Leica Camera: Chinesischer Investor plant Übernahme für eine Milliarde Euro

HongShan Capital verhandelt über den Einstieg bei Leica Camera. Eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro steht im Raum, eine Börsenrückkehr wird erwogen.

Der traditionsreiche deutsche Optikspezialist Leica Camera steht offenbar vor einer weitreichenden Veränderung seiner Eigentümerstruktur. Medienberichten zufolge plant die Investmentgesellschaft HongShan Capital Group den Einstieg bei dem Kamerahersteller aus Wetzlar. Im Raum steht eine Bewertung des Unternehmens von rund einer Milliarde Euro, was zum aktuellen Wechselkurs etwa 7,884 Milliarden Renminbi entspricht.

Die Gespräche befinden sich Berichten zufolge in einem fortgeschrittenen Stadium, betreffen jedoch ein komplexes Geflecht aus Anteilseignern. Derzeit wird die Leica Camera AG mehrheitlich von der Familie Kaufmann kontrolliert, die über ihre Beteiligungsgesellschaft 55 Prozent der Anteile hält. Die verbleibenden 45 Prozent befinden sich im Besitz des US-Finanzinvestors Blackstone Group.

Verhandlungen über Blackstone-Beteiligung im Fokus

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen stehen Verhandlungen zwischen Blackstone und der HongShan Capital Group über den Verkauf des 45-prozentigen Minderheitsanteils. Die Beteiligung von Blackstone gilt seit Langem als potenzielles Verkaufsobjekt, da Finanzinvestoren ihre Engagements üblicherweise über einen begrenzten Zeitraum halten.

Darüber hinaus signalisiert HongShan Capital jedoch ein weitergehendes Interesse. Berichten zufolge zieht der Investor auch die Übernahme der von der Familie Kaufmann gehaltenen Mehrheit von 55 Prozent in Betracht. Ob sich die Familie Kaufmann nach Jahren der strategischen Neuausrichtung von ihren Anteilen trennen möchte oder eine Partnerschaft mit dem chinesischen Investor anstrebt, bleibt derzeit ungeklärt.

Mögliche Rückkehr an den Kapitalmarkt

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Ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Überlegungen von HongShan Capital soll die erneute Börsennotierung von Leica Camera sein. Das Unternehmen blickt auf eine wechselvolle Kapitalmarktgeschichte zurück: Im Oktober 2012 wurde Leica nach einer Phase der Umstrukturierung privatisiert und von der Börse genommen.

Eine Rückkehr auf das Parkett könnte dem Unternehmen frisches Kapital für die weitere Expansion im digitalen Zeitalter und den Ausbau seiner Marktposition im Premiumsegment verschaffen.

Branchenanalysten beobachten das Vorhaben mit großem Interesse, da Leica unter der aktuellen Führung eine erfolgreiche Transformation vom analogen Nischenhersteller zum modernen Technologieunternehmen vollzogen hat. Besonders die Kooperationen im Smartphone-Sektor und die starke Markenpräsenz im asiatischen Raum machen das Unternehmen zu einem attraktiven Ziel für Investoren aus dieser Region.

Zeitplan und Reaktionen der Beteiligten

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Trotz der konkreten Berichte über die Verhandlungen halten sich die beteiligten Parteien bedeckt. Sowohl die Blackstone Group als auch HongShan Capital Group lehnten offizielle Stellungnahmen zu den laufenden Gesprächen ab. Auch vonseiten der Leica Camera AG und der Familie Kaufmann liegen bislang keine Kommentare vor.

Wie aus Branchenkreisen verlautet, ist eine offizielle Bekanntgabe des Geschäfts nicht unmittelbar zu erwarten. Sollten die Verhandlungen jedoch erfolgreich abgeschlossen werden, wird mit einer Ankündigung in den kommenden Wochen gerechnet. Die Transaktion würde einen der bedeutendsten Eigentümerwechsel in der deutschen Optik- und Feinmechanikbranche der letzten Jahre markieren.