In Shanghai hat der Hardware-Entwickler LattePanda das Mu Ultra vorgestellt, ein neues Micro-x86-Compute-Modul für den Einsatz in On-Device-KI-Anwendungen. Die Hardware basiert auf den Intel Core Ultra Lunar Lake Prozessoren und ist darauf ausgelegt, hohe Rechenleistung für künstliche Intelligenz in einem kompakten Formfaktor für Edge-Computing und industrielle Anwendungen bereitzustellen.
Hohe KI-Rechenleistung durch integrierte NPU
Das Herzstück des Mu Ultra bilden die Prozessoren der Lunar-Lake-Serie von Intel. Je nach Konfiguration bietet das Modul eine kombinierte Rechenleistung von bis zu 115 TOPS (Tera Operations Per Second) im INT8-Format. Diese Leistung setzt sich aus den Kapazitäten von Zentraleinheit (CPU), Grafikeinheit (GPU) und der spezialisierten Neural Processing Unit (NPU) zusammen. Allein die NPU erreicht dabei einen Wert von 47 TOPS.
Am 9. September 2026 wurden zwei spezifische Prozessoroptionen für das Modul präzisiert. Das Einstiegsmodell nutzt den Intel Core Ultra 5 226V mit acht Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 4,5 GHz.
Diese Variante integriert eine Arc 130V Grafikeinheit und erzielt 40 NPU-TOPS sowie eine kombinierte Leistung von 97 TOPS. Das leistungsstärkere Modell ist mit dem Intel Core Ultra 7 256V ausgestattet, der bis zu 4,8 GHz erreicht. In Kombination mit der Arc 140V Grafikeinheit liefert dieses System 47 NPU-TOPS und die maximale Gesamtleistung von 115 TOPS.
Speicherkonfiguration und Effizienzwerte
Beide Varianten des Moduls verfügen über 16GB LPDDR5X-8533 Arbeitsspeicher. Für grafische Aufgaben können bis zu 11,6GB als gemeinsamer Grafikspeicher (VRAM) genutzt werden. Die Hardware zeichnet sich durch einen kompakten Formfaktor aus; die Modulmaße betragen 69,6 x 60 mm.
In Bezug auf die Energieeffizienz gab der Hersteller für den Leerlauf eine Leistungsaufnahme von 2,5W an. Die Betriebstemperatur des Systems liegt in einem Bereich von 0 bis 60°C. In ersten Tests mit großen Sprachmodellen (LLMs) unter Nutzung von OpenVINO GenAI und der integrierten GPU erreichte das Modul bei Qwen3.5-9B eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 18 Tokens pro Sekunde (tok/s). Bei der kleineren Modellvariante Qwen3.5-2B wurden im INT4-Format 55 tok/s gemessen.
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Konnektivität und Integrationsmöglichkeiten
Für die Anbindung von Peripherie und Erweiterungen bietet das Mu Ultra umfangreiche Schnittstellen, die teilweise über ein entsprechendes Carrier-Board realisiert werden. Das Modul unterstützt die Ansteuerung von bis zu drei Displays über HDMI, DisplayPort oder eDP. Zur weiteren Ausstattung gehören PCIe 4.0, ein USB 3.2 Gen2 Port sowie sechs USB 2.0 Anschlüsse.
Zusätzlich stehen I2C- und GPIO-Schnittstellen für industrielle Steuerungsaufgaben zur Verfügung. Die Netzwerkanbindung kann über das Carrier-Board mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2,5 GBit/s erfolgen. Durch diese Anschlussvielfalt eignet sich das System für Entwickler, die KI-Modelle lokal auf kompakter Hardware ausführen müssen, ohne auf Cloud-Ressourcen angewiesen zu sein.
Preisgestaltung und Marktstart
Seit dem 9. September 2026 liegen Informationen zur Preisstruktur vor. Das Modul mit dem Intel Core Ultra 5 226V wird zu einem Preis von 599 US-Dollar angeboten, während die Version mit dem Core Ultra 7 256V für 699 US-Dollar gelistet ist. Für Entwickler stehen zudem spezielle AI Dev Kits zur Verfügung, die preislich bei 643 US-Dollar beziehungsweise 733 US-Dollar liegen.
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Für das Kit mit dem 226V-Prozessor besteht ein zeitlich begrenztes Einführungsangebot. Dieses ist zum Preis von 643 US-Dollar statt regulär 683 US-Dollar erhältlich, was einer Ersparnis von sechs Prozent entspricht. Dieses Angebot behält seine Gültigkeit bis zum 9. November.

