Die Verbraucherzentrale hat eine offizielle Warnung vor einer neuen Welle von Phishing-E-Mails herausgegeben, die sich gezielt an Kunden der Deutschen Kreditbank (DKB) richtet. Die Betrüger nutzen dabei die vorgetäuschte Notwendigkeit einer Sicherheitsaktualisierung, um sensible Kundendaten abzugreifen.
Aktivierung von 3D Secure 2.0 als Vorwand
In den aktuell kursierenden Nachrichten behaupten die Absender, dass die Aktivierung des Sicherheitsverfahrens 3D Secure 2.0 erforderlich sei. Um diesen Prozess abzuschließen, werden die Empfänger dazu aufgefordert, ihre Mobilfunknummer über einen in der E-Mail enthaltenen Link zu bestätigen. Experten weisen darauf hin, dass diese Nachrichten mehrere Merkmale klassischer Betrugsversuche aufweisen. Dazu gehören eine unpersönliche Ansprache, eine fragwürdige Absenderadresse sowie die direkte Verlinkung auf externe Webseiten statt der Aufforderung, das offizielle Online-Banking manuell aufzurufen.
Empfängern wird dringend angeraten, solche E-Mails unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben. Für Sicherheitsaktualisierungen oder die Hinterlegung von Daten sollten ausschließlich die offiziellen Kanäle des Kreditinstituts genutzt werden.
Massive Zunahme digitaler Betrugsversuche im Jahr 2026
Der aktuelle Vorfall steht im Kontext eines massiven Anstiegs der Internetkriminalität. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten Behörden, beispielhaft am Landkreis Hildburghausen, eine Zunahme des SMS-Phishings um 146 Prozent. Der allgemeine Online-Betrug stieg in diesem Zeitraum um 134 Prozent, während Vorfälle mit Schadsoftware um 69 Prozent zunahmen. Ein konkreter Fall verdeutlicht die Gefahr des sogenannten Social Engineerings: Ein 39-jähriger Mann verlor 35.000 Euro, nachdem Kriminelle unter dem Vorwand eines Sicherheitsupdates Fernzugriff auf seinen Computer erlangt hatten.
Branchenanalysten zufolge erreichte das Volumen an Phishing-E-Mails im zweiten Quartal 2026 einen Wert von 7,6 Milliarden Nachrichten. Laut Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) enthält mittlerweile jede dritte unerwünschte E-Mail Phishing-Elemente.
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Innovative Angriffsmethoden und Ermittlungserfolge
Die Methoden der Angreifer werden technisch immer anspruchsvoller. Sicherheitsforscher entdeckten kürzlich den Trojaner Dolphin-X, der über 329 verschiedene Funktionen verfügt. Zudem nutzen Kriminelle zunehmend das sogenannte „Text Salting“, um Sicherheitsfilter zu umgehen. Dabei werden laut Berichten von Barracuda Networks versteckte, harmlose Texte in der Schriftgröße Null in Phishing-Mails eingefügt, was KI-basierte Filter täuschen soll. Seit April 2026 wurden über eine Million Angriffe dieser Art registriert, wobei KI-Systeme zur Erzeugung unzähliger Varianten eingesetzt werden.
Ein weiterer Trend ist das „Quishing“, bei dem gefälschte QR-Codes an Parkautomaten, E-Ladestationen oder in E-Mails platziert werden. Auch die missbräuchliche Nutzung von Messenger-Diensten nimmt zu: Kriminelle verschaffen sich Zugang zu Extranet-Konten von Hotels auf Booking.com, um echte Buchungsdaten für Phishing-Angriffe via WhatsApp oder E-Mail zu nutzen.
Trotz der steigenden Bedrohungslage verzeichnen Strafverfolgungsbehörden Erfolge. Am 20. Juli 2026 gelang es dem Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit dem FBI, die Phishing-Plattform „Kratos“ zu zerschlagen. Der Dienst, der monatlich rund 15.000 Kampagnen für etwa 1.800 Abonnenten abwickelte, wurde durch die Beschlagnahmung von 200 Servern vollständig vom Netz genommen.
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Schutzmaßnahmen für Bankkunden
Neben der DKB sind auch Kunden anderer Institute betroffen. Aktuell werden zudem E-Mails im Namen der Sparkasse versendet, die über die Domain „ashoj.com“ mit einer Kontosperrung drohen, falls ein angebliches Sicherheitsupdate nicht durchgeführt wird.
Um auf die Bedrohungen zu reagieren, führen erste Institute technische Hürden ein. So implementierte die DBS-Bank sogenannte kognitive Pausen bei als riskant eingestuften Überweisungen, um Kunden mehr Zeit zur Überprüfung der Transaktion zu geben. Sicherheitsbehörden wie die CISA warnen zudem vor kritischen Schwachstellen in weitverbreiteter Unternehmenssoftware wie Microsoft SharePoint (CVE-2026-58644), die mit einer hohen Risikobewertung eingestuft wurden und Angreifern zusätzliche Einfallstore bieten könnten.

