In der modernen Logistik und im Großhandel stellt die Verarbeitung unstrukturierter Datenmengen eine der größten Herausforderungen für die Effizienz der Lieferkette dar. Wie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Unternehmenssoftware zeigen, gewinnen Lösungen zur automatisierten Erfassung von Dokumenten zunehmend an Bedeutung. Ein prominentes Beispiel für diese Transformation ist der dänische Großhändler Lemvigh-Müller, der Technologien zur künstlichen Intelligenz (KI) einsetzt, um manuelle Prozesse in der Kommunikation mit Lieferanten und Partnern zu minimieren.
Implementierung und technologische Basis
Das traditionsreiche Unternehmen Lemvigh-Müller, das auf eine 180-jährige Firmengeschichte zurückblickt, nutzt für die Optimierung seiner Prozesse SAP Business AI. Ziel dieser Implementierung ist es, eingehende Dokumente in Form von PDFs und E-Mails innerhalb der Lieferkette automatisch auszulesen und zu verarbeiten. Die technologische Grundlage hierfür bildet das System SAP Cloud ERP Private, auf dem die KI-Lösung betrieben wird.
Die Integration der KI-gestützten Dokumentenverarbeitung erfolgte in einem strukturierten Projektrahmen. Berichten aus dem Sommer 2026 zufolge wurde der erste konkrete Anwendungsfall innerhalb eines Zeitraums von zehn Wochen entwickelt. Der gesamte Arbeitsaufwand für den Aufbau dieses Use Case belief sich auf rund 200 Stunden. Dies verdeutlicht, dass moderne KI-Agenten und Automatisierungstools mittlerweile so konzipiert sind, dass sie ohne langwierige Entwicklungsphasen in bestehende ERP-Strukturen integriert werden können.
Leistungsfähigkeit der automatisierten Erfassung
Ein wesentliches Merkmal der eingesetzten Technologie ist die Geschwindigkeit und Autonomie der Datenverarbeitung. Die KI-Lösung ist in der Lage, umfangreiche Dokumente mit einem Umfang von 10 bis 20 Seiten innerhalb weniger Sekunden vollständig zu erfassen. Ein entscheidender Faktor für die Effizienzsteigerung ist dabei der Wegfall menschlicher Intervention: Das System liest und interpretiert die Inhalte eigenständig, ohne dass eine Person in den Prozess der Dateneingabe oder -prüfung eingreifen muss.
Wer sich mit der zunehmenden Vernetzung von Lieferketten und KI befasst, sollte auch die damit verbundenen Risiken für die Unternehmenssicherheit im Blick behalten. Dieses kostenlose E-Book klärt darüber auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Report über neue KI-Gesetze und Cyberrisiken anfordern
Diese Form der Automatisierung zielt darauf ab, die Fehlerquote bei der manuellen Datenübertragung zu senken und die Durchlaufzeiten in der Beschaffungslogistik massiv zu verkürzen. Insbesondere bei einem hohen Aufkommen an Lieferavisen, Rechnungen oder Bestellbestätigungen, die oft in unterschiedlichen Formaten eingehen, bietet die KI-basierte Erkennung einen signifikanten Wettbewerbsvorteil.
Strategische Bedeutung für das Geschäftsmodell
Die Modernisierung der Lieferkette wird von der Unternehmensführung als zentrale strategische Aufgabe betrachtet. Frederik Aakerlund, CIO bei Lemvigh-Müller, betonte im Rahmen der Projektvorstellung die Relevanz dieser Entwicklungen. Er wies darauf hin, dass eine effiziente Gestaltung der Lieferkette untrennbar mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens verbunden sei. In einem margensensiblen Umfeld wie dem Großhandel hänge der Erfolg maßgeblich davon ab, wie schnell und präzise Informationen entlang der Wertschöpfungskette fließen.
Die Digitalisierung der Kommunikation mit Partnern bietet Effizienzvorteile, erfordert aber auch einen proaktiven Schutz der IT-Infrastruktur vor neuen Angriffsvektoren. Erfahren Sie im kostenlosen Ratgeber, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen langfristig absichern. Gratis-E-Book: Cyberbedrohungen abwenden
Die Automatisierung der Dokumentenverarbeitung ist somit nicht nur eine technische Verbesserung, sondern ein notwendiger Schritt, um die Skalierbarkeit des Betriebs sicherzustellen. Branchenanalysten sehen in Projekten dieser Art eine Blaupause für andere Unternehmen im Bereich des technischen Großhandels, die vor ähnlichen Herausforderungen bei der Digitalisierung ihrer Lieferantenkommunikation stehen. Die Kombination aus Cloud-ERP-Systemen und spezialisierten KI-Funktionen ermöglicht es auch etablierten Akteuren, ihre gewachsenen Strukturen an die Anforderungen moderner, digitaler Märkte anzupassen.

