Sie investieren massiv in krisenfeste Kommunikation. Der Fokus liegt auf physischen Anlaufstellen und unabhängiger Satellitentechnik.
Experten beobachteten im Januar, dass das Mobilfunknetz bereits nach wenigen Stunden kollabierte. Das erschwerte die Koordination der Rettungskräfte erheblich. Um für künftige Blackouts gewappnet zu sein, setzen Kommunen nun auf einen Mix aus alten und neuen Lösungen.
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Leuchttürme: Die Rückkehr der analogen Anlaufstelle
Angesichts der Erkenntnis, dass digitale Netze schnell versagen, bauen immer mehr Städte sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme auf. Diese festen Standorte dienen als Informationsdrehscheibe, wenn Telefon und Internet ausfallen.
In Berlin-Treptow-Köpenick und anderen Bezirken existiert dieses System bereits. Die Zentren sind durch ein bundesweit einheitliches Logo gekennzeichnet. Bürger können dort Notrufe über autarke Funksysteme absetzen und erhalten verlässliche Lageinformationen.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Grundversorgung. Viele Konzepte sehen vor, dass sich Menschen dort aufwärmen oder lebenswichtige Geräte aufladen können. Landkreise wie Märkisch-Oderland streben eine autarke Betriebsfähigkeit von mindestens 72 Stunden an.
Die große Herausforderung: Die Standorte benötigen unterbrechungsfreie Stromversorgung und leistungsfähige Notstromaggregate. Bisher verfügt oft nur ein Bruchteil der geplanten Anlaufstellen über diese kritische Hardware.
Warum das Mobilfunknetz so verwundbar ist
Die Abhängigkeit von Smartphones erwies sich in der Krise als kritisches Risiko. Mobilfunkmasten hängen am öffentlichen Stromnetz. Ihre Batteriepuffer sind aus Kostengründen meist stark begrenzt.
Branchenübliche Batterien überbrücken einen Blackout typischerweise nur zwei bis vier Stunden. Moderne 5G-Stationen mit hohem Energiebedarf verkürzen diese Zeit zusätzlich. Sind die Puffer leer, verstummen die Netze.
Für die Betreiber bedeutet ein längerer Ausfall immensen logistischen Aufwand. Mobile Notstromaggregate müssen dann zu tausenden Masten transportiert werden. In der Schweiz gibt es bereits neue Vorgaben zur Verbesserung der Notstromversorgung.
In Deutschland wird eine ähnliche Verschärfung diskutiert. Die Bundesnetzagentur betont die Notwendigkeit, zumindest Grundkommunikation und Warnungen länger aufrechtzuerhalten.
Satelliten und 450 MHz: Das krisenfeste Rückgrat
Immer mehr Versorger und Behörden setzen auf spezialisierte Funklösungen. Ein Beispiel ist der Aufbau eines bundesweiten 450-Megahertz-Funknetzes. Dieses Frequenzband hat eine hohe Reichweite und durchdringt Gebäude gut.
Da das Netz für kritische Infrastruktur konzipiert ist, sind seine Basisstationen robuster abgesichert. In Schwerin investierte der Energieversorger WEMAG 20 Millionen Euro in ein solches Netz mit über 30 Funktürmen.
Parallel gewinnt die Satellitenkommunikation an Bedeutung. Systeme wie Starlink benötigen nur eine freie Sicht zum Himmel und eine lokale Stromquelle. Viele Landkreise rüsten ihre Katastrophenschutzstäbe jetzt mit entsprechenden Terminals aus.
Wer bezahlt die milliardenschwere Sicherheitswende?
Der Ausbau der kommunalen Resilienz ist teuer. Kommunale Spitzenverbände weisen darauf hin, dass die Modernisierung eine Gemeinschaftsaufgabe sei. Die operativ verantwortlichen Kommunen fehlen oft die finanziellen Mittel.
Allein die Ausstattung aller geplanten Anlaufstellen erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Zudem agieren Mobilfunkbetreiber in einem wettbewerbsorientierten Markt. Investitionen in mehrtägige Batteriekapazitäten sind wirtschaftlich schwer darstellbar.
Die Bundesnetzagentur versucht durch Branchendialog und neue Mindeststandards gegenzusteuern. Ziel sind Synergien zwischen Energie, Telekommunikation und Verwaltung. Bei einem Ausfall eines Systems sollen die anderen als Rückfallebene fungieren.
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Die Zukunft liegt im hybriden Warn-Mix
Die Ereignisse der letzten Monate zeigen: Es gibt keine Einzellösung. Die Strategie der Zukunft basiert auf einem Warn-Mix aus digitalen und analogen Elementen.
Neben Cell Broadcast und Apps setzen Experten wieder verstärkt auf Sirenen und Leuchttürme. Kommunen planen zudem, die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung durch Informationskampagnen zu stärken.
Die technologische Entwicklung spielt weiter eine Schlüsselrolle. Mit künftigen 6G-Systemen und der Integration von Satellitenfunk in Smartphones könnten sich neue Notruf-Möglichkeiten ergeben.
Bis dahin bleibt die physische Präsenz vor Ort die wichtigste Versicherung gegen das Chaos eines totalen Netzausfalls. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Gefahrenabwehr hin zur proaktiven Gestaltung von Krisenfestigkeit.





