Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat einen weitreichenden Vorschlag zur Überarbeitung der Vorschriften für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte an das Office of Management and Budget (OMB) im Weißen Haus übermittelt. Die Einreichung erfolgte bereits am 25. August 2026 und markiert einen bedeutenden Schritt in der Regulierung des Kryptosektors.
Der Entwurf, dessen genauer Text derzeit noch nicht öffentlich zugänglich ist, stützt sich auf den Investment Advisers Act sowie den Investment Company Act. Es handelt sich dabei um den dritten dedizierten Arbeitsstrang der Behörde im Bereich der Krypto-Regulierung.
Die Prüfung durch das OMB ist die notwendige Vorstufe zur offiziellen Veröffentlichung des Vorschlags. Branchenexperten rechnen damit, dass eine endgültige Regelung voraussichtlich im Jahr 2027 in Kraft treten wird. Parallel zu diesem regulatorischen Vorstoß steht ein personeller Wechsel in der Führungsebene der SEC bevor: Kommissarin Hester Peirce wird die Behörde im November 2026 verlassen.
Drastische Verluste durch Sicherheitslücken unterstreichen Handlungsbedarf
Der Vorstoß der SEC fällt in eine Zeit, in der neue Daten das erhebliche Risiko bei der Verwahrung digitaler Assets verdeutlichen. Laut Analysen von CoinGecko verlor der Kryptomarkt im Zeitraum von Januar 2025 bis Juli 2026 durch insgesamt 245 Angriffe und Exploits eine Summe von 3,63 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig ist die Konzentration der Schäden: Die zehn größten Angriffe machten allein 72,5 Prozent des Gesamtschadens aus.
Ein kritisches Detail des Berichts zeigt, dass auch professionelle Prüfungen keine vollständige Sicherheit garantieren konnten. Rund 88 Prozent der Verluste entfielen auf 147 Plattformen, die zuvor Audits durchlaufen hatten. Gleichzeitig ist der Versicherungsschutz im Sektor rückläufig; das verfügbare Deckungsvolumen sank um 20,2 Prozent auf 130,2 Millionen US-Dollar.
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Konsolidierung im institutionellen Bereich
Während die regulatorischen Anforderungen steigen, passt sich der Markt durch Konsolidierung an. Das Unternehmen NYDIG gab am 30. August 2026 den Verkauf seines institutionellen Handelsgeschäfts an den Kryptoverwahrer BitGo bekannt.
Der Transaktionswert wird auf etwa 42,5 Millionen US-Dollar beziffert, die sich aus Barzahlungen, Aktienanteilen und einer Earn-out-Komponente in Höhe von 15 Millionen US-Dollar zusammensetzen. Diese Entwicklung verdeutlicht den Trend zu spezialisierten Full-Service-Anbietern im Bereich der digitalen Verwahrung.
Internationale Regulierungsinitiativen nehmen Fahrt auf
Nicht nur in den USA, sondern weltweit verschärfen Regierungen die Aufsicht über digitale Vermögenswerte:
- Kanada: Das Land intensiviert die Überwachung durch neue Regeln für Stablecoins, die Einführung des CARF-Steuermeldestandards sowie strengere Anforderungen an die Verwahrung und den Anlegerschutz.
- Pakistan: Bilal Bin Saqib gab auf einer Konferenz in Hongkong bekannt, dass Pakistan in weniger als sechs Monaten einen umfassenden Regulierungsrahmen für virtuelle Vermögenswerte geschaffen hat. Dafür wurden lediglich 8 Prozent des genehmigten Budgets aufgewendet. Das Framework deckt Börsen, Verwahrung, Brokerage und Asset Management ab.
- Vietnam: In einem ersten Prüfverfahren haben fünf Krypto-Börsen die vorläufigen Anforderungen bestanden. Die Behörden fordern unter anderem ein Kapital von 10 Billionen Dong sowie Sicherheitsvorkehrungen der Stufe 4. Für unlizenzierte Dienste drohen Bußgelder zwischen 180 und 200 Millionen Dong.
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Technologische Evolution und private Vorsorge
Neben der staatlichen Regulierung gewinnen technologische Lösungen an Bedeutung. Neue Ansätze wie der „Ledger Agent Stack“ oder das „MetaMask Agent Wallet“ nutzen KI-gestützte Funktionen, um Transaktionen abzuwickeln, wobei weiterhin menschliche Freigaben auf Hardware-Geräten erforderlich bleiben. MetaMask bietet hierbei unter anderem eine monatliche Absicherung von 10.000 US-Dollar an.
Gleichzeitig warnen Institutionen wie die Ontario Securities Commission vor den Risiken bei der privaten Nachlassplanung. Da jeder vierte Kanadier Krypto-Assets besitzt, wird dazu geraten, detaillierte Memoranden zum Testament zu erstellen.
Ohne explizite Anweisungen und die getrennte Aufbewahrung von privaten Schlüsseln und Passwörtern könnten Erben faktisch keinen Zugriff auf die digitalen Bestände erhalten. Experten betonen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von mehrschichtigen Verwahrungslösungen, die eine Kombination aus Hot-, Warm- und Cold-Storage sowie Verfahren wie Multi-Signature und Sharding nutzen.

