Neue Zertifizierungspflichten und die digitale Transformation der Finanzämter treiben die Kosten für Unternehmen in die Höhe.
Nachfrage bleibt hoch, Talente knapp
Der Accountants Demand Index des Analysehauses CPA Trendlines lag im Mai bei 121,2 Punkten. Das sind 0,3 Prozent weniger als im April, aber immer noch 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 1,11 Millionen Fachkräfte arbeiten derzeit in dem Sektor, bei einem Durchschnittsverdienst von umgerechnet rund 42 Euro pro Stunde. Die Arbeitswoche beträgt im Schnitt 35,3 Stunden.
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Die Zahl der Unternehmensgründungen bleibt mit 146.555 Neustarts im Mai auf hohem Niveau – 20 bis 30 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Prognosen zufolge ist im Dezember mit einer vorübergehenden Entlastung zu rechnen, bevor im Januar 2027 eine neue Welle an Arbeit auf die Branche zurollt.
Australien: Milliardenlast durch Steuerreform
In Australien sorgt der Treasury Laws Amendment Bill 2026 für Unmut. Der Berufsverband CPA Australia fordert eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzesentwurfs und beklagt mangelnde Beteiligung der Branche. Die geplanten Änderungen könnten jährliche Befolgungskosten zwischen 295 und 542 Millionen Australischen Dollar verursachen – plus einmalige Umstellungskosten von 675 bis 825 Millionen Australischer Dollar.
Kenia und Bangladesch: Neue Pflichten für Unternehmen
Der Finance Bill 2026 in Kenia dürfte die Preise für Waren und Dienstleistungen verteuern. Unternehmen sollen künftig 60 Prozent ihrer einbehaltenen Gewinne als Dividenden ausschütten müssen. Zudem wird der Begriff der Lizenzgebühren erweitert – auch Software und digitale Plattformen fallen dann darunter.
In Bangladesch führt das Gesetz eine Zertifizierungspflicht für Einkommensberechnungen ein. Betroffen sind Firmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Taka (knapp 900.000 Euro) oder einem Kapital von mehr als 50 Millionen Taka. Die Steuerbehörde verspricht sich davon bessere Qualität der Steuererklärungen. Unternehmen sehen darin vor allem eine zusätzliche finanzielle Belastung.
Kanada: Warten auf das Finanzamt
Die kanadische Steuerbehörde CRA kämpft mit Bearbeitungsrückständen. Für Korrekturen von Steuererklärungen (T1) müssen Bürger derzeit acht bis zwölf Wochen zusätzlich zur normalen Bearbeitungszeit einplanen. Grund sind die hohe Zahl an Anträgen und Personalmangel. Ein konkretes Datum für die Lösung des Problems gibt es nicht.
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Digitalisierung in Europa schreitet voran
In Ungarn wird die alte Steuerplattform ÁNYK zum 1. Januar 2027 abgeschaltet. Das Land stellt auf ein neues eVAT-System um. Österreich hat 2025 seine Steuerrichtlinien für Umstrukturierungen aktualisiert. Ein neues Verbraucherkreditgesetz tritt dort am 20. November 2026 in Kraft.
Die EU verfeinert ihre Finanzvorschriften weiter. Mit der FASTER-Richtlinie wurde eine neue delegierte Verordnung (EU 2026/110) erlassen, die die Berechnung der Marktkapitalisierung vereinheitlicht.
Peinlicher Vorfall bei KPMG
Die Branche kämpft auch mit den Risiken neuer Technologien. Im Juni zog KPMG einen globalen Bericht über KI-Agenten zurück. Mehrere Großkunden – darunter die UBS und der britische National Health Service – hatten sich beschwert. Die Unternehmen warfen dem Bericht ungenaue Fallstudien vor. KPMG leitete interne Ermittlungen ein. Der Verdacht: Der Text könnte KI-Halluzinationen enthalten.
Milliarden-Streit und neue Regeln
Ein Schiedsspruch in Kalifornien sorgte im Mai für Aufsehen: 1,34 Milliarden US-Dollar wurden gegen einen Finanzier verhängt. Kurz darauf wurde der Mann verhaftet – ihm wird ein Betrugsfall von 100 Millionen US-Dollar mit gefälschten Grundstückstiteln vorgewpofen.
Bangladesch will die Effizienz der Steuerverwaltung steigern. Der Haushaltsentwurf für 2026/27 sieht vor, dass Steuerprüfungen innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein müssen. Zudem sollen Mindeststeuern für verlustbringende Unternehmen abgeschafft werden – ein Signal an die Start-up-Szene.

