wie Apple, Garmin, Google beziehungsweise Fitbit sowie die Messringe und Tracker von ŌURA und WHOOP.
Vierstufiger Regelkreis zur individuellen Entspannung
Das System arbeitet nach Angaben des Entwicklers nach einem festen Schema, das in vier aufeinanderfolgende Phasen unterteilt ist: Messen, Interagieren, Handeln und Nachmessen. Dieser geschlossene Regelkreis zielt darauf ab, die akustischen Interventionen kontinuierlich an die physiologischen Reaktionen der Anwender anzupassen.
Anstatt vorgefertigte, statische Klangdateien abzuspielen, analysiert die integrierte künstliche Intelligenz die biometrischen Rückmeldungen in Echtzeit.
Stellt das System anhand der erfassten Messwerte Veränderungen im vegetativen Nervensystem oder Anzeichen von erhöhtem Stress fest, passt es die Frequenzmuster entsprechend an. Die anschließende Nachmessung dient der Überprüfung, inwieweit sich die körperlichen Parameter nach der Klangsitzung normalisiert haben.
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Studienergebnisse und Einsatzbereiche
Die Entwicklung stützt sich nach Unternehmensangaben auf einen Datensatz aus 18.000 erfassten Nächten und Untersuchungen an 550 Probanden. In einem vorangegangenen Pilotprojekt mit Nutzern der Geräte von ŌURA und Garmin gaben 90,3 Prozent der Teilnehmenden an, eine messbare Verbesserung ihres Schlafs sowie ihres persönlichen Stressmanagements erfahren zu haben. Die allgemeine Zufriedenheit der Mitglieder liegt laut Unternehmensangaben bei 97 Prozent.
Mittlerweile verzeichnet die Plattform eine Nutzung von mehr als 90 Millionen Minuten in 190 Ländern. Neben privaten Endverbrauchern greift auch das US-Militär auf die Technologie zurück: Sowohl die Air Force als auch die Space Force nutzen die Frequenzprogramme im Rahmen von Forschungsförderungen für kleine Unternehmen.
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Verfügbarkeit und Einordnung im Gesundheitssektor
Die Anwendung steht für mobile Endgeräte mit den Betriebssystemen iOS und Android bereit und beinhaltet eine kostenlose Testphase. Die Plattform erhielt zudem brancheninterne Anerkennung und wurde im Jahr 2026 vom Fachmagazin WIRED als beste Schlaf-App sowie von CNET als beste Anwendung für mentale Gesundheit ausgezeichnet.
In der digitalen Gesundheitsvorsorge markieren biofeedbackgestützte Klangtherapien einen trend hin zu automatisierten, nicht-invasiven Entspannungsmethoden. Während konventionelle Achtsamkeits-Apps oft auf aktiver Mitarbeit basieren, sollen geschlossene Systeme den Aufwand für Nutzer reduzieren, indem sie Interventionen unmittelbar an die gemessenen Vitaldaten koppeln.
Die weitere Verbreitung solcher Technologien dürfte künftig davon abhängen, wie belastbar unabhängige klinische Studien die wirksamkeit der Frequenzmuster auf neurobiologische Prozesse bestätigen.

