Die Geschäftsaussichten kleiner und mittlerer Unternehmen in Südkorea haben sich nach vorangegangenen Zuwächsen wieder eingetrübt. Der Ausblick des Small Business Health Index für Oktober 2026 fiel um 1,5 Punkte auf 83,3 Zähler. Dies ergab eine vom 10. bis 16. September durchgeführte Erhebung der Korea Federation of SMEs unter 3.073 mittelständischen Betrieben. Zuvor war der Index schrittweise von 78,2 Punkten im Juli über 80,0 im August auf 84,8 im September gestiegen.
Divergierende Entwicklung in Fertigung und Dienstleistungen
Die einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigen dabei gegensätzliche Tendenzen. Laut der Korea Federation of SMEs erreichte das verarbeitende Gewerbe einen Indexwert von 87,3 Punkten, was einem leichten Zuwachs von 0,2 Punkten im Vergleich zum Vormonat entspricht.
Außerhalb der Fertigung gab der Index hingegen um 2,3 Punkte auf 81,4 nach. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war der Dienstleistungssektor, der um 3,6 Zähler auf 83,7 Punkte sank. Das Baugewerbe verzeichnete demgegenüber ein Plus von 4,1 Punkten auf 69,8 Zähler.
Innerhalb der Branchen fielen die Ausschläge teils deutlich aus: In der Möbelherstellung legte das Stimmungsbarometer um 14,3 Punkte auf 79,8 zu, während der Getränkesektor einen Einbruch um 31,7 Punkte auf 75,8 verzeichnete.
Im Groß- und Einzelhandel ging der Wert um 5,4 Punkte auf 80,7 zurück, und im Bereich der Bildungsdienstleistungen verringerte er sich um 6,0 auf 84,9 Punkte.
Inlandsabsatz und Kosten als wesentliche Belastungsfaktoren
Die Teilindikatoren der Korea Federation of SMEs signalisieren über mehrere Geschäftsbereiche hinweg eine Verschlechterung gegenüber dem Vormonat. So lag der Index für die Exporte bei 92,0 Punkten, der Inlandsumsatz bei 82,7 und der Betriebsgewinn bei 80,5 Zählern. Die finanzielle Lage der Betriebe wurde mit 80,9 Punkten bewertet.
Der Ausblick für Südkoreas Mittelstand ist im Oktober um 1,5 Punkte auf 83,3 Zähler gefallen, der Inlandsumsatz liegt bei 82,7 Punkten. Wer als Exporteur in der Region engagiert ist, sollte die Signale jetzt einordnen. Unser kostenloser Leitfaden bündelt eine Checkliste zum Lieferketten-Risiko Asien und zeigt, welche Kennzahlen Sie im Blick behalten sollten. Kostenlosen Leitfaden zur Asien-Lieferkette anfordern
Bei einer Befragung im September benannten 54,7 Prozent der Unternehmen schwache Verkäufe als größte geschäftliche Belastung. 38,8 Prozent verwiesen auf Rohstoffkosten, 33,5 Prozent sahen sich durch den Wettbewerb beeinträchtigt und 28,2 Prozent führten die Lohnkosten an.
Zurückgegangen war zuvor auch die Produktionsauslastung der südkoreanischen KMU-Hersteller. Laut der Korea Federation of SMEs lag der Wert am 31. August 2026 bei 74,6 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats.
Kleinere Betriebe verzeichneten dabei eine Quote von 70,6 Prozent, mittelgroße Unternehmen kamen auf 76,9 Prozent. Berichten zufolge belasten steigende Kosten für Rohstoffe und Energie bei gleichzeitig schwacher Inlandsnachfrage die Margen; während die Halbleiterexporte hoch blieben, profitierten andere Branchen kaum davon.
Zentralbankdaten spiegeln anhaltenden Druck auf die Wirtschaft wider
Die verhaltene Stimmung deckt sich mit Erhebungen der Bank of Korea. Der Composite Business Sentiment Index für alle Industriezweige ging im September 2026 um 0,5 Punkte auf 99,1 zurück – der erste Dämpfer seit drei Monaten.
Während der Ausblick für den Folgemonat unverändert bei 99,6 Punkten verharrte, fiel der Index im verarbeitenden Gewerbe um 4,3 Punkte auf 99,5 und markierte damit den stärksten Rückgang seit September 2022. Der Bereich außerhalb der Fertigung stieg hingegen um 2,2 Punkte auf 98,9 Zähler.
Rohstoffkosten belasten 38,8 Prozent der südkoreanischen KMU, der Betriebsgewinn-Index liegt bei 80,5 Zählern. Für Einkaufs- und Beschaffungsverantwortliche heißt das: Die Kostenoptimierung im Einkauf wird zum entscheidenden Hebel. Der Leitfaden zeigt, wo Sie ansetzen können, ohne Lieferfähigkeit zu riskieren. Kostenlosen Einkaufs-Leitfaden anfordern
Nach Angaben der Zentralbank sank der Stimmungsindex für kleinere und mittlere Betriebe um 5,4 Punkte auf 94,4, während Großkonzerne einen Rückgang um 2,5 Punkte auf 101,2 Zähler verzeichneten. Die Fertigung litt demnach unter Streiks, den Feiertagen sowie Störungen infolge der Spannungen im Nahen Osten, während Feiertagsnachfrage und Freizeitaktivitäten den Dienstleistungssektor stützten.
Im Automobilsektor fielen Produktion um 22 und Geschäftslage um 10 Punkte, während bei Chemiewerten die Produktion um 12 Zähler sank. Als vordringliche Schwierigkeiten nannten die von der Zentralbank befragten Hersteller vor allem die schwache Inlandsnachfrage mit 21,2 Prozent und die Rohstoffpreise mit 20,9 Prozent.

