Ein öffentlicher Exploit für eine bereits gepatchte Schwachstelle und eine brandneue Zero-Day-Lücke setzen Systeme unter Druck.
Öffentlicher Exploit für Windows-NT-Kernel-Schwachstelle
Sicherheitsforscher haben am 21. Juli 2026 einen öffentlichen Proof-of-Concept (PoC) für eine Schwachstelle im Windows-NT-Kernel veröffentlicht. Die als CVE-2026-42980 registrierte Lücke trägt eine CVSS-Bewertung von 7,8 und betrifft die Windows-Verwaltungsinstrumentierung (WMI).
Ein lokaler Angreifer mit niedrigen Benutzerrechten kann durch die Schwachstelle SYSTEM-Privilegien erlangen – und damit die volle Kontrolle über das System übernehmen. Auslöser ist ein Integer-Unterlauf in der WMI-Serialisierung, der einen Heap-Overflow verursacht.
Microsoft hatte das Problem zwar bereits im Juni 2026 mit den Patch-Day-Updates behoben. Doch die Veröffentlichung eines funktionsfähigen Exploits erhöht den Druck auf Unternehmen, die das kumulative Update noch nicht installiert haben. Die Ausnutzbarkeit gilt als hoch, Microsoft selbst hatte die Lücke als „wahrscheinlicher ausnutzbar“ eingestuft.
Betroffen sind Windows 10, Windows 11 sowie Windows Server 2012 und neuere Versionen. Das Exploit Prediction Scoring System (EPSS) weist für diesen Fehler eine 30-Tage-Wahrscheinlichkeit von 5,7 Prozent aus.
LegacyHive: Zero-Day umgeht Standardberechtigungen
Noch brisanter ist die zweite Entdeckung: Eine neue Zero-Day-Lücke namens LegacyHive im Windows-Benutzerprofildienst erlaubt es normalen Nutzern ohne Administratorrechte, Registry-Hives zu manipulieren. Das klingt technisch, hat aber weitreichende Folgen: Sobald sich ein Administrator anmeldet, kann der Angreifer beliebigen Code ausführen.
Entdeckt wurde die Schwachstelle von einem Forscher namens Nightmare Eclipse – und zwar nach dem Juli-Patch-Day 2026. Das bedeutet: Selbst vollständig aktualisierte Windows-Systeme sind verwundbar. Microsoft prüft den Vorfall, eine offizielle CVE-Nummer wurde noch nicht vergeben.
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Bis Microsoft nachbessert, springt der Sicherheitsanbieter ACROS Security in die Bresche. Über seinen Dienst 0Patch stellt das Unternehmen kostenlose Mikro-Patches bereit. Geschützt werden Windows 10 ab Version 2004 sowie Windows Server 2022 und neuer.
Linux-Kernel unter Hochdruck: Über 400 Schwachstellen geschlossen
Die Windows-Probleme sind kein Einzelfall. Auch die Linux-Community arbeitet auf Hochtouren: Zwischen dem 19. und 20. Juli 2026 schlossen Kernel-Entwickler über 400 Schwachstellen – unterstützt durch KI-gestützte Analysewerkzeuge.
Besonders kritisch: CVE-2026-63979, eine Race-Condition im TLS-Handshake-Subsystem mit einer CVSS-Bewertung von 9,8. Der Fehler kann zu Use-After-Free- oder NULL-Pointer-Dereference-Angriffen führen. Auch Lücken in Dateisystem-Komponenten, Bluetooth-Subsystemen und Netzwerktreibern wurden geschlossen.
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Ubuntu reagierte bereits am 17. Juli 2026 mit mehreren Sicherheitshinweisen für den Linux-Kernel, Ruby und .NET. Sicherheitsexperten raten Administratoren beider Plattformen dringend, die Updates zeitnah einzuspielen. Hintergrund: Im Darknet mehren sich Hinweise, dass sogenannte Initial-Access-Broker gezielt kleine und mittelständische Unternehmen ins Visier nehmen – für potenzielle Ransomware- und Datendiebstahl-Angriffe.

