Kongos Milliarden-Plan: Mit KI und Breitband zum Tech-Hub Afrikas

Die Demokratische Republik Kongo investiert Milliarden in Breitband, KI-Ausbildung und digitale Verwaltung, um bis 2030 zum führenden Technologiestandort Afrikas aufzusteigen.

Kinshasa setzt mit einem 8,7-Milliarden-Euro-Plan auf digitale Souveränität und will zum KI-Zentrum Afrikas aufsteigen. Das Herzstück: 250.000 junge Menschen sollen in Künstlicher Intelligenz ausgebildet werden.

Die Demokratische Republik Kongo hat ihren digitalen Masterplan für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Der Nationale Digitalplan 2026–2030 (PNN2) sieht Investitionen von rund 8,7 Milliarden Euro vor. Ziel ist es, das rohstoffreiche Land durch Breitbandausbau, KI-Offensive und digitale Verwaltung in einen Technologiestandort zu verwandeln. Die Regierung will sich so von der reinen Hilfsabhängigkeit lösen und auf partnerschaftliche Innovation setzen.

Rekordinvestition in die digitale Infrastruktur

Die Finanzierung des Plans ist ambitioniert. Die Regierung stellt eine Milliarde Euro aus öffentlichen Mitteln bereit. Weitere 500 Millionen Euro sind bereits von internationalen Partnern zugesagt. Den Löwenanteil von über sieben Milliarden Euro soll jedoch der Privatsektor aufbringen. „Das signalisiert einen strategischen Wandel“, analysieren Branchenbeobachter. Statt auf Geberhilfe setze man zunehmend auf Public-Private-Partnerships.

Konkret soll das Geld den digitalen Graben schließen. Bis 2030 sollen 30 Millionen Bürger Breitbandzugang erhalten und 1.000 Institutionen ans Netz gebracht werden. Als Rückgrat ist ein Tier-3-Rechenzentrum in Kinshasa geplant. Es soll die digitale Souveränität des Landes bei der Datenhaltung sichern. Die Regierung rechnet damit, dass der Plan das Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um etwa 4,1 Milliarden Euro steigern kann.

250.000 KI-Experten als Zielmarke

Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung des technischen Nachwuchses. Innerhalb von fünf Jahren sollen 250.000 junge Kongolesen in Künstlicher Intelligenz, Programmierung und Cybersicherheit geschult werden. Dazu wird eine eigene „Kongolesische KI-Akademie“ gegründet. Sie soll lokale Innovationen und angewandte Forschung vorantreiben.

„Wir schaffen eine Generation, die lokale Lösungen für Bergbau, Landwirtschaft und Gesundheit entwickeln kann“, so die Vision des Plans. Parallel sollen 30.000 spezialisierte Jobs im Bereich Cybersicherheit entstehen. Damit reagiert die Regierung auf die wachsende Bedrohungslage für die expandierende digitale Infrastruktur.

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Digitale Verwaltung soll Milliarden mobilisieren

Die Modernisierung des Staates ist der dritte Pfeiler. Bereits im März 2026 soll eine zentrale Digital-Gov-Plattform online gehen. Sie soll Behördengänge vereinfachen und Transparenz erhöhen. Drei Kernprojekte stehen an:

  • DRCPass: Ein blockchain-basiertes digitales Ausweissystem für rund 97 Millionen Euro, das bereits in Zusammenarbeit mit internationalen Tech-Firmen umgesetzt wird.
  • Nationale Zahlungsplattform: Ein System, das traditionelle Banken und Mobile-Money-Anbieter verbindet und die finanzielle Inklusion vorantreiben soll. Start ebenfalls für März 2026 geplant.
  • Digitales Steuer- und Zollsystem: Eine „Single Window“-Lösung, die die Steuereinnahmen laut Prognose um 1,2 bis 1,3 Prozentpunkte des BIP steigern soll.

Strategischer Wettlauf um Afrikas digitale Zukunft

Mit dem PNN2 positioniert sich der Kongo im regionalen Wettbewerb. Länder wie Ägypten und Nigeria investieren ebenfalls massiv in KI und digitale Infrastruktur. Der kongolesische Ansatz ist jedoch einzigartig: Er verbindet die Tech-Offensive mit der Rolle des Landes als global kritischer Mineralien-Lieferant. Die Digitalisierung soll helfen, mehr Wertschöpfung aus den heimischen Rohstoffen im Land zu halten.

Der neue Plan löst die „Horizont 2025“-Strategie ab, die etwa 60 Prozent ihrer Ziele erreichte. PNN2 setzt stärker auf messbare Wirtschaftseffekte wie Arbeitsplätze und BIP-Wachstum. Die ersten Bewährungsproben stehen unmittelbar bevor: Gelingt der Start der Digitalplattform und des Zahlungssystems im März? Und kann die Regierung die erforderlichen Milliarden an Privatkapital mobilisieren? Die Antworten darauf werden zeigen, ob der Kongo seinen digitalen Traum verwirklichen kann.

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