Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider hat in Bern den durchschnittlichen Prämienanstieg der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für das Jahr 2027 verkündet. Gemeinsam mit Anne Lévy, der Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), informierte die Bundesrätin über die neuen Ansätze.
Im Zentrum der Bekanntgabe stand die mittlere Prämie für 2027, ergänzt durch spezifische Werte für Erwachsene, junge Erwachsene sowie Kinder. Parallel zu den Ausführungen wurde der offizielle Prämienrechner Priminfo auf die neuen Tarife für das Jahr 2027 umgestellt.
Im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe hatten Vergleichsdienste bereits Prognosen für die anstehenden Belastungen vorgelegt. Das Portal Bonus.ch ging von einem Prämienanstieg von fast 5 Prozent für das Jahr 2027 aus.
Comparis hatte nach dem Stand vom Mai mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent gerechnet. Für das Jahr 2026 hatte das Bundesamt für Gesundheit seinerzeit einen durchschnittlichen Anstieg der Prämien um 4,4 Prozent gemeldet. Die mittlere Monatsprämie lag für 2026 bei 393,30 Franken.
Steigende Pro-Kopf-Kosten belasten das System
Hintergrund der Prämienentwicklung sind die kontinuierlich wachsenden Aufwendungen im Schweizer Gesundheitswesen. Nach Angaben des BAG kletterten die Gesundheitskosten im Jahr 2025 um zusätzliche 247 Franken pro Kopf. Im ersten Quartal 2026 lag das Kostenwachstum bei rund 2,9 Prozent.
Das Kostenmonitoring des BAG verdeutlicht dabei unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Bereichen. Die Spitex-Kosten verzeichneten 2025 den stärksten Anstieg: Sie legten um 13 Prozent auf 173 Franken pro versicherte Person zu. Die Ausgaben für psychotherapeutische Leistungen stiegen um 9,8 Prozent auf 86 Franken je versicherte Person.
Die Kassen müssen ihre Versicherten bis Ende Oktober über die individuellen Prämien für 2027 informieren — die tatsächliche Belastung hängt aber von Prämienregion, Kasse, Alter, Franchise und Versicherungsmodell ab. Ein kostenloser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre persönliche Prämie prüfen und wo sich realistisch senken lässt. Kostenlosen Prämien-Ratgeber anfordern
Medienberichten zufolge zählen eine Alterung der Bevölkerung, teurer medizinischer Fortschritt, die Inflation sowie nicht weitergegebene Medikamentenrabatte, unnötige Arztbesuche und hohe Chefarztlöhne zu den maßgeblichen Kostentreibern.
Eine finanzielle Entlastung durch die Kantone ist erst ab 2028 vorgesehen, wenn die Verlagerung von stationären in ambulante Behandlungen zu Kosteneinsparungen führen soll.
Fristen und individuelle Einflussfaktoren
Die Gewerkschaften sehen die Entwicklung mit Sorge. Der Gewerkschaftsbund warnte davor, dass Familien infolge der steigenden Prämien und der Teuerung kaum noch Geld ansparen können.
Der Gewerkschaftsbund warnt, dass Familien wegen steigender Prämien und Teuerung kaum noch Geld ansparen können. Wer die Kündigungsfrist bis zum letzten Arbeitstag im November verpasst, zahlt die höhere Prämie ein weiteres Jahr. Der kostenlose Ratgeber bündelt Fristenkalender, Franchise-Check und Wechselanleitung in einer Übersicht. Fristenkalender und Wechsel-Checkliste sichern
Die tatsächlich zu zahlende persönliche Prämie variiert für die Versicherten teils erheblich. Sie richtet sich nach dem jeweiligen Wohnort und der Prämienregion, der gewählten Krankenkasse, dem Alter, der Franchise, dem Versicherungsmodell sowie dem Einschluss der Unfalldeckung. Während der Kanton Graubünden beispielsweise in drei Prämienregionen unterteilt ist, weist der Kanton Glarus keine Unterteilung auf.
Für Versicherte beginnen nun organisatorische Fristen: Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Kunden bis Ende Oktober über die individuellen Anpassungen zu informieren. Wer einen Wechsel der Grundversicherung anstrebt, muss die Kündigungsfrist beachten. Diese endet am letzten Arbeitstag im November.

