Koa: Salesforce und NVIDIA präsentieren CRM-KI mit 3× besserer Genauigkeit

Salesforce und NVIDIA zeigen mit Koa ein CRM-Modell für logische Aufgaben. Pilotkunden nutzen es bereits, der US-Start wird für Winter 2026 erwartet.

Die Unternehmen Salesforce und NVIDIA haben mit Koa ein spezialisiertes KI-Modell präsentiert, das komplexe logische Schlussfolgerungen im Kundenmanagement ermöglichen soll. Das auf NVIDIA-Technologie basierende Modell markiert einen strategischen Schritt hin zu autonomen Agenten in der Unternehmenssoftware, die über einfache Automatisierungen hinausgehen.

In einem gemeinsamen Bericht vom 15. September 2026 stellten Salesforce und NVIDIA das Modell Koa vor. Es handelt sich um das erste CRM-Reasoning-Modell für die Plattform Agentforce. Koa wurde auf Basis von NVIDIA Nemotron 3 Super entwickelt und mit synthetischen Daten trainiert, die das CRM-Wissen aus 27 Jahren und über 14 Branchen abbilden. Nach Angaben der Unternehmen wurden dabei keine Kundendaten für das Training verwendet.

Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit von Koa

In CRM-Benchmarks zeige Koa eine Leistung, die bestehenden Standards entspreche oder diese übertreffe. Ein wesentlicher Vorteil liege in der Zuverlässigkeit: Das Modell weise eine dreimal geringere Fehlerquote auf als vergleichbare Systeme.

Während Pilotkunden bereits Zugriff auf die Technologie haben, wird die allgemeine Verfügbarkeit in den USA für den Winter 2026 erwartet. Ergänzend dazu sind seit Mitte September die Missionforce Operations allgemein verfügbar. Ab Oktober 2026 sollen zudem nachträglich trainierte NVIDIA-Modelle bereitgestellt werden.

Die praktische Anwendung dieser agentischen KI-Systeme findet bereits bei großen Partnern statt. Siemens nutzt Agentforce, um monatlich über 2.500 unqualifizierte Leads zu bearbeiten. Ein spezieller Qualifikations-Agent unterstützt 18.000 Vertriebsmitarbeiter in 132 Ländern.

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Durch die Verbindung von Agentforce mit Siemens Teamcenter sollen industrielle digitale Zwillinge mit autonomer KI verknüpft werden, was Prozesse von mehreren Wochen auf wenige Stunden verkürzen könne. Auch die Adecco Group rollt nach Pilotprojekten in Großbritannien und Frankreich den Agentforce Coworker in über 40 Ländern aus.

Breite Markteinführung spezialisierter KI-Agenten

Neben Salesforce treiben weitere Anbieter die Entwicklung agentischer Systeme voran. Zendesk führte Specialized AI Agents für den Handel ein, die Aufgaben wie Bestellungen, Retouren und Rückerstattungen in Zusammenarbeit mit Plattformen wie Shopify oder Stripe übernehmen. Das Ziel sei die Automatisierung von bis zu 80 % der Workflows.

Im Bereich Governance, Risk und Compliance (GRC) stellte Diligent neue Fähigkeiten für die Plattform Diligent One vor, darunter Orchestrierungsagenten für Audit-Workflows. Ein GRC-Brain soll ab Oktober in ausgewählten Lösungen verfügbar sein.

Der Anbieter Archer lancierte unterdessen die Systeme Evolv Foundation und Evolv Workplace, die auf über 250 Millionen GRC-Datensätzen basieren. Bis Ende 2026 plane Archer, mehr als 200 solcher Operatoren in Produktion zu haben.

Effizienzgewinne und operative Hürden

Dass der Einsatz autonomer Agenten messbare Erfolge erzielt, zeigen Ergebnisse von Dienstleistern wie Genpact und SupportNinja. Genpact konnte in der Kreditorenbuchhaltung die Rate der berührungslosen Bearbeitung von 26 % auf über 80 % steigern, während die Genauigkeit der Rechnungen von 70 % auf über 95 % stieg. SupportNinja berichtete bei einer Fitnessmarke von einer Steigerung der Bot-Lösungsquote auf 92 %.

Trotz dieser Fortschritte identifizieren Marktbeobachter wie UiPath signifikante Hürden für eine flächendeckende Einführung. Als größte Barrieren gelten die Datenqualität (38 %), Integrationsschwierigkeiten (37 %) und die Governance (33 %). Dennoch erzielen Unternehmen, die Orchestrierungsvorgänge voll eingebettet haben, in 89 % der Fälle den erwarteten ROI oder übertreffen diesen sogar.

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Speziallösungen für Finanzen und Kleinunternehmen

Der Trend zur Agentic AI erreicht auch spezifische Nischen. Databricks setzt auf Agentic Finance für mehrstufige Aufgaben in der Compliance und Pensionsberatung. Paystand machte Anfang September 2026 eine agentische Finanz-Suite allgemein verfügbar, deren Berichts-Agenten die Zeit für Monatsabschlüsse um 78 % senken sollen.

Für den Markt der Solo-Gründer und Kleinunternehmen stellte Hancom die Plattform Nomadian vor. Diese nutzt ein eigenes Agentic OS, um KI-Agenten als Teams in einer 3D-Arbeitsumgebung agieren zu lassen. Eine Beta-Phase in den USA ist für Dezember geplant, bevor das System 2027 in ein kostenpflichtiges Abonnement übergehen soll.