Kraken bestätigt geheime IPO-Pläne vor US-Börsenaufsicht

Die Kryptobörse Kraken bereitet ihren Börsengang in den USA vor, gestärkt durch eine Beteiligung der Deutschen Börse und solide Finanzergebnisse. Das Unternehmen fokussiert sich auf institutionelle Kunden.

Das bestätigte Mit-Chef Arjun Sethi am Dienstag auf einem Wirtschaftsgipfel in Washington. Damit könnte das Unternehmen bald als zweite große US-Krypto-Plattform an die Börse gehen – nach dem Vorbild von Coinbase.

Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Institutionen

Sethi skizzierte eine klare Vision: Kraken will die Lücke zwischen Privatanlegern und professionellen Handelstools schließen. „Moderne Marktteilnehmer erwarten zunehmend Zugang zu denselben ausgefeilten Strategien und Produkten, wie sie große Wall-Street-Firmen nutzen“, so der Manager. Die Mission sei es, diese fortgeschrittenen Instrumente zu demokratisieren.

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Diese institutionelle Ambition wird durch jüngste Meilensteine untermauert. Anfang des Jahres erhielt Kraken als seltene Digital-Asset-Firma direkten Zugang zu einem Federal Reserve Master Account. Das ermöglicht Abwicklungen in US-Dollar ohne Zwischenbanken – ein großer operativer Vorteil. Zudem stärkte das Unternehmen sein Angebot für Derivate und Futures durch die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Milliarden Euro.

Die finanzielle Basis scheint solide: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Kraken einen bereinigten Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen dürften den Weg durch die strengen Prüfungen der US-Börsenaufsicht SEC erleichtern.

Bewertungsanpassung und Partnerschaft mit der Deutschen Börse

Parallel zu den IPO-Plänen passte sich die Bewertung von Kraken im privaten Markt an. Die Deutsche Börse Group beteiligt sich über einen Zweitmarkt-Deal mit 200 Millionen Euro an dem Unternehmen. Der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Transaktion würde dem Frankfurter Börsenbetreiber etwa 1,5 Prozent der Anteile an der Muttergesellschaft Payward Inc. einbringen.

Aus dem Deal ergibt sich eine implizite Bewertung von Kraken von rund 13,3 Milliarden Euro. Das ist ein Drittel weniger als der Spitzenwert von 20 Milliarden Euro aus einer Finanzierungsrunde im November 2025. Analysten sehen darin eine Anpassung an die allgemein kühleren Bewertungen im Tech-Sektor, nicht etwa interne Probleme. Die Beteiligung traditioneller Finanzschwergewichte wie der Deutschen Börse unterstreicht die wachsende Verflechtung von klassischer und digitaler Finanzwelt.

Die bereits Ende 2025 angekündigte Partnerschaft zielt auf Kooperationen im regulierten Kryptohandel, der Verwahrung (Custody) und dem Markt für tokenisierte Vermögenswerte ab. Kraken positioniert sich so für die institutionelle Nachfrage nach digitalen Wertpapieren – besonders in Europa.

Weg frei nach regulatorischer Entspannung

Kraken kann seinen Börsengang nun in einem deutlich entspannteren regulatorischen Umfeld angehen. Im März 2025 wurde eine langjährige SEC-Klage gegen die Börse endgültig abgewiesen. Diese Klärung beseitigte ein großes regulatorisches Damoklesschwert, das bisher öffentliche Investoren abschreckte.

Zudem schaffte der Digital Asset Market Clarity Act von 2025 einen klareren Rechtsrahmen für Kryptobörsen in den USA. Doch Herausforderungen bleiben: Kürzlich meldete Kraken zwei Sicherheitsvorfälle, bei denen interne Mitarbeiter unbefugt auf Support-Tools zugriffen. Etwa 2.000 Kundenkonten (0,02 Prozent der Nutzer) waren von einer begrenzten Datenfreigabe betroffen. Die Handelsinfrastruktur und Kundengelder seien sicher geblieben, betonte das Unternehmen. Kraken wies Lösegeldforderungen einer Erpressergruppe zurück und arbeitet mit Strafverfolgungsbehörden zusammen.

Analyse: Neustart für Krypto-Börsengänge?

Das Timing von Krakens IPO-Bestätigung fällt mit einer Erholung der Kryptomärkte zusammen. Erst diese Woche überstieg der Bitcoin-Kurs wieder die Marke von 76.000 US-Dollar. Diese Erholung, befeuert durch geopolitische Verschiebungen und neues institutionelles Interesse, weckt wieder die Lust auf Krypto-Aktien.

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Experten sehen in einem erfolgreichen Kraken-Börsengang einen wichtigen Maßstab für die gesamte Branche. Im Gegensatz zu den spekulativen Zeiten früherer Jahre zeichnen sich die jetzt anstehenden Börsengänge durch Unternehmen mit etablierten Einnahmequellen und klaren regulatorischen Wegen aus. Kraken gehört zu mehreren großen Blockchain- und Tech-Firmen, die 2026 an die Börse streben könnten.

Der Übergang vom Privatunternehmen zum börsennotierten Konzern wird Kraken an quartalsweise Berichterstattung und schärfere Aufsicht binden. Im Gegenzug erhält das Unternehmen dauerhaftes Kapital für weitere globale Expansion und Übernahmen im traditionellen Finanzsektor.

Ausblick: Warten auf das richtige Fenster

Obwohl die geheime Einreichung bei der SEC läuft, hängt der genaue Zeitpunkt des Börsengangs weiter von der Marktstabilität ab. Sethis Kommentare deuten an, dass das Unternehmen zwar vorbereitet ist, aber auf ein günstiges Marktfenster wartet, um erfolgreich zu debütieren.

In den kommenden Monaten wird Kraken die Partnerschaft mit der Deutschen Börse finalisieren und weiter institutionelle Handels-Tools für Privatkunden ausrollen. Bleiben die Marktbedingungen günstig und setzt sich die Bitcoin-Erholung fort, könnte ein Börsengang bis Ende 2026 ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie werden. Für die Branche wäre dies ein weiteres Signal für die fortschreitende Institutionalisierung digitaler Vermögenswerte.