Legion Go: Lenovos fehlerhaftes BIOS-Update kostet Nutzer €237

Fehlerhaftes BIOS-Update N3CN42WW bricked Legion Go Geräte. Lenovo verlangt für Reparaturen außerhalb der Garantie 237,16 Euro.

Der Technologiekonzern Lenovo sieht sich mit Berichten über Systemausfälle beim Gaming-Handheld Legion Go konfrontiert. Nach der Installation eines spezifischen BIOS-Updates berichten Nutzer von irreparablen Schäden an ihren Geräten. Besonders kritisch wird dabei bewertet, dass das Unternehmen für die Instandsetzung betroffener Hardware außerhalb der Garantiezeit eine Gebühr von €237,16 in Rechnung stellt.

Systemausfälle durch Firmware-Aktualisierung

Im Zentrum der Problematik steht das BIOS-Update mit der Kennung N3CN42WW, das bereits Mitte des Jahres für das Modell Legion Go 8APU1 veröffentlicht wurde. Laut Berichten führt die Software-Aktualisierung dazu, dass die betroffenen Handhelds in einen Zustand versetzt werden, der in Fachkreisen als „gebrickt“ bezeichnet wird. Dabei verweigert das Gerät den ordnungsgemäßen Startvorgang. Die Symptome äußern sich primär durch einen dauerhaft schwarzen Bildschirm; zudem findet kein sogenannter „Power-On Self-Test“ (POST) statt, was eine weitere Nutzung des Systems unmöglich macht.

Ununtersuchungen des Reparatur-Dienstleisters PitStop Computers stützen diese Beobachtungen. Demnach starteten Geräte unter der fehlerhaften Version N3CN42WW nicht mehr, während ältere Versionen wie N3CN39WW oder N3CN40WW einen reibungslosen Betrieb ermöglichten. Dennoch ist das kritische Update nach wie vor über die offiziellen Kanäle verfügbar. Experten raten Besitzern des Handhelds derzeit dringend davon ab, die Aktualisierung durchzuführen. Sofern das Gerät noch funktionsfähig ist, werde ein Rollback auf die stabilere Version N3CN40WW als Sicherheitsmaßnahme empfohlen.

Kostenpflichtige Reparatur für Bestandskunden

Die finanzielle Belastung für die Nutzer hängt maßgeblich vom Garantiestatus des jeweiligen Geräts ab. Für Kunden, deren Legion Go sich noch innerhalb des Garantiezeitraums befindet, stellt Lenovo eine kostenlose Reparatur in Aussicht. In diesen Fällen werde das betroffene Mainboard vollständig ausgetauscht, um die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.

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Schwieriger gestaltet sich die Situation für Besitzer von Geräten, deren Garantie bereits abgelaufen ist. In einem dokumentierten Fall erhielt ein Nutzer ein offizielles Reparaturangebot über €237,16. Dieser Betrag entspricht etwa 273 US-Dollar. Die hohe Summe für einen Fehler, der offenbar unmittelbar durch eine vom Hersteller bereitgestellte Software-Aktualisierung verursacht wurde, sorgt in der Nutzerschaft für Unmut.

Fehlende Stellungnahme und betroffene Modelle

Bisher hat Lenovo keine offizielle Stellungnahme zu den Vorfällen abgegeben oder das Problem formal bestätigt. Es wird darauf hingewiesen, dass offenbar nicht alle Geräte der Modellreihe von den Ausfällen betroffen sind. Die Problematik beschränkt sich nach derzeitigem Kenntnisstand zudem ausschließlich auf die ursprüngliche Version des Legion Go. Neuere Varianten wie das Legion Go 2 oder das Legion Go S weisen diese spezifischen BIOS-Fehler nicht auf.

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Da das Update weiterhin zum Download bereitsteht und eine offizielle Warnung seitens des Herstellers bislang fehlt, bleibt die Situation für Anwender unübersichtlich. Branchenbeobachter verfolgen nun, ob Lenovo auf den öffentlichen Druck reagieren und möglicherweise Kulanzlösungen für Kunden außerhalb der Garantie anbieten wird, die durch das offizielle Firmware-Update geschädigt wurden.