Kuka erhält erste Security-Zertifizierung Level 2 in Europa

Trotz sinkender Erlöse treiben deutsche Roboterhersteller Cybersicherheit und KI voran. Kuka erhält neue Zertifizierung, Mittelstand investiert in Automation.

Die deutsche Robotik-Branche erlebt ein Paradox: Während die Umsätze sinken, treiben die Hersteller die Digitalisierung und Cybersicherheit massiv voran. Der VDMA rechnet für 2026 mit einem Rückgang von fünf bis zehn Prozent – die Prognose liegt bei rund 14,1 Milliarden Euro. Doch statt zu bremsen, setzt die Industrie jetzt auf neue Technologien.

Neustart an der Spitze

Der Branchenverband VDMA Robotics + Automation hat seine Führungsriege neu aufgestellt. Kai Bisgwa und David Reger rücken in den Vorstand, Dr. Michael Jürgens ergänzt das Executive Board. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der globale Boom beim Fabrikneubau flaut ab. Der entsprechende Index fällt von rund 129 Punkten (2023) auf voraussichtlich 78 im Jahr 2027. Einziger Lichtblick: Die Nachfrage aus der Rüstungsindustrie steigt.

Kuka setzt neue Sicherheitsstandards

Die Hersteller reagieren auf verschärfte Regularien – und Kuka geht voran. Der Augsburger Roboterpionier erhielt als erster Hersteller die Sicherheitszertifizierung Security Level 2 nach IEC 62443-4-2. Betroffen sind das Betriebssystem iiQKA.OS2 und die Steuerung KR C5. Die Zertifizierung bestätigt die Einhaltung der Normen EN ISO 10218-1:2025 und der EU-Verordnung 2023/1230.

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Parallel dazu baut Kuka sein digitales Angebot aus. Seit dem 15. Juli 2024 läuft der LBR iisy auf der iiQKA.OS2-Plattform. Die neue Engineering-Suite enthält einen KI-Copiloten und digitale Zwillinge – ein klares Signal Richtung softwaredefinierte Automatisierung. Schon Ende Juni kamen 22 mobile Roboter bei einer TV-Produktion zum Einsatz.

Mittelstand setzt auf Automation

Während die Großindustrie zögert, investiert der Mittelstand. Die Hopf GmbH installierte eine robotergestützte Schweißlösung mit Panasonic TAWERS WGH und dem ARCentre-XPERT-System von ERL. Der Schweißroboter arbeitet mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,1 Millimetern, unterstützt von Spezialsensoren und automatischer Brennerreinigung. Eine acht Meter lange Spur und eine Tragfähigkeit von 500 Kilogramm runden das System ab. Das Unternehmen meldet deutliche Produktivitätssteigerungen – und löst damit das klassische Dilemma zwischen Geschwindigkeit und Schweißqualität.

Droht der deutschen Wirtschaft der Stillstand?

Eine Studie von Prognos im Auftrag der VBW schlägt Alarm: Ohne technologischen Fortschritt durch Digitalisierung und KI schrumpft die deutsche Wirtschaft. Die Prognose für das jährliche Wachstum bis 2045 liegt bei mageren 0,9 Prozent. Die globale Wirtschaftsverschiebung tut ihr Übriges: China wird die EU beim realen BIP noch in diesem Jahrzehnt überholen. Nur die USA bleiben vorne.

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Humanoiden-Roboter als nächster Boom?

Die Hannover Messe 2026 machte es deutlich: Die Zukunft gehört menschenähnlichen Robotern. Das Analysehaus Interact Forecasts rechnet mit weltweit 700.000 ausgelieferten Einheiten bis 2032. Der Trend zu vielseitigen, softwaregesteuerten Maschinen wird die Modernisierung bestehender Fabriken antreiben – denn Neubauten sind vorerst out. Die Industrie setzt auf Optimierung statt Expansion.