Lan Mouse: Port 4242 und keine Verschlüsselung im lokalen Netzwerk

Drei quelloffene KVM-Tools verbinden Windows, macOS und Linux; sie unterscheiden sich bei Verschlüsselung, Netzwerkport und Systembedarf.

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Wer regelmäßig zwischen mehreren Rechnern mit unterschiedlichen Betriebssystemen wechselt, kennt das lästige Hantieren mit mehreren Tastaturen und Mäusen. Open-Source-Software zur sogenannten KVM-Funktionalität (Keyboard, Video, Mouse) verspricht Abhilfe: Programme wie Barrier, Input Leap und Lan Mouse erlauben es, Windows-, macOS- und Linux-Systeme mit nur einer Tastatur und einer Maus zu steuern.

Barrier: Der Klassiker mit Netzwerkanbindung

Barrier ist eine kostenlose Open-Source-Lösung für Windows, macOS und Linux, die den Betrieb mehrerer Rechner über eine einzige Tastatur und Maus im lokalen Netzwerk ermöglicht. Der Bildschirmwechsel erfolgt am Bildschirmrand, zudem lässt sich die Zwischenablage zwischen den Systemen teilen. Als Standardport für die Kommunikation dient Port 24800. Der Quellcode ist unter anderem über den Projektlink auf gitcode.com einsehbar.

Zur Pflege des Projekts wird das Tool towncrier eingesetzt, das Änderungsfragmente aus dem Verzeichnis doc/newsfragments/ sammelt und daraus die Release Notes in doc/release_notes/index.md erzeugt. Die Kategorisierung dieser Fragmente erfolgt über fünf Dateiendungen – .feature, .bugfix, .security, .doc und .removal –, ergänzt um die Konfigurationskategorie .misc.

In den aktuellen Release Notes wird Version 2.4.0 genannt, was sich auch in der Datei build.properties widerspiegelt, die die Version mit Major 2, Minor 4, Patch 0 sowie dem entsprechenden Release-Status ausweist.

Input Leap: Aktiv gepflegter Fork mit Verschlüsselung

Als aktiv gepflegter Fork von Barrier positioniert sich Input Leap, das ebenfalls Tastatur und Maus zwischen Windows-, macOS- und Linux-Rechnern teilt. Der Mauszeiger wechselt dabei über den Bildschirmrand zwischen den angeschlossenen Geräten. Unterstützt werden Windows 10 und 11, macOS ab Version 10.12 sowie Linux, FreeBSD und OpenBSD.

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Zu den Funktionen zählen die Freigabe der Zwischenablage sowie SSL-verschlüsselte Verbindungen. Unter Linux mit Wayland befindet sich die Zwischenablagefunktion allerdings noch in Entwicklung. Ebenfalls nicht verfügbar sind unter Linux/Wayland die Zwischenablagefreigabe sowie das Drag-and-drop von Dateien. Bildschirmnamen werden groß- und kleinschreibungssensitiv behandelt, und Verbindungen zu älterer Synergy-Software sind nicht kompatibel.

Für die Absicherung setzt Input Leap auf TLS-Verschlüsselung und SHA-256-Zertifikatsfingerabdrücke zur Geräteprüfung. Die Verbindung zwischen Client und Server läuft über TCP, ergänzt durch SSL/TLS-Verschlüsselung und Fingerabdruckprüfung der Geräte. Wie bei Barrier kommt auch hier standardmäßig Port 24800 zum Einsatz. Der Quellcode findet sich über den Projektlink auf gitcode.com.

Lan Mouse: Leichtgewichtige Alternative fürs lokale Netz

Eine dritte Option stellt Lan Mouse dar, ein Open-Source-Tool zur Steuerung mehrerer Geräte innerhalb desselben lokalen Netzwerks mit nur einer Tastatur und Maus. Der Wechsel zwischen den Rechnern erfolgt, indem der Mauszeiger über den Bildschirmrand bewegt wird. Unterstützt werden Linux mit Wayland oder Xorg, Windows ab Version 10 sowie macOS ab Version 11.

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Voraussetzung für die Verbindung ist, dass sich alle Geräte im selben lokalen Netzwerk befinden und Port 4242 freigegeben ist. Die Mindestanforderungen fallen mit 1 GB RAM und 100 MB Speicherplatz gering aus.

Allerdings erfolgt die Datenübertragung standardmäßig unverschlüsselt, weshalb der Einsatz nur in vertrauenswürdigen lokalen Netzwerken empfohlen wird. Geräte werden automatisch im Netzwerk erkannt, müssen jedoch vor der Nutzung autorisiert werden. Auch dieses Projekt ist quelloffen und über einen entsprechenden Link auf gitcode.com verfügbar.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Überblick

Alle drei Lösungen verfolgen dasselbe Grundprinzip: Eine physische Tastatur und Maus steuert mehrere Rechner, der Wechsel erfolgt durch Bewegen des Mauszeigers über den Bildschirmrand. Während Barrier und Input Leap auf den etablierten Port 24800 sowie auf Verschlüsselungsmechanismen setzen, verzichtet Lan Mouse standardmäßig auf Verschlüsselung und beschränkt sich auf Port 4242 im lokalen Netz.

Nutzer, die Wert auf Sicherheit bei der Datenübertragung legen, dürften daher eher zu Input Leap oder Barrier greifen, während Lan Mouse durch geringe Systemanforderungen und einfache automatische Geräteerkennung punktet – allerdings mit der ausdrücklichen Empfehlung, es nur in vertrauenswürdigen Netzwerken einzusetzen.