Konnex sammelt 15 Millionen Euro für App-Store für Roboter

Das Berliner Start-up Konnex hat eine strategische Finanzierungsrunde abgeschlossen, um eine Plattform für Robotics-as-a-Service zu entwickeln. Das Ziel ist ein offener Marktplatz, auf dem Roboterarbeit wie eine App gebucht und bezahlt werden kann.

Ein Berliner Start-up will mit einer Plattform die Automatisierungsbranche revolutionieren. Konnex hat 15 Millionen Euro an strategischer Finanzierung eingesammelt, um einen Marktplatz für physische Arbeit zu schaffen. Das Ziel: Roboter sollen sich so einfach buchen und bezahlen lassen wie eine Smartphone-App.

Die Vision: Eine offene Plattform für physische Arbeit

Hinter der Finanzierungsrunde, die Mitte Januar bekannt wurde, steht ein Konsortium aus Investoren wie Cogitent Ventures und Liquid Capital. Das Problem, das Konnex lösen will, ist altbekannt: Die Hardware für Roboter ist weit fortgeschritten, doch die Softwarelandschaft ist zersplittert. Die meisten Industrieroboter arbeiten in geschlossenen Ökosystemen und können nicht mit Maschinen anderer Hersteller kommunizieren oder Geschäfte abwickeln.

Konnex-CEO Jon Ollwerther sieht darin eine verpasste Chance. Seiner Einschätzung nach steckt die 25 Billionen Euro schwere „physische Arbeitswirtschaft“ in diesen geschlossenen Systemen fest. Die neue Plattform soll das ändern und autonome Roboter wie Apps funktionieren lassen – buchbar, verifizierbar und bezahlbar für skalierbare Arbeitseinsätze.

Vom Kauf zum Service: Roboter auf Abruf

Das Modell von Konnex bedeutet einen Paradigmenwechsel. Statt teure Roboter anzuschaffen, könnten Unternehmen künftig auf einen Robotics-as-a-Service-Ansatz (RaaS) setzen. Braucht ein Betrieb eine bestimmte Aufgabe erledigt – etwa eine Lagerbestandsaufnahme, eine Drohnenüberwachung oder eine Feldinspektion –, könnte er einfach einen Roboter für diesen Job „mieten“.

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Das System funktioniert über ein dezentrales Protokoll mit drei Kernfunktionen:
* Eine universelle Aufgaben-Sprache, die es Robotern verschiedener Hersteller ermöglicht, Jobanfragen zu verstehen.
* Ein „Proof-of-Physical-Work“-Verfahren, das die korrekte Ausführung der Aufgabe bestätigt.
* Eine automatische Abrechnung via Stablecoins, die eine sofortige und transparente Bezahlung der Roboterbetreiber sicherstellt.

Für Unternehmen könnte dies die Einstiegshürde in die Automatisierung deutlich senken. Massive Vorabinvestitionen in Hardware und komplexe Integrationsprojekte würden entfallen.

Das Ende der Insellösungen?

Aktuell erfordert der Einsatz von Robotern oft maßgeschneiderte Integrationen für jeden neuen Hersteller. In einem Lagerhaus können Roboter von Anbieter A meist nicht einfach mit Drohnen von Anbieter B zusammenarbeiten. Die Plattform von Konnex will als neutrale Schaltstelle zwischen diesen disparaten Systemen dienen.

Durch die Standardisierung von Jobannahme und Arbeitsnachweis ermöglicht die Plattform den Einsatz gemischter Roboterflotten. Diese Interoperabilität soll einen liquideren Markt für Roboterarbeit schaffen, in dem das Angebot an verfügbaren Robotern dynamisch auf die Nachfrage nach Aufgaben trifft.

Das Führungsteam bringt Erfahrung für diese Herausforderung mit. CEO Ollwerther hatte zuvor Führungspositionen bei den Drohnendienstleistern Measure und Aerobo inne. Berater Lucas Van Oostrum gilt als Spezialist für die Koordination mehrerer Roboter.

Marktchance zwischen Automatisierung und Web3

Der globale Robotikmarkt wird bis 2030 auf über 110 Milliarden Euro wachsen, angetrieben von Arbeitskräftemangel und dem Bedarf an resilienteren Lieferketten. Analysten sehen in Softwareplattformen wie der von Konnex, die auf Orchestrierung und Monetarisierung statt auf Hardwarefertigung setzen, die nächste Reifephase der Branche.

Die Entwicklung passt in den Trend zu dezentralen physischen Infrastrukturnetzen (DePIN). Dabei wird Blockchain-Technologie genutzt, um reale Hardware zu incentivieren und zu verwalten. Mit on-chain-Verifizierung und Zahlungen positioniert sich Konnex an der Schnittstelle von Industrieautomatisierung und Web3.

Mit den 15 Millionen Euro will das Unternehmen sein Engineering-Team vergrößern, seine Protokolle verfeinern und erste Partner in den Bereichen Logistik und Industrieinspektion gewinnen. Die langfristige Vision ist ein globales Netzwerk, in das sich jede autonome Maschine einklinken kann, um durch physische Arbeit Einnahmen zu generieren. Das könnte grundlegend verändern, wie die Welt Arbeit organisiert.

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