Krankenkassen-Fusionen: DFSI belegt fehlende Kostenersparnisse

Eine DFSI-Auswertung von 44 Kassen zeigt schwankende Verwaltungskosten unabhängig von der Größe und befeuert die Debatte über Fusionen.

Eine aktuelle Analyse des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) belegt, dass die politisch forcierten Zwangsfusionen gesetzlicher Krankenkassen keine verlässlichen Größenvorteile bei den Verwaltungskosten mit sich bringen. Damit stellt die Untersuchung die Effizienz der von der Bundespolitik angestrebten Marktkonzentration infrage. Die Analyse widerspricht der Annahme, dass größere Versichertengemeinschaften zwangsläufig kosteneffizienter wirtschaften als kleinere Einheiten.

In der auf Daten des Jahres 2025 basierenden Untersuchung von 44 Krankenkassen fand das DFSI keinen belastbaren Zusammenhang zwischen der Kassengröße und den Nettoverwaltungskosten je Versicherten. Die Ergebnisse zeigen deutliche Schwankungen über verschiedene Größenklassen hinweg. In der Gruppe der Kassen mit 50.001 bis 200.000 Versicherten liegen die Kosten bei durchschnittlich 169,86 Euro.

Bei größeren Kassen mit 200.001 bis 500.000 Versicherten steigen diese Kosten sogar auf 189,51 Euro an. In der Klasse von 500.001 bis zu einer Million Versicherten sinkt der Wert auf 163,82 Euro, während er bei Großkassen mit über einer Million Versicherten wieder auf 181,78 Euro anwächst.

Besonders deutlich werden die Unterschiede laut DFSI bei der Betrachtung von Einzelbeispielen. So verzeichnet die Techniker Krankenkasse (TK) Nettoverwaltungskosten von 107,63 Euro je Versicherten, während dieser Wert bei der KKH bei 282,39 Euro liegt.

Ergänzend dazu bezifferte das Institut die Ausgaben für Satzungsleistungen im Jahr 2025 auf insgesamt 1,04 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 0,31 Prozent an den gesamten Leistungsausgaben.

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Die DFSI-Analyse von 44 Krankenkassen findet keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Kassengröße und Nettoverwaltungskosten je Versicherten: In der Klasse von 200.001 bis 500.000 Versicherten liegen die Kosten bei 189,51 Euro, bei Kassen zwischen 50.001 und 200.000 Versicherten bei 169,86 Euro. Wer die geplante Reduzierung auf höchstens 20 Kassen sachlich einordnen will, findet hier die Zahlen und die Argumente. Kostenvergleich der Kassen jetzt abrufen

Die Ergebnisse der Analyse fallen in eine Phase intensiver gesundheitspolitischer Debatten. Derzeit bestehen in Deutschland 93 gesetzliche Krankenkassen. Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hält jedoch an seinem Plan fest, diese Zahl massiv auf höchstens 20 Kassen zu reduzieren.

Linnemann kündigte in diesem Zusammenhang einen grundlegenden Umbau des deutschen Gesundheitssystems an. Er verwies dabei unter anderem auf die hohe Inanspruchnahme von Leistungen mit jährlich rund 1,5 Milliarden Arztkontakten in Deutschland. Der Beitrag zur Pflegeversicherung solle unterdessen stabil bei 3,6 Prozent bleiben.

Widerstand gegen die Pläne zur Marktbereinigung kommt aus der Branche und von Expertenkommissionen. Die Betriebskrankenkassen (IKKen) schlugen einen sogenannten Fusionsbooster anstelle von Zwangsfusionen vor und wehren sich gegen die gesetzlich verordnete Senkung der Kassenanzahl.

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Der organisatorische Aufwand von Zwangsfusionen steht nach Einschätzung der Finanzkommission Gesundheit in keinem angemessenen Verhältnis zu den erwarteten geringen Einspareffekten — die Betriebskrankenkassen setzen stattdessen auf einen Fusionsbooster. Dieser Leitfaden bündelt die Einwände, die Datenlage und die offenen Fragen bis zum Abschlussbericht. Argumentationsleitfaden gegen Zwangsfusionen sichern

Unterstützung erhalten die Kritiker von der Finanzkommission Gesundheit. Diese urteilt laut aktuellen Berichten, dass der organisatorische Aufwand von Zwangsfusionen in keinem angemessenen Verhältnis zu den erwarteten geringen Einspareffekten stehe.

Ein Abschlussbericht der Finanzkommission Gesundheit wird zum Ende des Jahres erwartet. Die Ergebnisse dieser Kommission sowie die aktuellen Daten des DFSI dürften die Diskussion darüber, ob eine Konsolidierung des Kassenmarktes tatsächlich die gewünschten finanziellen Entlastungen für das Gesundheitssystem bringt, weiter verschärfen.