Kriminelle nutzen neue Tricks: Einbrecher und Banking-Trojaner auf dem Vormarsch

Einbrecher nutzen den Labello-Trick, während Banking-Trojaner-Angriffe um 56 Prozent zunehmen. Microsoft stellt auf Passkeys um.

Kriminelle kombinieren altbewährte Tricks mit modernster Technologie.

Einbrecher setzen auf den „Labello-Trick“

Die Berliner Polizei registrierte im vergangenen Jahr 10.371 Einbrüche – ein neuer Höchststand. Die Aufklärungsquote? Nur 7,9 Prozent. Besonders auffällig: Spezialisierte Tätergruppen, häufig georgische Staatsbürger zwischen 30 und 34 Jahren, arbeiten mit unauffälligen Markierungsmethoden.

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Der sogenannte Labello-Trick ist neu: Täter bringen kleine Kugeln aus Lippenpflegestiften in Türschlössern an. Bleibt die Kugel unversehrt, wissen sie: Das Haus ist verlassen. Auch Mülltonnen werden manipuliert – als Kletterhilfe oder um zu prüfen, ob jemand zu Hause ist.

Besonders perfide: Falsche Dienstleister geben sich als Handwerker oder Polizisten aus. Die Polizei rät: Niemanden ohne Ausweiskontrolle einlassen. Im Zweifel direkt die zuständige Dienststelle anrufen.

Die Täter haben feste Zeiten: Wohnungen werden zwischen 10 und 19 Uhr angegangen, Villen zwischen 16 und 20 Uhr. Der Freitag ist der gefährlichste Tag.

Banking-Trojaner: 56 Prozent mehr Angriffe

Parallel zur physischen Bedrohung eskaliert die Lage im Digitalen. Laut Kaspersky stieg die Zahl der Android-Banking-Trojaner-Angriffe 2025 um 56 Prozent. Noch alarmierender: Die neu entdeckten Schadsoftware-Varianten legten um 271 Prozent auf 255.090 zu.

Der Mamont-Trojaner dominiert mit 73,5 Prozent Marktanteil. Neue Varianten wie „SuperCard X“ sind auf NFC-Skimming spezialisiert – sie klauen Daten direkt von kontaktlosen Zahlungen. „TrickMo.C“ nutzt die TON-Blockchain. Selbst in offiziellen App-Stores wie Google Play und dem Apple App Store wurden mit „SparkCat“ bösartige Apps entdeckt.

Die Folgen sind gigantisch: Experten rechnen mit einem globalen Gesamtschaden von rund 442 Milliarden Euro.

Microsoft schafft SMS-Authentifizierung ab

Die Tech-Konzerne reagieren. Microsoft hat die SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung gekippt – sie sei eine Hauptquelle für Betrug. Stattdessen setzt der Konzern auf Passkeys mit Fingerabdruck oder Gesichtsscan.

Doch auch die Sicherheitslösungen haben Lücken: Der Microsoft Authenticator hat eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-41615) mit einem CVSS-Score von 9,6. Apple schloss mit iOS 26.5 immerhin über 50 Sicherheitslücken.

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Die Angreifer nutzen längst KI: 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen sind KI-gesteuert. Täglich werden rund 3,4 Milliarden Phishing-Mails versendet – kaum noch von echten zu unterscheiden. Das sogenannte Quishing – Phishing über manipulierte QR-Codes – stieg um 150 Prozent auf 18 Millionen Fälle.

Prävention: Misstrauen ist der beste Schutz

Die Polizei rät nicht nur zu Ausweiskontrollen an der Haustür, sondern auch zum Sichern von Mülltonnen. Digital heißt die Devise: Gesunde Skepsis gegenüber unerwarteten Kontaktaufnahmen.

Die Herausforderungen waren auch Thema auf der Mobile Commerce & Digital Banking Conference in Karatschi. Branchenvertreter diskutierten über sichere mobile Bezahllösungen und finanzielle Inklusion.

Wettrüsten zwischen Sicherheit und Kriminalität

Branchenexperten erwarten ein anhaltendes Wettrüsten. Die Abkehr von Passwörtern und SMS hin zu Biometrie und Passkeys ist notwendig. Doch absolute Sicherheit bleibt ein Ziel – solange selbst offizielle App-Stores Schadsoftware enthalten.

Verbraucher müssen wachsamer werden – an der Haustür und auf dem Display. Die enge Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Softwareentwicklern und Finanzinstituten wird entscheidend sein, um die Milliardenschäden zu begrenzen.